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Eiweiler bringt sich in Position

Eiweiler. Obwohl Eiweiler noch gar nicht angemeldet ist zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, hat er doch schon was gebracht: Die Vereinsvorstände taten sich zusammen und erstellten eine Liste, was alles im Ort noch getan werden könnte. Fredy Dittgen

Einstimmig haben alle 13 Eiweiler Vereine den Ortsrat ersucht, ihren Ort zum Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" anzumelden. Ursprünglich wollte der Ortsrat das gar nicht. Zweimal schon hatte er das Vorhaben im vergangenen Jahr abgelehnt. Doch nach der Kommunalwahl fand unter dem neuen Ortsvorsteher Richard Wachall ein Umdenken statt. Zum einen wegen neuer Wettbewerbskriterien, nicht zuletzt aber auch, weil einige Bürger nicht müde wurden, den Ortsrat zu einer Teilnahme zu drängen. So beschloss der Rat in seiner jüngsten Sitzung, sich einmal die Wettbewerbskriterien genau anzuhören und einen "Dorf Check up" in Angriff zu nehmen. Will heißen: Man wollte unter Beteiligung des Regionalverbandes einmal sehen, was es in Eiweiler schon alles gibt und was man zusätzlich noch machen kann, um den Ort zukunftsfähig auszurichten. Außerdem wollte man die Bürger mit einbinden und Workshops organisieren.

Zu einem ersten Workshop am Dienstagabend waren zunächst die Vorstände der Eiweiler Vereine eingeladen. "Hintergedanke ist es, das bürgerliche Engagement zu stärken, Leben in unserem Dorf aktiv zu gestalten und den Ort so auszurichten, dass er eine Zukunft hat", sagte Wachall zu Beginn.

Die Vereinsvertreter wurden aufgerufen, gemeinsam Ideen und Projekte vorzuschlagen, die Eiweiler für die Zukunft rüsten sollen. Als Moderator fungierte Klaus Kuntz von der Saarbrücker Firma Kompass 21, die für Prozessbegleitung zuständig ist. Kuntz wurde vom Regionalverband beauftragt, die Motivation in allen Dörfern, die am Wettbewerb teilnehmen wollen (Eiweiler , Walpershofen, Niedersalbach, Emmersweiler, Lauterbach, Röchlinghöhe, Auersmacher und Bliesransbach) zu fördern. In einem ersten Schritt führte Kuntz Vorgespräche mit den Ortsvorstehern. Jetzt folgen die Workshops mit den Vereinen, dann gibt es einen Info-Abend für die Bürger .

In der zweistündigen Veranstaltung erarbeiteten etwa 30 Vertreter der Vereine eine Vielzahl von Ideen, Vorschlägen und Projekten. Als Schwerpunkte kristallisierten sich die Bereiche Nahversorgung, Vereinsleben, Einrichtungen, Infrastruktur und "Kümmerer" heraus. Diese Schwerpunkte sollen in der anstehenden Bürgerversammlung besprochen und gegebenenfalls konkretisiert werden. "Das ist das Angebot an die Bevölkerung, davon wollen wir einiges gemeinsam umsetzen, dafür brauchen wir aber auch Leute, und deshalb laden wir alle dazu ein", bilanzierte Richard Wachall. Der Termin für die Bürgerversammlung wird gemeinsam mit den Vereinsvorständen festgelegt. Der Ortsrat wird in seiner nächsten Sitzung entscheiden, ob Eiweiler für den Dorfwettbewerb angemeldet wird. Anmeldeschluss ist der 24. April.


Zum Thema:

Auf einen BlickVorschläge und Ideen aus den Reihen der Vereine: Bevölkerung mehr am Vereinsleben beteiligen. - Vereine und Organisationen im Ort halten. - Gemeinde soll Vereinsleben mehr unterstützen. - Vereine sollen Angebotspalette erweitern. - Rasenplatz für den Fußballverein. - Jugendtreff einführen. - Ganztagskindergarten. - Zusammenarbeit Kita-Schule verstärken. - Nachmittagsspielkreise. - Ortsbild aufwerten. - Dorfgaststätte installieren. - Neuer Spielplatz im Ortszentrum. - Integration neuer Bewohner. - Stammtischkultur pflegen. Mehrgenerationenhaus. - Elektro-Leihfahrzeuge anbieten. - Fahrdienste organisieren. - Zubringerdienste zur Saarbahnhaltestelle einführen. - Warenbringdienste anbieten. - Dorfladen installieren. - Wochenmarkt anbieten. - Sammeltaxi einführen. - Internet für Senioren durch Nachbarschaftshilfe. - "Kümmerer" finden. dg