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Ein Dorfverein für Hirtel
Damit Hirtel lebendig bleibt

Blick auf das Heusweiler Örtchen Hirtel (in der Bildmitte), das erstmals einen Ortsverein hat.
Blick auf das Heusweiler Örtchen Hirtel (in der Bildmitte), das erstmals einen Ortsverein hat. FOTO: www.luftbilder-saarpfalz.de
Heusweiler. Nachdem es im Dorf keinen Löschbezirk mehr gibt, will ein neuer Verein für ein aktives Ortsgeschehen sorgen. Von Fredy Dittgen

Erstmals gibt es in dem kleinen Heusweiler Ortsteil Hirtel einen Verein: die Dorfgemeinschaft (DG) Hirtel e. V. Ihr Vorsitzender, Jürgen Welsch, stellte den Verein und seine Ziele in der jüngsten Heusweiler Ortsratssitzung vor. Gegründet wurde die DG am 4. Mai dieses Jahres. 41 Gründungsmitglieder gibt es. „Wir haben uns eine Satzung gegeben, haben es schon geschafft, in das Vereinsregister eingetragen zu werden, sind als gemeinnützig anerkannt und berechtigt, Spendenquittungen auszugeben“, sagte Welsch.


Hintergrund der Vereinsgründung war das Zusammenlegen der ehemaligen Feuerwehrlöschbezirke Heusweiler, Eiweiler und Hirtel, denn, so Welsch: „Die Hirteler Feuerwehr war die einzige gemeinnützige Gemeinschaft im Ort und hatte neben ihrer eigentlichen Aufgabe eine ganze Reihe von Dorfgemeinschaftsarbeiten übernommen.“ Im vierzigsten Jahr seines Bestehens ging der Löschbezirk Hirtel dann im neuen Löschbezirk Heusweiler-Mitte auf. „Damit gibt es in Hirtel keine Vereinsarbeit mehr, aber der Wunsch existierte, die Pflege der Dorfgemeinschaft aufrecht zu erhalten“, betonte Welsch.

Am 12. August hatte die DG bereits ihre erste Gemeinschaftsveranstaltung im wahren Sinn des Wortes auf den Weg gebracht: eine Wanderung zum Eiweiler Schützenhaus, an der 51 Personen teilgenommen hatten.



Ihre Aktivitäten will die DG jetzt ausbauen.Zunächst will der Verein das nun leerstehende Feuerwehrgerätehaus von der Gemeinde anmieten, um dort Senioren- und Kindernachmittage zu organisieren. Dafür wünscht sich die DG die Unterstützung des Heusweiler Ortsrates, und die wurde auch zugesagt.

„Ich finde es ganz toll, dass es in Hirtel Menschen gibt, die das Dorfleben aufrecht erhalten wollen“, sagte der Heusweiler Ortsvorsteher Helmut Maas (CDU). Ähnlich Hiltrud Heimes-Vogel (CDU), die zudem ergänzte: „Aber es werden Kosten anfallen, deshalb empfehle ich der Dorfgemeinschaft, den Mietantrag für das Gerätehaus schnell zu stellen, noch vor den anstehenden Haushaltsberatungen.“ Und Jörg Neuhardt (SPD) betonte: „Die Unterstützung der SPD hat die Dorfgemeinschaft.“

Für Verwirrungen sorgte Ulrich Steinrücken (NÖL): „Ich bin ja derjenige, der sich hier im Ortsrat am ehesten das Maul verbrennt“, begann er. Zunächst lobte er die Initiative der Dorfgemeinschaft und versprach, sie zu unterstützen, dann aber warnte er: „Ich will nur eine Sache zu bedenken geben: Wir verlieren überall in Deutschland jeden Tag Land. Für Wohnbebauung, für Gewerbegebiete, für dieses und jenes, wo keine Nahrungsmittel erzeugt werden können oder wo Wald fällt. Wir haben nur eine endliche Fläche zur Verfügung und müssen irgendwann Flächen recyclen. Das steht natürlich dem Ansinnen der Dorfgemeinschaft ein bisschen entgegen.“ Diese Aussage sorgte für Kopfschütteln und Stirnrunzeln. Heimes-Vogel widersprach Steinrücken: „Diese Bedenken habe ich nicht. In Hirtel wird ja nix neu gebaut oder zugepflastert.“ Und Alfred Michaelis (SPD) meinte: „Also ich sehe da überhaupt kein Problem.“ Steinrücken bestand auf seiner Warnung.

Hiltrud
Heimes-Vogel
Hiltrud Heimes-Vogel FOTO: Andreas Engel
Hirtel liegt eingebettet in einer beschaulichen Agrar-Landschaft. Auf halbem Weg zwischen den Heusweiler Ortsteilen Hirtel und Obersalbach steht, am Rande eines Getreidefeldes, das „Schäger’ch Kreuz“,1807 an Stelle eines noch älteren Wegekreuzes errichtet.
Hirtel liegt eingebettet in einer beschaulichen Agrar-Landschaft. Auf halbem Weg zwischen den Heusweiler Ortsteilen Hirtel und Obersalbach steht, am Rande eines Getreidefeldes, das „Schäger’ch Kreuz“,1807 an Stelle eines noch älteren Wegekreuzes errichtet. FOTO: Fred Kiefer
Helmut Maas, Ortsvorsteher von Heusweiler.
Helmut Maas, Ortsvorsteher von Heusweiler. FOTO: Andreas Engel