1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Heusweiler

Ein Hexennacht-Streich, der’s gut meint mit Heusweiler Kindern

Gegen Auto-Gedrängel vor der Schule : Ein Hexennacht-Streich, der’s gut meint mit Schülern

Eltern sollten ihre Kinder nicht bis in die Klasse fahren, mahnen originelle „Verkehrsschilder“ an der Heusweiler Grundschule.

Ein Problem, das man an vielen Schule findet: Manche Eltern – nicht nur von Erstklässlern – würden ihre Kinder morgens am liebsten bis ins Schulgebäude hinein fahren. So führt die Sorge um den eigenen Nachwuchs dazu, dass  der morgendliche „Bringverkehr“ zu unübersichtlichen, mitunter gefährlichen Situationen führt – zumal die Zubringer-Straßen oft beengt sind.

An der Grundschule Heusweiler im Ortsteil Dilsburg haben Unbekannte die Hexennacht genutzt, um auf originelle Weise auf das Problem aufmerksam zu machen und die „Bring-Eltern“ zur Rücksichtnahme zu mahnen, indem sie dort zwei mit Humor gestaltete „Verkehrsschilder“  angebracht haben.  Eines kennzeichnet – in Anlehnung an die „Park & Ride“-Plätze – einen „Kiss & Ride“-Platz, was wohl heißen soll: Gib deinem Kind schon hier ein Abschiedsküsschen und lass es den Rest des Wegs zu Fuß zurücklegen. Das zweite Schild ist mit einem „offiziellen“ Haltestellen-Symbol, aber auch mit einem fröhlichen Cartoon-Löwen versehen und trägt die Aufschrift: „Hol- und Bringzone Grundschule – ab hier zu Fuß“.

Schulelternsprecher Olaf Quirin freut sich jedenfalls über die kreativen „Hexen“ – „zu dem leidigen Thema gab es bei uns auch mal einen Elternbrief, der hat aber nicht viel genutzt“, vielleicht schaffe ja der plakative Hinweis das nötige Bewusstsein bei den Eltern. Jedenfalls sei die kleine Sackgasse – eine schmale Stichstraße zu den Lehrerparkplätzen – morgens immer stark befahren, und im Winter werde da auch schon mal mit vereisten Scheiben und somit halb blind gewendet, „und dem ein oder anderen scheint dann plötzlich einzufallen, dass er in fünf Minuten im Büro sein muss – so wie da manchmal beschleunigt wird“. Dabei gebe es im Umfeld von 100, 200 Metern genügend Möglichkeiten, die Kinder abzusetzen und auch Schulweghelfer.

Die echt falsche „Hol- und Bringzone Grundschule“. Foto: BeckerBredel

Die Fachzeitschrift „News4Teachers“ machte zudem auf den Irrglaube aufmerksam, dass es im Auto für die Kinder sicherer sei: „Für Grundschulkinder ist es, den Zahlen der deutschen Verkehrswacht zu Folge, genauso gefährlich zur Schule mit dem Auto gebracht zu werden, wie zu Fuß zu gehen. Eltern von werdenden Erstklässlern sollen ihre Kinder daher schon früh auf den Schulweg vorbereiten.“ Etwa ein gutes Drittel, der Sechs- bis Zehnjährigen, die in einen Unfall verwickelt sind, würden demnach selbst im Pkw sitzen, etwa ein  Drittel sei zu Fuß, der Rest auf dem Fahrrad unterwegs.