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Ein Paradies für 46 verstoßene Tiere

Ein Paradies für 46 verstoßene Tiere

Neugierig begrüßt Ziegenbock Hansi jeden Besucher, der sich dem Tor zum Animal Garden von Familie Braun in Eiweiler nähert. Aufgeschlossen nimmt er die kleinen Leckereien an und fordert vehement seine Streicheleinheiten ein. Und das, obwohl es Hansi in der Vergangenheit alles andere als gut ging. Zusammen mit seiner Dame des Hauses, Selly, und einem Hängebauchschwein lebte er in einer gerade mal zwei Quadratmeter großen Hütte. Statt Gras gab es nur ein Schlammloch. "Wohl vor lauter Hunger hat das Schwein schließlich Hansis Ohr angeknabbert", sagt Lothar Braun. Mit seiner Frau Jutta versorgt er auf einem etwa 2,4 Hektar großen Grundstück in Eiweiler derzeit 46 Tiere. Und es ist ein richtig munteres Treiben, das sich von der Gartenlaube aus bietet: Schafe , Ziegen , Laufenten, Hühner, sie alle leben einträchtig zusammen. Mittendrin Jutta Braun. Sie füttert gerade die Ziegen und Schafe mit Äpfeln und Möhren. "Schauen Sie, das ist ein absolut seltener Moment, normalerweise sind diese Ziegen hier sehr scheu, doch heute fressen sie aus meiner Hand", sagt sie erfreut. In letzter Sekunde haben die Brauns diesen drei Huftieren das Leben gerettet. Sie sollten auf einer Wiese bei Köllerbach erschossen werden. "Alle unsere Tiere haben ihre eigene Geschichte", sagt Lothar Braun. Auch Federvieh wird, wie er erzählt, von vielen Menschen nicht artgerecht gehalten. "Die Hühner haben wir aus einem Geisterhaus geholt, die Besitzer waren längst über alle Berge, viele Hühner bereits verhungert. Wir haben die überlebenden Tiere gerettet", erzählt Lothar Braun. Seit gut sechs Jahren geben Jutta und Lothar Braun, bekennende Vegetarier, auf ihrem Gelände hinter ihrem Wohnhaus in Eiweiler "ausgemusterten" Tieren das Gnadenbrot. "Ich habe meine Liebe zu den Tieren schon als Kind entdeckt, erinnere mich, wie ich mal mit Katzenbabys in meiner Schürze nach Hause lief", erzählt Jutta Braun. Und so gab es vor sechs Jahren auch keinen Moment des Zögerns, als für zwei gut 14 Jahre alte Schafe aus der Nachbarschaft, "Brauni" und "Pumuckl ", ein Altersruhesitz gesucht wurde. "Damals hätten wir uns aber niemals vorstellen können, was sich aus dieser Übernahme entwickelt", sagt Lothar Braun. Nach und nach zogen immer weitere herrenlose Schafe , Ziegen und Kaninchen bei den Brauns ein. Daneben entstanden in liebevoller Kleinarbeit die Stallungen für die Tiere, hier lässt Jutta Braun ihrer künstlerischen Ader freien Lauf. So hat auch Hütehund Robin seine handbemalte Hütte. "Selbst unser Bordermischling hat seine Geschichte. Seine Mutter kommt aus dem Tierheim und wurde trächtig vermittelt. Die neuen Besitzer staunten nicht schlecht, als der Wurf kam. So haben wir unseren Hund als Welpe aus dem Dillinger Tierheim", erzählt Jutta Braun. Auch die vier Katzen , darunter Robins große Liebe Kater Casanova, kommen aus dem Tierheim. "Sie lebten zusammen auf einem Bauernhof, doch vermitteln Sie mal vier Katzen an einen Halter", sagt Jutta Braun. Weitervermitteln wollen Brauns die Tiere nicht, dafür ihren Lebensabend so angenehm wie möglich gestalten. Stundenlang könnte man den Tieren zusehen, alle wirken zufrieden, selbst die kleinen Machtkämpfe zwischen den Ziegenmädchen Selly und Pünktchen sind eine lustige Spielerei, die vier Laufenten mit Erpel Ferdinand an der Spitze gleichen einem Comic. Der Besuch endet nicht ohne einen Blick in das Gehege der Kaninchen . Dort trollt sich Sternchen mit ihren Artgenossen. "Ja, Sternchen geht es auch zwei Jahre nach ihrer Rettung aus dem Schuhkarton gut", betont Jutta Braun. Dann geht es ans Einsammeln der Tiere, denn über Nacht bleiben sie in den Stallungen, ehe es am nächsten Morgen in aller Frühe heißt, 46 Tiere zu füttern. Danach wird das Gelände in Schuss gebracht. "So zwischen fünf und acht Stunden brauchen wir täglich, um uns um alles zu kümmern. Dabei benötigen wir im Jahr etwa 400 Ballen Heu, mehrere Zentner Körnerfutter und vieles mehr", sagt Lothar Braun. Als Lohn erhalten beide dafür dankbare Tiere in einer wunderschönen Umgebung. Vor einigen Wochen wurden die Brauns beim Fund von drei verletzten Rehkitzen kontaktiert. "Zweifelsohne war die Versorgung dieser Tiere, die Bisswunden hatten, bisher die schwierigste Aufgabe", sagt Lothar Braun. Er steht in Kontakt mit dem Verein Vitas, einer Organisation für Wildtiere. Als Ersatzmama für die verletzten Rehe fungierte in den ersten Wochen Jutta Braun. Sie sagt: "Das jüngste Tier, Stella, hat nur an meinem Ohrläppchen getrunken, das ich zuvor mit Honig eingerieben habe. Die Folge war ein rotes Ohrläppchen, aber ein sattes und zufriedenes Kitz." Lothar Braun warnt davor, sich Schafe und Ziegen als Rasenmäher-Ersatz zu halten: "Oft sind die Grundstücke viel zu klein, da haben die Tiere das Gras nach einer Woche abgefressen. Dann heißt es, Futter zu kaufen, sonst knabbern sie die Bäume an. Und fressen die Tiere etwa faules Obst, werden sie krank, der Tierarzt muss kommen", erklärt Experte Lothar Braun.

