| 22:23 Uhr

Kappensitzung
„Doch einmal in jedem Jahr rasten wir aus“

Heusweilers Bürgermeister Thomas Redelberger fegte für die Niedersalbacher Narren im rosa Tutu über die Bühne. Er trat zusammen Michael Baer als „Der Long un der Kurz“ auf.
Heusweilers Bürgermeister Thomas Redelberger fegte für die Niedersalbacher Narren im rosa Tutu über die Bühne. Er trat zusammen Michael Baer als „Der Long un der Kurz“ auf. FOTO: Andreas Engel
Niedersalbach. Mit bitterbösen Pointen und hexenschussreifen Hebefiguren überzeugten die Niedersalbacher Narren ihr Publikum. Von Fredy Dittgen

PET ist ein Kürzel für Einwegflaschen und steht für „Putin, Erdogan und Trump“. Es gibt jetzt rotes Viagra. Das ist für zuhause und macht zehn Minuten blind. Das waren nur ein paar der närrischen Weisheiten, welche die Niedersalbacher Narren (NN) bei ihren Gala-Kappensitzungen am Freitag und Samstag im Bürgerhaus verkündeten. 180 Närrinnen und Narrhallesen am Freitag und 250 am Samstag rasten vor Begeisterung. 15 Bütten- und Bühnenbeiträge mit 70 Showtänzern, 20 Gesangstalenten und neun Büttenrednern – alle aus den Reihen der NN – sorgten jeweils fünf Stunden lang für Spaß und Unterhaltung.



Als Eisbrecher fungierten die „Stäänkaulsisters“ (Désirée Becker, Sibylle Lesch, Steffi Andres), die den Saal mit dem Salbacher Karnevalsschlager der Session in Stimmung brachten. Angelehnt an „Moskau“ von Dschingis Khan sangen sie: „Salbach, geil und ganz unscheinbar. Doch einmal in jedem Jahr rasten wir aus.“ Das 16-jährige Nachwuchstalent Iason Becker heizte diese Atmosphäre als „Bauer Heinrich“ noch mehr auf. Reimrednerin Conny Kraß, die „Tilla“ Eulenspiegel der Salbacher Faasend, hielt der Politik den Narrenspiegel vors Gesicht und bewies Fußballfachwissen, als sie die „saustarke Hammergruppe der deutschen Nationalmannschaft“ aufs Korn nahm: „Als Geeschner kumme Mexiko, Schweden un Südkorea aangefloo. Um die zu besiege hätt sich die AH des VfB Heusweiler niddemools umgezoo.“

Die Sparte „klassische Büttenrede mit Kokolores“ vertrat Markus Forster als Nachtwächter Paul. Als Forster einen ungeahnten Verwendungszweck von Eierhandgranaten demonstrierte, schrien sich die Narren weg.

Herausragend auch Steffi und Franziska Andres als Mutter und Tochter, die mit rotzfrechen Sprüchen die Facebook-Generation durch den Kakao zogen, während die Läster-Ehepaare Andres/Lesch (Luggi und Steffi Andres, Bruno und Sibylle Lesch) sich bitterböse Frechheiten an den Kopf warfen.

Top-Act des Abends war für viele der Auftritt von Bürgermeister Thomas Redelberger und Michael Baer als „Der Long un der Kurz“. Besucherin Christa Schönhofen wollte von unserer Zeitung wissen: „Gibt es irgendwo im Saarland noch so einen Bürgermeister?“ – Nein, uns ist kein Bürgermeister bekannt, der im rosa Tutu über die Bühne fegt und seinen Partner zu hexenschussreifen Hebefiguren zwingt.

Nicht zu vergessen die Gesangsgruppen und Ballette: Die Formation „Griehne Hiet“ singt und spricht Texte mit Witz und Verstand, mischt sie mit närrischem Spott und Feingeist und setzt köstliche Wortspiele ein. Ein Beispiel: Frauen sind wie Wirbelstürme. Wenn sie gehen nehmen sie Häuser und Autos mit.

Das NN-Männerballett pflegt eine uralte Fastnachtstradition: Während die meisten Männerballette heutzutage Themenshowtänze präsentieren, scheut sich das NN-Männerballett nicht, bärtige Männer in Frauenkleidern, mit Bierbäuchen und behaarten Haxen grazil über die Bühne schweben zu lassen – einfach köstlich. Und die Söhne Salbachs beherrschen das Genre „Stimmungslieder“ in Perfektion.

Wer sich selbst davon überzeugen will, hat dazu am Freitag, 2. Februar und Samstag, 3. Februar, jeweils ab 20 Uhr, zwei Chancen. Es gibt noch ein paar wenige Restkarten

Weitere Informationen gibt es bei Steffi Andres unter Telefon (0 68 06) 62 12.