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Ein Sieg zum Abschied

Holz. Die Zweitliga-Volleyballerinnen des TV Holz haben sich im letzten Saison-Heimspiel mit einem 3:2-Sieg gegen die TG Bad Soden nicht nur von 300 Fans verabschiedet – Leistungsträgerin Steffi Höwer beendete ihre Karriere. Dieter Gräbner

In einem heiß umkämpften Spiel haben die Prowin Volleys TV Holz in der 2. Volleyball-Bundesliga der Frauen die TG Bad Soden mit 3:2 (25:14, 18:25, 28:26, 22:25, 15:8) besiegt und den Tabellenelften auf Distanz gehalten. Holz spielte am Samstag im letzten Saison-Heimspiel spektakulär gut im ersten Satz, vergeigte im zweiten Satz aber eine Vier-Punkte-Führung. Der Tabellenachte gewann einen schon verloren geglaubten dritten Satz, brach im vierten Satz nach einer 19:13-Führung ein und gewann den Tiebreak souverän. "Wir haben viele Aufschläge verschenkt und den Gegner damit stark gemacht. Zum Glück hat es noch gereicht. Wir haben als Aufsteiger zehn Spiele gewonnen. Das hätte uns vor der Saison keiner zugetraut. So kann man abtreten", sagte Steffi Höwer, die ihre Karriere nach diesem Spiel beendete.

Holz musste auf Außenangreiferin Denise Linz verzichten, die sich im Training verletzt hatte. Für sie kam die 18-jährige Alica Zimmer ins Team und machte ein ganz starkes Spiel. Noch stärker begann Svenja Conrad, die Holz im ersten Satz mit zwei Assen 2:0 in Führung brachte. Conrad (drei), Maike Herrmann (zwei), Zimmer und Höwer (jeweils einen) legten in diesem ersten Satz insgesamt sieben Asse hin und hatten großen Anteil daran, dass Holz die Gäste mit 25:14 vom Parkett fegte. Da konnte es sich Trainerin Doris Wandel sogar erlauben, der 16-jährigen Zuspielerin Leonie Dewes ihr Zweitliga-Heimdebüt zu ermöglichen.

Auch den zweiten Satz begann Holz bärenstark, führte bis zum 11:7 ständig und brach dann ein. Während Holz nur noch sieben Punkte machte, holte Bad Soden 18 und gewann den Satz. Der Grund: Die Aufschläge des TV Holz wurden immer schlechter, die Annahme fabrizierte Fehler und der Angriff blieb harmlos. Das ging auch in Satz drei so weiter, in dem Bad Soden ständig in Führung lag. Beim Stand von 13:19 aus Holzer Sicht schien der Satz verloren. Dann jedoch drehte Holz in der ausverkauften Halle, und von 300 Zuschauern fantastisch unterstützt, noch mal auf, kämpfte leidenschaftlich und wehrte mehrere Satzbälle ab. Lisa Riedel machte mit einem Ass den Sack zum 28:26 zu.

Im vierten Satz führte Holz kurz vor Schluss 19:13, der Dreier schien klar zu sein, doch dann der Einbruch: Nichts ging mehr, der Satz wurde 22:25 verloren. Doch im Tiebreak wirkte Holz wieder souverän, die Aufschläge waren brillant und Conrad sowie Riedel fabrizierten drei Asse, ehe Maike Herrmann mit einem Gewaltschlag von links den ersten Matchball zum 15:8 verwandelte. "In Satz zwei und vier war unsere Angabe nicht mehr präzise, und am Netz bekamen wir die Bälle um die Ohren geschlagen, vor allem über deren linke Angriffsseite haben wir Bad Soden nicht in den Griff bekommen. Aber am Schluss kam wieder unsere Angabe, wir haben wieder Druck gemacht und verdient gewonnen", bilanzierte Doris Wandel. Denise Linz wusste, bei wem man sich zu bedanken hatte: "Danke an das Publikum. Das hat uns heute den Sieg beschert."