Neugierig begrüßt Ziegenbock Hansi jeden Besucher, der sich dem Tor zum Animal Garden von Familie Braun in Eiweiler nähert. Aufgeschlossen nimmt er die kleinen Leckereien an und fordert vehement seine Streicheleinheiten ein. Und das, obwohl es Hansi in der Vergangenheit alles andere als gut ging. Zusammen mit seiner Dame des Hauses, Selly, und einem Hängebauchschwein lebte er in einer gerade mal zwei Quadratmeter großen Hütte. Statt Gras gab es nur ein Schlammloch. "Wohl vor lauter Hunger hat das Schwein schließlich Hansis Ohr angeknabbert", sagt Lothar Braun.

Mit seiner Frau Jutta versorgt er auf einem etwa 2,4 Hektar großen Grundstück in Eiweiler derzeit 46 Tiere. Und es ist ein richtig munteres Treiben, das sich von der Gartenlaube aus bietet: Schafe , Ziegen , Laufenten, Hühner, sie alle leben einträchtig zusammen. Mittendrin Jutta Braun. Sie füttert gerade die Ziegen und Schafe mit Äpfeln und Möhren. "Schauen Sie, das ist ein absolut seltener Moment, normalerweise sind diese Ziegen hier sehr scheu, doch heute fressen sie aus meiner Hand", sagt sie erfreut. In letzter Sekunde haben die Brauns diesen drei Huftieren das Leben gerettet. Sie sollten auf einer Wiese bei Köllerbach erschossen werden. "Alle unsere Tiere haben ihre eigene Geschichte", sagt Lothar Braun.

Auch Federvieh wird, wie er erzählt, von vielen Menschen nicht artgerecht gehalten. "Die Hühner haben wir aus einem Geisterhaus geholt, die Besitzer waren längst über alle Berge, viele Hühner bereits verhungert. Wir haben die überlebenden Tiere gerettet", erzählt Lothar Braun.

Seit gut sechs Jahren geben Jutta und Lothar Braun, bekennende Vegetarier, auf ihrem Gelände hinter ihrem Wohnhaus in Eiweiler "ausgemusterten" Tieren das Gnadenbrot. "Ich habe meine Liebe zu den Tieren schon als Kind entdeckt, erinnere mich, wie ich mal mit Katzenbabys in meiner Schürze nach Hause lief", erzählt Jutta Braun.

