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Familien wollen seit Jahren im Holzer Westfeld bauen und sind genervt

Kommunalpolitik und Gemeindeentwicklung : Warten auf Heusweiler Wohngebiet nervt die Bauwilligen

Die Warterei auf das neue Wohngebiet im Holzer Westfeld zieht sich für Bauinteressierte schon lange hin. So lange, dass die Finanzierungspläne der Familien schon wieder überholt sind.

Als Tanja W. im Sommer 2014 hörte, dass im Holzer Westfeld auf dem ehemaligen Sportplatz des SV 05 Holz ein Wohngebiet für junge Familien entstehen soll, war sie schwanger. Sie machte mit Ehemann Jan einen Finanzierungsplan für ein Eigenheim. Heute wohnt Familie W. immer noch in einer Mietwohnung, Söhnchen Max geht in die Grundschule. Vom Wohngebiet ist nichts zu sehen. Und den Finanzierungsplan für ihr Haus kann die Familie in die Tonne kloppen. Die Baukosten für ein Haus stiegen in den letzten sieben Jahren gewaltig.

Auch Nicole Bauer aus Holz klagte in der jüngsten Holzer Ortsratssitzung, dass es mit dem Wohngebiet Westfeld nicht vorangeht. Sie hatte 2020 beschlossen, dort zu bauen. „Aber alleine seit dem vorigen Jahr sind die Baukosten um 12 000 Euro gestiegen“, sagte Bauer. Weitere 12 000 Euro Fördergeld pro Kind gehen einer Familie verloren, weil der Antrag für das Baukindergeld bis spätestens 31. März zu stellen ist. „Das Baukindergeld für 2021 kann man also vergessen“, sagte Nicole Bauer.

2014 hatte die Gemeinde Heusweiler beschlossen, 20 Einfamilienhäuser im Westfeld zu bauen. Baubeginn sollte im Sommer 2018 sein. Der Abriss der ehemaligen Sportanlagen sowie des Clubhauses und die Erschließung sollten im Juli oder August 2018 beginnen. Aber aus all dem wurde nichts.

Der Stillstand habe mit der Abwassersituation im neuen Wohngebiet zu tun, sagte die Verwaltung damals. Auch der längere Ausfall der Bauamtsleiterin und unterschiedliche Vorstellungen über ein Regenrückhaltebecken verzögerten das Vorhaben. Immer wieder ging es im Ortsrat und Gemeinderat um die Pläne, ehe es endlich hieß, Baubeginn werde im Herbst 2019 sein.

Doch dem war nicht so. Stattdessen sollte es nach der Sommerpause 2020 losgehen. Wieder tat sich nichts. In der Holzer Ortsratssitzung am 14. April sollte der Rat eine Vorlage erhalten mit den Kriterien für die Vergabe der Baugrundstücke. Dem war nicht so.

Bauamtsleiterin Heike Novak sagte der SZ, weshalb. Grund für die ständigen Verzögerungen des Projektes sei die Personalsituation im Bauamt. Novak: „Die Themenfülle in unserem Amt ist immens.“ So müsse sich die Bauamtsleitung mit dem wenigen Personal nicht nur um Bauvorhaben in der Gemeinde kümmern, sondern auch um die Sachgebiete Liegenschaften, Friedhöfe, Baugenehmigungen, Tiefbau, Bauhof und neuerdings um das Sachgebiet Umwelt.

Aber Bauamtsleiterin Novak ist optimistisch. Sie geht davon aus, dass die Baugenehmigungen für das Westfeld im Sommer herausgehen. „Dann könnten die Interessenten Anfang 2022 mit dem Bauen beginnen.“