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Flugzeug lässt Kerosin über dem Saarland ab – Lufthansa: Keine Gefahr

Flugzeug lässt Kerosin über dem Saarland ab – Lufthansa: Keine Gefahr

Eine Sprecherin der Lufthansa hat die Beobachtung eines SZ-Leserreporters bestätigt, wonach Flugzeuge in Ausnahmesituationen in der Luft Sprit ablassen. Dies sei jedoch nachweislich nicht gesundheitsgefährdend.

Auf der Internetseite flightradar24.com, einem Online-Dienst, der in Echtzeit die Position von Flugzeugen verfolgt, hat Horst Altmeyer aus Heusweiler kürzlich einen Jumbo der Lufthansa beobachtet. Die Maschine mit dem Ziel Chicago habe nach ihrem Start in Frankfurt plötzlich ihren Steigflug abgebrochen und sei wieder in Richtung Frankfurt zurückgeflogen. Dabei habe sie einmal abgedreht und sei genau über dem Haus seiner Familie gesichtet worden, berichtet der SZ-Leser-Reporter. Die Maschine war offenbar aufgrund eines medizinischen Notfalls an Bord umgekehrt. "Die Kurve über das Saarland hat wahrscheinlich dazu gedient, um Treibstoff abzulassen und die Maschine für die Landung leichter zu machen", sagt Altmeyer. Er fragt sich, ob hierfür in solchen Fällen die Strecke über das Saarland öfter genutzt wird. Zudem möchte er wissen, ob dies gesundheitsschädlich ist, wenn man in diesem Bereich wohnt.

Lufthansa-Sprecherin Anja Lindenstein bestätigt, dass es bei dem Flug einen Passagier mit gesundheitlichen Problemen an Bord gegeben habe. Der Pilot habe deshalb entschieden, nach Frankfurt zurückzukehren. Da die Maschine voll besetzt und beladen und so schwerer als das maximal bei einer Landung vorgeschriebene Gewicht gewesen ist, sei Treibstoff abgelassen worden. Das geschehe in der Regel über Gebieten, die nicht so stark besiedelt seien. "Bundesweit gibt es etwa 20 bis 30 solcher Fälle pro Jahr", sagt Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS). Die Maßnahme erfolge normalerweise ab einer Höhe von wenigstens 15 000 Fuß, also rund 4500 Metern. Die Mindesthöhe betrage 6000 Fuß (etwa 1800 Meter). In Ausnahmefällen könne der abgelassene Treibstoff bis zu 80 Tonnen betragen. Doch dies sei gesundheitlich unbedenklich. Zu diesem Ergebnis sei auch ein Gutachten des TÜV Rheinland gekommen. Der Treibstoff verdunste noch in der Luft.