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Wetter-Statistik: Köllertal 2017
Die ungewöhnliche Wetterachterbahn 2017

Jörg Hoffmann an seiner Wetterstation in Eiweiler.
Jörg Hoffmann an seiner Wetterstation in Eiweiler. FOTO: Fred Kiefer
Eiweiler. (jh) Von seiner Eiweiler Wetterstation aus liefert uns Jörg Hoffmann nicht nur unsere wöchentlichen Wetterberichte, er wirft auch einen Blick auf die Wetter-Statistik des Vorjahres, die auch Ungewöhnliches zu Tage fördert. Von Jörg Hoffmann

(jh) Von seiner Eiweiler Wetterstation aus liefert uns Jörg Hoffmann nicht nur unsere wöchentlichen Wetterberichte, er wirft auch einen Blick auf die Wetter-Statistik des Vorjahres, die auch Ungewöhnliches zu Tage fördert.


2017 hat dem Köllertal wieder zahlreiche Kapriolen und Rekorde beschert – oft fühlten wir uns wie auf einer Achterbahn. Der Winter trumpfte im Januar 2017 noch mit strenger Kälte auf, während der Februar mild war (ganz anders also als in diesem Jahr). Das Frühjahr war von Rekorden gekennzeichnet, denn nach einem extrem warmen März folgte eine einmalige Trockenheit im April, ehe sich im Mai eine Hitzewelle wie im Hochsommer einstellte, die mit Temperaturen von 33 Grad zu einem Mai-Rekord geführt hat. Schließlich zeigte sich der Sommer zwar eher wechselhaft, gewittrig und nass, doch insgesamt warm mit vielen Hitzetagen. In der zweiten Jahreshälfte schien die Sonne weniger als üblich und der Herbst verlief regenreich mit einem kühlen September, der erstmals seit sieben Jahren keine Sommertage mehr gebracht hatte.

Die lange Serie der viel zu milden Jahre setzte sich auch 2017 fort – das Jahr war bei einem Mittelwert von 10,0 Grad um 1,1 Grad wärmer als die langjährige Norm. Sieben trockene Monate stehen fünf nassen gegenüber, und bis zum Juni hielt sich eine hartnäckige Trockenheit. Die zweite Jahreshälfte war regenreich und nur dank hoher Regensummen im November und Dezember wurde letztlich doch noch das sich im ganzen Jahr aufgebaute große Niederschlagsdefizit komplett ausgeglichen – bei einer Regensumme von 923 Liter auf den Quadratmeter wurde nahezu das Soll erreicht.



Der kälteste Januar seit 2010 war geprägt durch eine trockene Kälteperiode mit strengem Nachtfrost bis minus 11,5 Grad. Kurzzeitig hat Orkantief Egon den Winter am 13. Januar mit einer Milderung unterbrochen. Im Februar schien der Winter schon zu Ende zu sein, es war viel zu mild, und zeitweise war ein Hauch von Vorfrühling bei Temperaturen um 14 Grad zu spüren. Dann erlebten wir den wärmsten März seit es Wetteraufzeichnungen gibt; der Frühling hielt mit einer stabilen Schönwetterperiode rasch Einzug. Dabei kletterten die Höchstwerte am Monatsende bis 22 Grad. Doch ab der zweiten Aprilhälfte gab es einen herben Kälterückfall aus dem hohen Norden. Nachtfröste um minus 3 Grad schadeten vielerorts der Obstbaum-Blüte. Außerdem herrschte im April auch eine extreme Trockenheit – bei einer Regensumme von nur 4,5 Liter pro Quadratmeter wurde der April zum absolut trockensten Monat der Eiweiler Messreihe.

Der Mai präsentierte sich erst wechselhaft, doch zum Monatsende stellte sich eine eindrucksvolle Hitzewelle mit Temperaturen bis 33 Grad ein. Zu Junibeginn wurde es wechselhafter und kühler, bevor es ab dem zweiten Monatsdrittel hochsommerlich heiß wurde. Dabei trat am 20. Juni mit 35 Grad nicht nur der heißeste Tag des Jahres auf, sondern es war auch die höchste Juni-Temperatur der Messreihe. Eine lokale Unwetterfront über Teilen des Saarlandes leitete am 22. Juni einen Wetterwechsel mit Abkühlung ein. Im Juli wechselten sich Sonne, Hitze, Regen und Gewitter ab – der Schaukel-Sommer im Juli verlief zwar regenreich, immerhin traten aber auch sieben heiße Tage bei 30 bis 34 Grad auf. Im ebenfalls wechselhaften August wurde es kurzzeitig schon frühherbstlich-kühl bei 15 bis 17 Grad. Im letzten Augustdrittel verwöhnte uns jedoch die stabilste Schönwetterphase des ganzen Sommers mit sonnigen Spätsommertagen bei Höchstwerten bis 30 Grad. Der kühlste September seit 2010 verlief dagegen nass und unbeständig. Erst in der dritten Dekade bescherte der sonnige Altweibersommer angenehme Wärme von 18 bis 24 Grad.

Herbstlich und unbeständig startete der Oktober, doch noch vor der Monatsmitte gab sich der goldene Oktober mit wolkenlosen Tagen bei nochmals spätsommerlicher Wärme bis 24 Grad die Ehre. Gegen Monatsende setzte sich die atlantische Westlage mit Regen und kühler Luft durch – am 30. Oktober trat der erste Frost auf. Der November startete sehr mild mit Temperaturen bis 16 Grad, ehe im weiteren Verlauf kühles und nasses Herbstwetter bei einstelligen Temperaturen die Regie übernahm. Mit einer Regensumme von 141 Liter auf den Quadratmeter, was einem Überschuss von 64 Prozent entspricht, war der November der regenreichste Monat des Jahres.

Pünktlich zum Start in den Dezember wurde das Köllertal vom ersten Wintereinbruch überrascht. Bis zum dritten Advent wechselten sich kalte und milde Luftmassen ab, kurze Winter-Gastspiele mit Schnee wurden schnell wieder durch Tauwetter beendet. Ab Weihnachten wurde es zunehmend milder und windiger, so dass das Jahr 2017 mit Temperaturen um 12 Grad ungewöhnlich mild ausklang – in einem der trübsten Dezember der letzten Jahrzehnte.