Evangelisch im Köllertal

Köllertal · Die vier evangelischen Kirchengemeinden im Köllertal möchten eine gemeinsame Identität schaffen. Ein Internet-Auftritt und ein Gemeindebrief für alle vier, abgestimmte Gottesdienstzeiten, damit sich Pfarrer vertreten können. So wollen sie „kreativ Zukunft gestalten“.

 Professor Joachim Conrad, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kölln, die Heusweiler Pfarrerin Kerstin Marx und der Riegelsberger Pfarrer Dr. Tobias Kaspari (von links) beim Treffen in Riegelsberg. Jens Wilke fehlte beim Fototermin. Foto: Becker & Bredel

Professor Joachim Conrad, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kölln, die Heusweiler Pfarrerin Kerstin Marx und der Riegelsberger Pfarrer Dr. Tobias Kaspari (von links) beim Treffen in Riegelsberg. Jens Wilke fehlte beim Fototermin. Foto: Becker & Bredel

Foto: Becker & Bredel

"Evangelisch im Köllertal " - so nennt sich die Zukunftswerkstatt der vier evangelischen Kirchengemeinden in unserer Region. Das sind: Güchenbach in Riegelsberg, Kölln in Köllerbach, Heusweiler und Wahlschied-Holz. Seit März treffen sich die Pfarrer Dr. Tobias Kaspari (Güchenbach), Professor Dr. Joachim Conrad (Kölln) und Jens Wilke (Wahlschied-Holz) dazu mit ihrer Kollegin aus Heusweiler , Pfarrerin Kerstin Marx. Seit Juli nehmen auch jeweils zwei Mitglieder aus den Presbyterien der Gemeinden an den Sitzungen teil.

"Kreativ Zukunft gestalten", formuliert Conrad das Ziel. Und nennt das gemeinsame Problem: "Wir werden alle kleiner." Kaspari verdeutlicht dies: "Jede der Gemeinden hat in den vergangenen zehn Jahren etwa 200 Gemeindeglieder verloren. Wir haben alle weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Noch haben wir Rücklagen, aber in Zukunft werden wir vier Gemeinden nicht mehr vier Pfarrstellen finanzieren können." Mit anderen Worten: An einer Kooperation führt kein Weg vorbei.

"Offen über Ideen reden"

Zusammenarbeit ist also ein Muss, aber die Pfarrer und ihre Kollegin wollen sie auch und betonen, dass sie sich gut verstehen. So ist eine gemeinsame Homepage schon auf den Weg gebracht, in rund sechs Wochen soll sie fertig sein. Bereits zum ersten Advent soll es einen gemeinsamen Gemeindebrief geben. Und weitere "Harmonisierungen" sind im Gespräch. Die Zukunftswerkstatt will ein gemeinsames Modell für den kirchlichen Unterricht erarbeiten. So dauert der Konfirmanden-Unterricht in Wahlschied-Holz noch zwei Jahre, in den anderen drei Gemeinden ein Jahr. Die Gottesdienstzeiten sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass "wir uns gegenseitig vertreten können, dass wir gegebenenfalls mit drei Leuten vier Pfarreien stemmen können", sagen die Geistlichen. Auch an der Lithurgie wollen sie arbeiten.

Conrad und Kollegen ist es wichtig, die Gemeindeglieder auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen, nicht über deren Köpfe hinweg Beschlüsse zu fassen. "Wir wollen offen reden über die Ideen, mit den Menschen diskutieren", betont Conrad. Und Kaspari ergänzt: "Wir nehmen uns Zeit, es gibt keine ungesunde Eile. Die Entscheidung liegt bei allen vier Presbyterien gemeinsam."

Echo bisher positiv

In Gemeindeversammlungen würden die "Schäfchen" auf dem Laufenden gehalten. Das Echo sei bisher positiv, berichten Jens Wilke und Kerstin Marx. Die Heusweiler Pfarrerin verweist auf erste Erfolge bei Kooperationen: "Heusweiler und Riegelsberg haben zweimal einen gemeinsamen Kinderbibeltag organisiert, das Angebot wurde gut angenommen." Warum also das Projekt nicht ausweiten auf einen gemeinsamen Kinderbibeltag aller evangelischen Gemeinden im Köllertal ?

Bei allen Bemühungen, die Zusammenarbeit zu forcieren, sind für Conrad zwei Dinge gesetzt: "Der Gottesdienst am Ort ist wichtig. Und für die Menschen muss ein Ansprechpartner als Seelsorger da sein."

Kaspari meint, die geistliche Lage der Gemeinden dürfe nicht unerwähnt bleiben. "Wir sind als Kirche oft auf Zahlen fixiert und übersehen, dass der Glaube bei uns verdunstet", schreibt der Riegelsberger Pfarrer im Gemeindebrief. Und er appelliert an die Evangelischen im Köllertal : "Wir werden kleiner, aber lassen Sie uns gemeinsam geistlich wachsen." > : Weiterer Bericht

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Auf einen BlickIm Köllertal gibt es vier evangelische Kirchengemeinden : Güchenbach in Riegelsberg. Pfarrer : Dr. Tobias Kaspari. Zuständigkeitsbereich: Riegelsberg (ohne Walpershofen; gehört zu Kölln). Kirchen: 1. Mitglieder: 2600. Heusweiler . Pfarrerin: Kerstin Marx. Zuständigkeitsbereich: Heusweiler , Eiweiler, Obersalbach, Niedersalbach, Berschweiler, Reisbach. Kirchen: 1. Mitglieder: knapp 2500. Wahlschied-Holz. Pfarrer : Jens Wilke. Zuständigkeitsbereich: Wahlschied, Holz , Kutzhof, Lummerschied, Numborn, Mangelhausen, Göttelborn. Kirchen: 2. Mitglieder: 2056. Kölln in Köllerbach. Pfarrer : Professor Dr. Joachim Conrad. Zuständigkeitsbereich: Püttlingen (ohne Ritterstraße; gehört zu Altenkessel), Köllerbach, Walpershofen. Kirchen: 3. Mitglieder: 2900. me