Feuer, Biber und Menschlichkeit

Wir nähern uns dem Jahresende und damit unserem großen Jahresrückblick. Da das Jahr jedoch voll gestopft war mit Ereignissen, widmen wir jedem Monat im Köllertal eine kleine Rückschau in Stichworten. Im November kam das Unglück über die Knappschaftsklinik.

 Das ehemalige Restaurant im Holzer Wasserturm soll wieder zugänglich werden. Foto: aki
Das ehemalige Restaurant im Holzer Wasserturm soll wieder zugänglich werden. Foto: aki Foto: aki

Viel Berichtenswertes gab es im November. Das Ereignis, das dabei herausstach, war leider ein tragisches.

Die Katastrophe. Beim Brand im Obergeschoss des Anbaus am Püttlinger Knappschaftsklinikum kamen am Morgen des 11. November zwei Patientinnen ums Leben. Das Feuer war in einem der Patientenzimmer ausgebrochen - trotz Rauchverbot und Rauchmelder war eine Zigarette die Ursache gewesen. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Luftige Höhe. Die Interessengemeinschaft "Wasserturm Holz " will die frühere Gaststätte im Turm wieder zugänglich machen, allerdings nicht mehr als Gaststätte: Der Raum in 60 Meter Höhe soll Versammlungs- und Ausstellungsort werden. Nun wird geprüft, wie die Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden können.

Ende einer Ära. Die "Grünen Damen" beendeten aus Altersgründen nach 20 Jahren ihr ehrenamtliches Engagement im Püttlinger Seniorenheim St. Augustin. Die Frauen mit ihren grünen Kittel kümmerten sich im Auftrag der ökumenischen Altenhilfe zusätzlich zum Pflegepersonal um die Senioren.

Wo der Wind weht. 17,5 Prozent der stimmberechtigten Riegelsberger Bürger beteiligten sich an der Umfrage zur geplanten Windparkanlage in der Fröhn. Das Ergebnis hat keine Rechtskraft. Zur Abstimmung gekommen waren 67,4 Prozent Gegner und 30,1 Prozent Befürworter des Projektes.

Neuer Seelsorger. Pfarrer Stefan Trauten, 50, wurde mit einem festlichen Gottesdienstes in der Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in sein Amt als neuer Leiter der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler eingeführt.

Ersatzfamilie. In der Köllerbacher Außenstelle des Saarbrücker Theresienheims, die ein Jahr zuvor eröffnet wurde, leben sechs Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen in einer Familiengruppe unter der Obhut der Betreuerin Birgit Heckmann. Bilanz nach einem Jahr: Das Wohngruppen-Projekt läuft gut und wird auch in der Nachbarschaft und im Ort gut angenommen.

Mitmenschlichkeit. Die Flüchtlingsströme aus den Krisengebieten der Welt lösten auch im Köllertal eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Kommunen richteten in öffentlichen Gebäuden Unterkünfte ein, Privatleute spendeten Geld und Sachgüter, Vereine übernahmen Aufgaben der Betreuung.

Dach über dem Kopf. Die Gemeinde Heusweiler richtet in der früheren Wahlschieder Schule Räume zu Unterbringung von Flüchtlingen aus Syrien und Eritrea her. Zuvor müssen der TV Holz und eine Musikgruppe in ein Ersatzquartier umziehen.

Hochwasserschutz . In den Heusweiler Ortsteilen Dilsburg und bei Berschweiler soll jeweils ein Regenrückhaltebecken zur Verbesserung des Hochwasserschutzes gebaut werden. Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) überreichte Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU ) einen Bewilligungsbescheid über knapp 65 000 Euro als Zuschuss zu den Planungskosten.

Nun eine Stadtplanerin. Heike Thewes, 35, übernahm Anfang Oktober die Leitung des Fachgebietes "Bauen und Umwelt" im Heusweiler Rathaus. Die neue Chefin des Bauamtes hat Raum und Umweltplanung mit Spezialisierung auf Städteplanung studiert und war zuvor unter anderem auch für die Stadt Saarbrücken tätig.

Der Biber ist zurück. Ernst Kollmann, Biberexperte im Nabu-Landesverband, hat am Köllerbach im Bereich der Hermesbach- und Sellerbacheinmündung Biss- und Fußspuren des vor 170 Jahren in der Region ausgerotteten Bibers entdeckt.