Eine Polizeiwache bleibt

Heusweiler · Voraussichtlich vier bis sechs Leute soll die Polizeiwache in Heusweiler bekommen, die sich dann ausschließlich um Heusweiler kümmern, erklärte Polizeipräsident Norbert Rupp im Gemeinderat. Dort ging es um den Umzug der Polizei-Inspektion nach Köllerbach.

"Die Polizei verlässt Heusweiler nicht. Der Standort der Polizei-Inspektion Köllertal wird ein anderer werden. Aber wenn er nach Köllerbach geht - wofür alles spricht -, dann wird der Polizeiposten Püttlingen nach Heusweiler verlegt." Das war die wichtigste Aussage von Norbert Rupp , Polizeipräsident des Saarlandes, im Heusweiler Gemeinderat am Donnerstagabend.

Rupp informierte auf Einladung von Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU ) über den seit langem diskutierten Umzug der Polizei-Inspektion (PI) Köllertal sowie über die Zukunft der Polizei in Heusweiler . Die PI wird - wie berichtet - in naher Zukunft nach Köllerbach umziehen, ins Technische Rathaus der Stadt Püttlingen. Der Mietvertrag für die PI in Heusweiler ist zum 31. Dezember 2016 gekündigt.

Auf die Frage von Reiner Zimmer (SPD ), ob der Umzug "wasserdicht" sei, oder ob man noch versuche könne, "Innenministerium und Polizei zu einem Umdenken zu bewegen", sagte Rupp: "De Jure ist es noch nicht wasserdicht, aber ich würde ein totes Pferd nicht mehr reiten."

Rupp hatte erläutert, weshalb die PI Heusweiler verlässt. Offene Kritik an der Gemeinde äußerte Rupp zwar nicht, unterschwellige jedoch schon - so, als er die lange dauernde Suche nach einem Standort in Heusweiler beschrieb: "Seit 2012 wird diskutiert, dass wir für die PI Köllertal einen neuen Standort brauchen. Jeder, der schon mal in der alten PI in der Trierer Straße war, weiß, dass dringender Handlungsbedarf besteht." Rupp versicherte, dass sich Bürgermeister Redelberger intensiv bemüht habe, neue Standorte zu finden. So am Sender oder im alten Postgebäude in der Trierer Straße, im ehemaligen Edeka-Markt am Marktplatz und zuletzt auf dem Gelände an der ehemaligen Grube Schäfer in Hirtel. Die ersten Vorschläge zerschlugen sich an der Infrastruktur oder den zu hohen Mietkosten . Und beim Standort Hirtel sei die Entscheidung für Köllerbach bereits gefallen gewesen. "Sollte ich den Kolleginnen und Kollegen etwa sagen", so Rupp, "wir warten noch mal drei, vier Jahre, bis wir nach Hirtel umziehen?"

Aus Reihen des Rates gab es Kritik an den Umzugsplänen. So sagte Reiner Zimmer: "Mit den hohen Mietkosten werden Sie die Bedenken des Gemeinderates nicht zerstreuen können. Auch vor dem politischen Background werden Sie diese Bedenken nicht zerstreuen." So vertrat Zimmer die Ansicht, es habe eine Rolle gespielt, dass die Ministerpräsidentin in Püttlingen und der Landespolizeipräsident in Köllerbach wohnen und beide der CDU angehören. Rupp entgegnete, ihm sei es völlig gleichgültig, ob die PI in Püttlingen oder in Hirtel sitzt: "Das sind emotionale Dinge, die ins Land geführt werden. Der Standort spielt gar nicht mehr die große Rolle. Es zählen nur sachliche Dinge, wie Zahlen, Daten, Fakten."

Manfred Schmidt (CDU ) wollte wissen, wie die Zukunft der Polizei in Heusweiler aussieht. Wo der eingangs erwähnte Polizeiposten untergebracht wird, steht noch nicht fest. Auch nicht, mit wie vielen Polizisten er besetzt ist. Rupp brachte die Zahlen "vier bis sechs" ins Gespräch. Und er sagte: "Die Präsenz und Sicherheit in Heuweiler ist dann mindestens genauso gewährleistet, wie es jetzt der Fall ist." Denn zukünftig würden die in Heusweiler stationierten Polizeikräfte nur für Heusweiler zuständig sein. Und nicht mehr beispielsweise auch für Riegelsberg oder - als der am weitesten entfernte Punkt - die Ritterstraße in Püttlingen.

Manfred Schmidt (CDU ) hatte in der Ratssitzung bedauert, dass die Polizeispitze den Heusweiler Gemeinderat erst jetzt - und nicht schon im November oder Dezember - über den bevorstehenden Umzug der PI informiert habe. Man habe die Informationen erst über die Presse erfahren, so Schmidt. Ähnlich Bürgermeister Redelberger. Er bedauerte ebenfalls, dass die Informationen zuerst über die Presse in die Öffentlichkeit gekommen seien und übte dann Kritik an der Saarbrücker Zeitung: "Ebenso unglücklich war ich über die Pressemeldung, dass die Ortspolizeibehörden zusammengelegt werden sollen. Wir sind gerade dabei, über die Interkommunale Zusammenarbeit zu reden, dann ist es nicht gut, wenn man vorher über die Presse darüber redet, was vielleicht an irgendeiner Stelle angedacht ist. Das macht keinen Sinn."

Mitte Januar hatte die SZ über die Idee des Zusammenlegens der Ortspolizeibehörden berichtet. Grundlage war ein Gespräch mit dem Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher (CDU ), der geschildert hatte, dass das Innenministerium in Köllerbach gern ein "saarlandweites Vorzeigeprojekt" verwirklichen würde, sprich: Wenn die PI Köllertal dort eingezogen ist, sollen möglicherweise in einem zweiten Schritt auch die Ortspolizeibehörden der drei Köllertal-Kommunen in dem Gebäude untergebracht werden, dann wären Vollzugs- und Ortspolizeibehörden fürs ganze Köllertal unter einem Dach.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort