Die Tiere waren die Stars

Das Numborner Bauernfest, von prächtigem Sommerwetter beschienen, ist in seiner Mischung aus Naturerlebnis, Technik- und Handwerksschau etwas besonderes im Saarland. Jung und Alt lieben es.

Ohrenbetäubend laut war es am Wochenende bei Andreas Müller , Bernhard Neises und Silvio Schütze. Die drei hatten ihre Zelte gleich nebeneinander auf der riesigen Festwiese des Bauernfestes in Numborn aufgeschlagen. Vor allem am Samstag kamen sie bei strahlendem Sonnenschein und fast 30 Grad im Schatten ganz schön ins Schwitzen. Denn die Männer hatten sich Arbeit mitgebracht. Neises war gerade dabei, einen Gorilla aus einem großen Holzstamm anzufertigen. Doch bei ihm und seinen Kollegen kam nicht etwa Schnitzwerkzeug zum Einsatz, vielmehr holten die Männer die Kettensäge zur Hand. "Und die verlangt nun mal Sicherheitsschuhe, entsprechende Kleidung und nicht zuletzt Brille und Gehörschutz ", erklärte er in einer kleinen Arbeitspause.

Für die Besucher beim neunten Bauernfest waren die zahlreichen Tiere, angefangen von kleinen Eulen bis hin zu lebensgroßen Wildschweinen, aber eben auch der Menschenaffe einer der zahlreichen Hingucker. Zwei Tage lang strömten die Besucher in den kleinen Heusweiler Ortsteil, die Hauptstraße, da gut mit Flatterband abgesperrt, blieb frei, die allermeisten Besucher nutzten die ausgeschilderten Parkplätze und sorgten so selbst für eine entspannte Atmosphäre. Hektik suchte man bei dem Fest, das alle zwei Jahre stattfindet, vergebens. Dafür sorgte allein schon das vielfältige Angebot an Speisen und Getränken, das zum Verweilen verführte. Doch es konkurrierte auch mit der großen Tierschau. Vor allem der Nachwuchs machte hier große Augen. "Schau mal, zwei Schweine", freute sich die elf Jahre alte Helena aus Spiesen-Elversberg. Sie war mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester nach Numborn gekommen. "Wir waren schon öfter hier, dieses Fest ist gerade für die Kinder einfach toll", sagte Mama Alexandra Rech.

Der Nachwuchs hatte in der Tat die Qual der Wahl, ein Besuch bei den Ziegen stand bei dem drei Jahre alten Paul aus Schwalbach an erster Stelle. Zusammen mit den Großeltern war er zum ersten Mal auf dem Bauernfest. "Es ist einfach die Mischung, die hier so besonders ist, man kann an Ständen vorbeibummeln, kann Tiere erleben, aber auch die vielen Traktoren anschauen, einfach toll", sagte Oma Beate Neis. Die Traktorschau, die hatte es Paul nach den Streicheleinheiten für die Ziegen als nächstes angetan. Ganz gemütlich hatte es sich Elfriede Giebel aus Primsweiler gemacht. Während ihr Mann den vielen Besuchern sein mobiles Sägewerk erläuterte, das ebenfalls beim Bauernfest zum Einsatz kam, hatte sie unter einem großen Baum einen Platz auf einer Bank ergattert. "Das Fest hier ist etwas ganz Besonderes. Wir alle sind hier inzwischen zu einer großen Familie geworden", erzählte sie. Und ohne einen kleinen Einkauf an den Ständen, verriet sie, würde sie auch in diesem Jahr nicht nach Hause fahren. Besonders einladend waren hier saarländische Spezialitäten wie etwa das Barockbrot oder der Ziegenkäse.