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Einblick in Urgroßmutters Lebenswelt

Einblick in Urgroßmutters Lebenswelt

In der Regel kennt man Fusionen ja eher aus der Geschäftswelt. Aber auch unter Vereinen ist das, mit viel Papieraufwand, möglich - sogar unter Heimatkundevereinen, die in verschiedenen Köllertaler Gemeinden beheimatet sind: Der Verein "Heimatstube Riegelsberg und Umgebung" ist im "Verein für Industriekultur und Geschichte Heusweiler-Dilsburg" aufgegangen, der jetzt auch nur noch "Verein für Industriekultur und Geschichte " heißt. Vorsitzender ist weiterhin Karl-Heinz Janson, Stellvertreter ist Norbert Krämer, der bisherige Vorsitzende des Heimatstubenvereins. Im Redaktionsgespräch schildern Janson, Krämer und Rüdiger Beres, bisher Stellvertretender Vorsitzender im Heimatkunde-Verein, die Hintergründe: Norbert Krämer, inzwischen 88 Jahre alt, hatte keinen Nachfolger gefunden. Krämer war 2003 nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch Ideengeber für den Heimatstuben-Verein gewesen, dessen Name genau genommen "Verein Heimatstube - Museum für Riegelsberg, Walpershofen und Umgebung", gelautet hatte. Schon damals, berichtet er, hatte er nicht für den Vorsitz kandidiert, weil er das Amt lieber einem Jüngeren überlassen wollte. Jetzt den Verein einfach auflösen wollte man natürlich auch nicht. Und da sich die Vorstands-Akteure beider Vereine schon eine geraume Weile kennen - nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit am "Köllertaler Jahrbuch", an dem mehrere Vereine mitwirken -, reifte der Gedanke, aus zwei Vereinen einen zu machen. "Ich habe auch gleich mit Bürgermeister Klaus Häusle über die Idee gesprochen", sagt Norbert Krämer. Denn der Verein hatte mit der Gemeinde Riegelsberg Verträge, etwa über die Räume in der ehemaligen Nähschule. Dort lagern zahlreiche heimatkundlich interessante Sammlerstücke, wie etwa eine komplette Küche von 1914, die Einrichtung eines alten Frisiersalons oder auch ein alter Webstuhl. Der Dilsburger Verein hatte etwa 45 Mitglieder, jetzt hat man gemeinsam 80 Mitstreiter. Das Durchschnittsalter liege - geschätzt - bei etwa 60 Jahren. Aber das sei nun mal so, dass sich die Menschen meist erst in den späteren Lebensjahren für heimatkundliche Belange interessieren. Etwas mehr Interesse wünscht sich Janson auch in der Politik. So seien in den Haushalten der Kommunen für Sport und Kultur Gelder bereitgestellt, aber nicht für die Heimatkunde. Besonders schön wäre natürlich ein kleines Heimatkundemuseum für das Köllertal. Aber Janson bleibt Realist: Das könne man vielleicht erreichen, wenn wirklich alle Köllertaler Heimat-Vereine in dieser Sache an einem Strang zögen. Aber nicht mit einem Verein alleine. Für das neue Jahr hat der Verein so einiges geplant, darunter auch wieder mehrere Veröffentlichungen. Und es ist zwar noch nicht ganz spruchreif, aber zum "Tag des offenen Denkmals" am 6. August würde man gerne wieder den Förderturm in Dilsburg für Besucher öffnen und die Gelegenheit auch zu einem kleinen "Willkommensfest" für den dann ehemaligen Heimatstubenverein nutzen. industriekultur-heusweiler.de

In der Regel kennt man Fusionen ja eher aus der Geschäftswelt. Aber auch unter Vereinen ist das, mit viel Papieraufwand, möglich - sogar unter Heimatkundevereinen, die in verschiedenen Köllertaler Gemeinden beheimatet sind: Der Verein "Heimatstube Riegelsberg und Umgebung" ist im "Verein für Industriekultur und Geschichte Heusweiler-Dilsburg" aufgegangen, der jetzt auch nur noch "Verein für Industriekultur und Geschichte " heißt. Vorsitzender ist weiterhin Karl-Heinz Janson, Stellvertreter ist Norbert Krämer, der bisherige Vorsitzende des Heimatstubenvereins.

