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Festliche Klänge
Ensembles und Solisten begeistern Besucher

Heusweiler. Aktion Kultur Heusweiler lud ein zu „Festlichen Klängen zum Jahresbeginn“ in der evangelischen Kirche. Von Walter Faas

Mit einem „Freudenfest“ hat der Evangelische Bläserkreis Heusweiler am Samstagabend das Veranstaltungsjahr 2018 der Aktion Kultur Heusweiler eröffnet. Händel hat’s geschrieben, für seine Feuerwerksmusik. Die Bläser zündeln, mit Pauken und Trompeten, das Werk hat nichts von seiner explosiven Kraft verloren. Weil die Bläser um Pfarrer in Ruhe Hans Roth nicht nur präzise nach Noten spielen, sondern Emotion, Stil, Ausdruck reinlegen. „Very bristish“, ausgeprochen britisch, geht’s weiter, mit einem Geburtstagsständchen für Queen Mary. Auch hier agieren die Bläser „frisch wie am ersten Frühlingstag“. Sonderapplaus!



Gut 100 Zuhörer waren in die Evangelische Kirche gekommen. Ein Meisterwerk barocker Baukunst übrigens, dementsprechend war auch das Programm. Lutz Gillmann, Kirchenmusiker in Völklingen, Vollprofi in Sachen Musik, Dirigent des Ensembles ConAffetto, blieb beim Barock. „Alte Musik“, sagt man, und liebt diese ansprechend gefälligen Harmonien. ConAffetto, breit und bestens besetzt, gibt dem Don Quixotte, seinem Ross Rosinante und dem Esel des Sancho Pansas sozusagen musikalisch die Sporen. Herrliche Programmmusik! Nach einer heroischen Ouvertüre erwacht der Titelheld Quixotte in einem schönen ländlichen Garten. Die Ruhe währt nicht lang, gilt es doch, Windmühlen anzugreifen. ConAffetto meistert diesen temporeichen Sturm mit sicherer Hand. Und wechselt in stimmungsvolle Liebesseufzer, ebenfalls klangsicher, gut anzuhören. Dann hinkt das Ross, klagt das Eselchen, wunderbar italienisch inspirierte Klangbilder entstehen.

Im (stark polnisch geprägten) Finale schläft der Held ein, träumt er von weiteren Abenteuern? Das Publikum in der Heusweiler Kirche träumt sich ins nächste italienische Konzert des Antonio Vivaldi hinein. Bemerkenswert: Neben ConAffeto agiert hier die erst 16-jährige Magdalena Christina Anstett als Solistin an der Blockflöte, ein Ausnahmetalent. Auf dem Kleinstinstrument wirbelt Anstett, besonders in den beiden Allegros, mit atemberaubendem Tempo vor den Streichern, gibt den Ton an, fasziniert das Publikum. Magischer Moment, dann folgt der Beifall.

Den verdient sich, zum guten Ende des 90-minütigen Konzertes, auch die zweite Solistin des Abends. Katharina Diana Brandel, Sopran, blickt trotz ihrer Jugend bereits auf eine bemerkenswerte Karriere zurück. Hier, in Heusweiler, glänzt sie in Vivaldis Motette „In turbato mare irato“. Übersetzt heißt das „Auf wutschäumender See!“ Stellen Sie sich die bewegten Streicher vor, und dazu die junge Sängerin, die die anspruchsvollsten Kolaraturen, die dynamischsten Spitzen, mit sicherer Stimm- und Atemtechnik, ansprechend meistert, mit ausreichender Tiefe, voller Mittellage, strahlenden Höhen. Nochmal viel Applaus für diese „Festlichen Klänge zum Jahresbeginn“.

Die nächste Veranstaltung der Aktion Kultur Heusweiler steht übrigens am Donnerstag, 1. März, 20 Uhr, im Filmtheater Heusweiler auf dem Programm. Dort wird der Stummfilm-Klassiker „Moderne Zeiten“ mit Charlie Chaplin vorgeführt. In bewährter Manier wird dazu die Improvisationsklasse von Professor Dr. Jörg Abbing von der Hochschule für Musik Saar den Besuchern Live-Musik präsentieren.