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Karl Heinz Janson verstorben
Die Heimat und ihre Geschichte immer fest im Blick

Karl Heinz Janson war ein über das Köllertal hinaus geachteter Heimatforscher.  Foto: M. Jungfleisch
Karl Heinz Janson war ein über das Köllertal hinaus geachteter Heimatforscher.  Foto: M. Jungfleisch FOTO: Monika Jungfleisch
Köllertal. Der engagierte Köllertaler Heimatforscher und Mitbegründer der NÖL Heusweiler, Karl Heinz Janson, ist gestorben.

Zahlreiche heimatkundliche Werke tragen seine Handschrift oder wären ohne ihn erst gar nicht erschienen. Karl Heinz Janson, der über das Köllertal hinaus bekannte Heimatforscher, ist am vergangenen Samstag gestorben. Just einen Tag nach der Vorstellung des Köllertaler Jahrbuchs 2017 – vor sechs Jahren hatte er die Reihe ins Leben gerufen. Bis zu seiner schweren Erkrankung im November betreute er das Jahrbuch alljährlich federführend als Redaktionsleiter. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in seiner Familie, aber auch in der fundierten Köllertaler Heimatforschung und in vielen Vereinen, in denen er oft als Vorsitzender oder im Vorstand aktiv war. Sein Herzensanliegen war es, Geschichten, Bilder und Anekdoten rund um seinen Heimatort zu sammeln, zu bewahren.


Karl Heinz Janson wurde 1945 in Berschweiler geboren, machte eine Lehre im Heizungs- und Sanitärbereich, studierte erfolgreich und wurde Diplom-Maschinenbauingenieur. Über 40 Jahre arbeitete er bei Michelin in Homburg. Sein Berufsweg führte ihn zu längeren Auslandsaufenthalten in Frankreich und Spanien.

Sein großes Interesse an der eigenen Geschichte und seinem direkten Umfeld weckte auch sein politisches Engagement – in der Jugend noch für die Junge Union. 1984 gründete er – im Vorfeld der damaligen Kommunalwahl – mit einer Handvoll Mitstreitern die NÖL, die Naturverbundene Ökologische Liste Heusweiler, die auf Anhieb in den Gemeinderat kam – Janson war viele Jahre der Fraktionssprecher. Er trat konsequent für Naturschutz und auch für mehr demokratische Mitbestimmung ein.



Als Heimatkundler hat Janson nicht zuletzt die Industriegeschichte, insbesondere die Bergbau- und Hüttengeschichte des Köllertals, aufgearbeitet; er hat über Bergmannsbauern, Prämienhäuser, Mühlen, Straßenbahnen, den Saarkohlenwald, Kriegserlebnisse, Ostarbeiter in Heusweiler und vieles mehr geschrieben.

Ob im Heimatkundlichen Verein Köllertal oder im Verein für Industriekultur und Geschichte, die er 1982 und 2006 mitgegründet hatte, oder in der Arbeitsgemeinschaft Köllertaler Jahrbuch, stets stand Karl Heinz Janson in der ersten Reihe und war Motor, Initiator, Ideengeber.

Aber auch im Obst- und Gartenbauverein, im Gesangsverein und im Verkehrsclub Deutschland sowie für die Städtepartnerschaft mit Orvault engagierte sich der gesellige, liebenswerte und beharrliche Dilsburger. Jüngst noch arbeitete er an der Gestaltung der 800-Jahr-Feier von Eiweiler mit.

Telefonate mit Janson waren stets lang und amüsant, er konnte herrlich Geschichten erzählen, Heimatkunde lebendig und spannend ins Bewusstsein seiner Zuhörer rücken. Viele Buchideen hatte er noch in Arbeit. Auch für die Saarbrücker Zeitung hat er häufig Beiträge über lokale historische Ereignisse geschrieben und half immer gern mit seinem historischen Wissen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Helga, die er 1974 heiratete, und seinen beiden Töchtern samt Familien. Die Trauerfeier ist am Freitag, 23. März, 14 Uhr, in der katholischen Kirche Heusweiler, anschließend Beisetzung.

Karl Heinz Janson (links) organisierte auch Führungen und Gedenk-Termine. Etwa das Jubiläum „200 Jahre Schloss Bietschied“ 2010, als er auch selbst, historisch gewandet als „armer Bauer“, Besucher führte.
Karl Heinz Janson (links) organisierte auch Führungen und Gedenk-Termine. Etwa das Jubiläum „200 Jahre Schloss Bietschied“ 2010, als er auch selbst, historisch gewandet als „armer Bauer“, Besucher führte. FOTO: Andreas Engel
Karl Heinz Janson.
Karl Heinz Janson. FOTO: Monika Jungfleisch
(mj)