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Vom Wetter gequälte Ackerböden: Ein blaues Auge für die Feldfrucht

Vom Wetter gequälte Ackerböden : Ein blaues Auge für die Feldfrucht

Das Getreide auf den Feldern hat die lange Trockenheit im Frühling glimpflich überstanden. Allerdings könnte jetzt der viele Regen für Qualitätseinbußen sorgen.

Regen, Regen und nochmal Regen ... Aus jetziger Perspektive herrscht ganz und gar kein Wassermangel. Doch was Landwirten eher Sorgen bereitete, ist weniger das derzeit viele Wasser von oben, sondern die lange trockene Phase vor der „Regenzeit“.

Die lang anhaltende regenarme Zeit im Frühjahr ließ die Bauern der Region das Schlimmste für den Wuchs von Gras und Getreide befürchten. Und wie erwartet, gab es bei den ersten beiden Grasschnitten geringere Erträge als 2016. Doch bei anderen Erträgen gibt es Aufatmen: Raps und Getreide von Bauer Karl Josef Brück in Obersalbach haben jedenfalls unter der Trockenheit weniger gelitten als befürchtet.

Genau wie alle Pflanzen benötigen auch die Feldfrüchte wie Gras, Gerste, Roggen, Weizen und Mais Feuchtigkeit zum Keimen und wachsen. Da es in diesem Jahr zwischen Januar und April kaum regnete, wuchs das Gras in den Köllertaler Wiesen anfänglich nicht so üppig. Landwirt Brück stellte beim ersten und zweiten Grasschnitt einen deutlich geringeren Ertrag als in „normalen“ Jahren fest. „Gott sei Dank folgten im Juni und Juli starke Regenfälle, die dem Grünland gut taten. Wenigstens der dritte Schnitt brachte und bringt die erhoffte Menge an Silage“, so die frohe Botschaft des Bauern.

Die Raps- und Getreidebestände des Obersalbacher Landwirtes haben die Trockenphase besser überstanden, als er im Frühjahr befürchtet hatte. Nachdem er in den vergangenen Tagen die Ernte beendet hat, stellte er bei der Ölfrucht Raps sowie bei den Brotgetreidesorten Roggen und Weizen nur leichtere Ertragseinbußen im Vergleich zum vorigen Jahr fest.

Für den Mais, der nun hoch auf den Feldern steht, sei der Regen gerade noch rechtzeitig gekommen, wie an der Höhe der Pflanzen und den kräftig ausgebildeten Fruchtkolben zu sehen sei.

Brück weist jedoch darauf hin, dass die Regenfälle der vergangenen drei Wochen die Getreideernte verzögert und der Qualität des Korns geschadet hätten. „Wenn das Korn reif ist, muss es schnellstmöglich vom Acker“, so Brück. Die alte Bauernweisheit „Peter und Paul macht dem Korn die Wurzeln faul“ besagt, dass mit dem Namensfest der beiden Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni die Wachstumsphase des Getreides endet.