Diese Damen haben's drauf

Kein Thema ist diesen Damen zu heiß. Das Homburger Frauenkabarett bedachte die Besucher in der Heusweiler Kulturhalle mit einer gut zweistündigen Lachkur.

Wenn Lachen die beste Medizin ist, dann müssten die Eintrittskarten zu den beiden Aufführungen des Homburger Frauenkabaretts am vergangenen Wochenende glatt von der Krankenkasse übernommen werden. Doch die Besucher mussten natürlich zahlen. Und die Frauen der SPD Heusweiler als Veranstalter überweisen einen Teil der Einnahmen an einen sozialen Zweck, in diesem Jahr an die Grundschule Heusweiler für zwei Projekte. Da dürfte der Eintrittspreis, den das in großer Überzahl weibliche Publikum für die gut zweistündige Lachkur zahlte, zu verschmerzen sein. Seit 18 Jahren, erzählt Anita Fritz, die bereits seit 1993 Vorsitzende der Frauengruppe in der Partei ist, sind die Damen aus Homburg alle zwei Jahre in Heusweiler zu Gast. "Anfangs waren wir im Rathaussaal, doch der platzte schnell aus allen Nähten. Nun können wir an zwei Abenden die Kulturhalle füllen", freut sich Anita Fritz.

Gleich zweimal vor ausverkauftem Haus spielten sich Heidi Hennen, Silke Müller, Ursula Pfeiffer-Anslinger, Birgit Schöndorf und Gisela Walter in die Herzen des Publikums. Und, so viel Zeit musste sein - das Programm wurde von den fünf Frauen vorab intensiv auf "Gender-Diskriminierung" geprüft. Schon die musikalische Eröffnung der Akteurinnen, bei denen, wie sollte es bei fünf Frauen auch anders sein, gerne mal eine aus der Reihe tanzte, strapazierte die Lachmuskeln des Publikums. Das schmunzelte mal verlegen bei "der Papst ist aus Sperma gemacht", lachte dann wieder prustend los, je nach Temperament und Witz.

Große Bühnenpräsenz

Eins bewiesen die fünf Damen mit ihrer absoluten Bühnenpräsenz: Ihnen ist kein Thema zu heiß. Nicht einmal die Männer wurden bei den Damen verschont, bekamen ihr Fett weg.

Hochaktuell zeigte sich das Frauenkabarett mit seiner Persiflage auf die Leihmutterschaft . Was passiert, wenn eine 57 Jahre alte Oma das Kind der eigenen Tochter austrägt und dabei mit ihrem breiten Homburger Platt die Festplatte beinahe zerstört, gefiel dem Publikum ebenso gut, wie die absolut gekonnt auf die Spitze getriebene Parodie eines typisch deutschen Mannes, der mit einer Thai sein Leben genießt. "Alles hat ein Ende, auch der Schorsch hat eins", sang die kleine "Watschi" und erntete dafür tosenden Beifall.

Den hatten sich die Frauen auch verdient, als sie erklärten, dass gerade Frauen zwischen 40 und 60 "sich irgendwo zwischen Gnadenlosigkeit und emphatischer Aufopferung in der Flüchtlingshilfe" bewegen. Das Homburger Frauenkabarett zeigte, dass es auch politisch Stellung bezieht, sorgte mit einem Lied über "Agrarminister - Schweinepriester" für Lacher bei den Gästen, aber auch mit der Werbekampagne "Bündnis Wohlsein - Die Blauen".