Und so gab es vor sechs Jahren auch keinen Moment des Zögerns, als für zwei gut 14 Jahre alte Schafe aus der Nachbarschaft, "Brauni" und "Pumuckl ", ein Altersruhesitz gesucht wurde. "Damals hätten wir uns aber niemals vorstellen können, was sich aus dieser Übernahme entwickelt", sagt Lothar Braun. Nach und nach zogen immer weitere herrenlose Schafe , Ziegen und Kaninchen bei den Brauns ein. Daneben entstanden in liebevoller Kleinarbeit die Stallungen für die Tiere, hier lässt Jutta Braun ihrer künstlerischen Ader freien Lauf. So hat auch Hütehund Robin seine handbemalte Hütte.

"Selbst unser Bordermischling hat seine Geschichte. Seine Mutter kommt aus dem Tierheim und wurde trächtig vermittelt. Die neuen Besitzer staunten nicht schlecht, als der Wurf kam. So haben wir unseren Hund als Welpe aus dem Dillinger Tierheim", erzählt Jutta Braun. Auch die vier Katzen , darunter Robins große Liebe Kater Casanova, kommen aus dem Tierheim. "Sie lebten zusammen auf einem Bauernhof, doch vermitteln Sie mal vier Katzen an einen Halter", sagt Jutta Braun. Weitervermitteln wollen Brauns die Tiere nicht, dafür ihren Lebensabend so angenehm wie möglich gestalten. Stundenlang könnte man den Tieren zusehen, alle wirken zufrieden, selbst die kleinen Machtkämpfe zwischen den Ziegenmädchen Selly und Pünktchen sind eine lustige Spielerei, die vier Laufenten mit Erpel Ferdinand an der Spitze gleichen einem Comic.

Der Besuch endet nicht ohne einen Blick in das Gehege der Kaninchen . Dort trollt sich Sternchen mit ihren Artgenossen. "Ja, Sternchen geht es auch zwei Jahre nach ihrer Rettung aus dem Schuhkarton gut", betont Jutta Braun. Dann geht es ans Einsammeln der Tiere, denn über Nacht bleiben sie in den Stallungen, ehe es am nächsten Morgen in aller Frühe heißt, 46 Tiere zu füttern. Danach wird das Gelände in Schuss gebracht. "So zwischen fünf und acht Stunden brauchen wir täglich, um uns um alles zu kümmern. Dabei benötigen wir im Jahr etwa 400 Ballen Heu, mehrere Zentner Körnerfutter und vieles mehr", sagt Lothar Braun. Als Lohn erhalten beide dafür dankbare Tiere in einer wunderschönen Umgebung.

Vor einigen Wochen wurden die Brauns beim Fund von drei verletzten Rehkitzen kontaktiert. "Zweifelsohne war die Versorgung dieser Tiere, die Bisswunden hatten, bisher die schwierigste Aufgabe", sagt Lothar Braun. Er steht in Kontakt mit dem Verein Vitas, einer Organisation für Wildtiere. Als Ersatzmama für die verletzten Rehe fungierte in den ersten Wochen Jutta Braun. Sie sagt: "Das jüngste Tier, Stella, hat nur an meinem Ohrläppchen getrunken, das ich zuvor mit Honig eingerieben habe. Die Folge war ein rotes Ohrläppchen, aber ein sattes und zufriedenes Kitz." Lothar Braun warnt davor, sich Schafe und Ziegen als Rasenmäher-Ersatz zu halten: "Oft sind die Grundstücke viel zu klein, da haben die Tiere das Gras nach einer Woche abgefressen. Dann heißt es, Futter zu kaufen, sonst knabbern sie die Bäume an. Und fressen die Tiere etwa faules Obst, werden sie krank, der Tierarzt muss kommen", erklärt Experte Lothar Braun.

Zum Thema:

Auf einen BlickKarin Marquardt, eine gute Freundin von Jutta Braun, verfolgt schon seit langer Zeit das Engagement von Familie Braun. Mit Animal Garden hat sie dem Gnadenhof nun einen passenden Namen gegeben, sie will mit einem neu gegründeten Freundeskreis den Brauns finanziell, aber auch kräftemäßig helfen. Mit einem Beitrag von fünf Euro als Patenschaft oder einer einmaligen Spende kann der Animal Garden finanziell unterstützt werden, gesucht werden aber auch ehrenamtliche Helfer, die ein wenig Zeit übrig haben. cim Weitere Infos gibt es bei Jutta und Lothar Braun, Zum Vogelsborn 46, 66265 Heusweiler-Eiweiler, Telefon (0 68 06) 1 37 37.