Im Redaktionsgespräch schildern Janson, Krämer und Rüdiger Beres, bisher Stellvertretender Vorsitzender im Heimatkunde-Verein, die Hintergründe: Norbert Krämer, inzwischen 88 Jahre alt, hatte keinen Nachfolger gefunden. Krämer war 2003 nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch Ideengeber für den Heimatstuben-Verein gewesen, dessen Name genau genommen "Verein Heimatstube - Museum für Riegelsberg, Walpershofen und Umgebung", gelautet hatte. Schon damals, berichtet er, hatte er nicht für den Vorsitz kandidiert, weil er das Amt lieber einem Jüngeren überlassen wollte.

Jetzt den Verein einfach auflösen wollte man natürlich auch nicht. Und da sich die Vorstands-Akteure beider Vereine schon eine geraume Weile kennen - nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit am "Köllertaler Jahrbuch", an dem mehrere Vereine mitwirken -, reifte der Gedanke, aus zwei Vereinen einen zu machen.

"Ich habe auch gleich mit Bürgermeister Klaus Häusle über die Idee gesprochen", sagt Norbert Krämer. Denn der Verein hatte mit der Gemeinde Riegelsberg Verträge, etwa über die Räume in der ehemaligen Nähschule. Dort lagern zahlreiche heimatkundlich interessante Sammlerstücke, wie etwa eine komplette Küche von 1914, die Einrichtung eines alten Frisiersalons oder auch ein alter Webstuhl.

Der Dilsburger Verein hatte etwa 45 Mitglieder, jetzt hat man gemeinsam 80 Mitstreiter. Das Durchschnittsalter liege - geschätzt - bei etwa 60 Jahren. Aber das sei nun mal so, dass sich die Menschen meist erst in den späteren Lebensjahren für heimatkundliche Belange interessieren.

Etwas mehr Interesse wünscht sich Janson auch in der Politik. So seien in den Haushalten der Kommunen für Sport und Kultur Gelder bereitgestellt, aber nicht für die Heimatkunde. Besonders schön wäre natürlich ein kleines Heimatkundemuseum für das Köllertal. Aber Janson bleibt Realist: Das könne man vielleicht erreichen, wenn wirklich alle Köllertaler Heimat-Vereine in dieser Sache an einem Strang zögen. Aber nicht mit einem Verein alleine.

Für das neue Jahr hat der Verein so einiges geplant, darunter auch wieder mehrere Veröffentlichungen. Und es ist zwar noch nicht ganz spruchreif, aber zum "Tag des offenen Denkmals" am 6. August würde man gerne wieder den Förderturm in Dilsburg für Besucher öffnen und die Gelegenheit auch zu einem kleinen "Willkommensfest" für den dann ehemaligen Heimatstubenverein nutzen.

industriekultur-heusweiler.de

Alles Handarbeit: Ein Puppenwagen mit geflochtenem Korb.
Ein Blick in Urgroßvaters Kleiderschrank. Auch das „Nachtgeschirr“ (oben im Regal) darf nicht fehlen.
Karl-HeinzJanson
Die Mignon, eine der ersten Schreibmaschinen, von 1904 bis 1934 von der Firma AEG gebaut, (hier ein frühes Modell).
Norbert Krämer, letzter Vorsitzender des Heimatstubenvereins und nun zweiter Vorsitzender des Vereins für Industriekultur und Geschichte, umgeben von den Bestandteilen einer alten Schuster-Werkstatt.
Beim Riegelsberger Heimatstubenverein konnte man auch spinnen – jedenfalls gibt es auch eine Spinnrad-Sammlung.

Zum Thema:

Auf einen BlickDer Verein für Industriekultur und Geschichte hat durch die Vereinigung mit dem Heimatstuben-Verein Walpershofen automatisch auch ein breiteres Spektrum bekommen. Der ursprüngliche Verein - noch mit der Ergänzung "Heusweiler-Dilsburg" im Vereinsnamen - war am 14. Januar 2006 gegründet worden. Als Bereiche, mit denen sich der Verein insbesondere befasste, wurden auf der Internetseite des Vereins genannt: "Themen der Lokalgeschichte, die mit der industriellen und kulturellen Vergangenheit der Region, insbesondere in den letzten 200 Jahren, in Verbindung stehen." Besonders setze man sich "für den Erhalt und die Pflege der bergbaulichen Zeugnisse der ehemaligen Grube Dilsburg ein". Unabhängig davon sind als Vereinsziele angegeben: Veröffentlichungen, Vorträge und Ausstellungen, Sammeln von Exponaten, Sammeln von Bildern und Dokumenten, Teilnahme an Tagungen und Veranstaltungen, Zusammenarbeit mit ähnlichen Organisationen sowie Beratung in denkmalpflegerischen Dingen. mr