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Flüchtender rammt Polizeiauto und Bagger

Heusweiler/Riegelsberg. Ohne Rücksicht auf Leib und Leben anderer raste ein Audifahrer am Mittwochabend, verfolgt von der Polizei, durch eine mit Warnbaken gesicherte Baustelle in der Saarbrücker Straße und rammte schließlich vorsätzlich einen Polizeiwagen. Marco Reuther

Ein Polizeikommando des Zentralen Verkehrsdienstes war gegen 21.40 Uhr am späten Mittwochabend am Kreisverkehr Illinger Straße in Heusweiler im Einsatz, als plötzlich ein roter Audi 80 durch die Saarbrücker Straße auf den Verkehrskreisel zugerast kam. Der Fahrer war "mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit" in Fahrtrichtung Saarbrücken unterwegs, heißt es im Polizeibericht.

Die Polizisten wollten den Audi natürlich stoppen und kontrollieren, doch der Fahrer hielt nicht an, sondern erhöhte sogar noch das Tempo, so dass er nun mit etwa 120 Stundenkilometern durch den Ort raste, jetzt verfolgt von einem Polizeiauto. Doch schon bald hinter dem Kreisel beginnt in der Saarbrücker Straße eine Baustelle, und als der Audi-Fahrer dorthin gelangte, zeigte die Baustellenampel Rot.

Dennoch setzte er die Flucht fort und scherte nun, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten, in den eigentlichen Baustellenbereich ein, der durch Warnbaken von der übrigen Fahrbahn abgetrennt war.

Dabei rammte der Flüchtige mehrere Warnbaken, zudem zwei vor einem Haus stehende Blumenkübel und schließlich auch noch die Schaufel eines abgestellten Baggers. Dennoch setzte er die Flucht fort, während nun der verfolgende Funkstreifenwagen Probleme bekam: Auch er fuhr über eine Warnbarke und zog sich einen "Platten" am rechten Vorderrad zu, als er über die Bruchteile der Blumenkübel fuhr und dann mit der rechten Seite mit dem Bagger kollidierte. Dabei wurde der Wagen stark beschädigt.

Dennoch blieb der Streifenwagen dicht am Audi dran, holte ihn schließlich ein und setzte zum Überholen an, doch der Audifahrer riskierte nun Leib und Leben der beiden Polizisten , indem er versuchte, den Polizeiwagen abzudrängen. Dabei kam es zum Zusammenstoß zwischen den beiden Autos. "Die Verfolgung musste schließlich im Bereich Saarbrücker Straße/Bergstraße in Riegelsberg wegen des defekten Reifens am Streifenwagen abgebrochen werden", heißt es im Polizeibericht.

Nummernschilder gestohlen



Die beiden Polizisten im Streifenwagen waren unverletzt geblieben, es entstand jedoch ein Gesamtschaden von etwa 12 000 Euro. Auch war es während der Verfolgung für andere Autofahrer gefährlich geworden, die aus der Gegenrichtung die Baustelle in Heusweiler bei Grün passieren wollten.

Im Rahmen der Fahndung fand die Polizei den beschädigten Audi schließlich, der in der Güchenbacher Straße in Riegelsberg abgestellt worden war. Der Fahrer - es handelte sich um einen Mann - war inzwischen geflüchtet. Wie die Polizei ermittelte, war der Fahrer auch ohne Versicherungsschutz unterwegs: Der Audi wurde bereits im Dezember 2014 wegen des fehlenden Versicherungsschutzes "zwangsentstempelt". Die am Audi angebrachten Nummernschilder waren bereits im April 2014 gestohlen worden.

Zeugen und geschädigte Personen wenden sich an die PI Köllertal, Tel. (0 68 06) 91 00.