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KSV Köllerbach besiegt AC Heusweiler: Die Gäste machen kurzen Prozess

KSV Köllerbach besiegt AC Heusweiler : Die Gäste machen kurzen Prozess

Ringer-Bundesligist AC Heusweiler hat das Derby gegen den KSV Köllerbach mit 7:20 verloren. Für Trainer Cakmak ist das aber kein Problem.

Dass Sport über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg verbindet, hat sich in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Heusweiler wieder einmal gezeigt. Etienne Kinsinger vom Ringer-Bundesligisten KSV Köllerbach hat beim Saarderby mit Händen, Füßen und in englischer Sprache eine Einladung zum Kadertraining an die Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken ausgesprochen. Und zwar an den Rumänen Teodor Horatau vom Gegner und Lokalrivalen AC Heusweiler, den Köllerbach mit 20:7 besiegte. „Ich kenne ihn von internationalen Turnieren“, erklärte Kinsigner: „Er ist ein richtig Guter.“

Wie gut Horatau ist, weiß nach dem Bundesliga-Kampf am vergangenen Samstag auch Kinsingers Mannschaftskollege Dennis Decker. In einem engen Kampf konnte der Heusweiler Ringer mit seinem 4:0-Erfolg zwei Mannschaftspunkte einfahren. „Das war ein ganz schwerer Kampf, Dennis ist unangenehm zu ringen“, sagte Horatau, der ergänzte: „Die Bundesliga ist auf hohem internationalem Niveau.“ Und dann demonstrierte der Rumäne noch seine Deutschkenntnisse: „Alles klar? Ich gehe schlafen.“

Nicht zum Gähnen war der Kampfabend für die knapp 400 Besucher. Andrij Shyyka brachte den KSV Köllerbach mit 2:0 in Führung. Der Freistil-Spezialist siegte gegen Pajtim Sefai in der Klasse bis 75 Kilogramm im griechisch-römischen Stil. „Eigentlich wollte ich erst 2019 die Stilart wechseln. Du kämpfst da aufrechter, kannst besser atmen“, scherzte Shyyka. Der 37-Jährige erklärte: „Aber ernsthaft: Wir trainieren natürlich auch den Standkampf. Und darum habe ich mich nach dem Ausfall von Timo Badusch ohne zu zögern in den Dienst der Mannschaft gestellt. Mannschaft ist, wenn einer für den anderen einsteht.“

Badusch war im Abschlusstraining umgeknickt. Und Gennadij Cudinovic musste wegen einer Virusinfektion kurzfristig absagen. Für ihn startete Alexander Geid aus Köllerbachs zweiter Mannschaft in der Freistil-Klasse bis 98 Kilogramm. Gegen Micheil Tsikovani, den Vize-Weltmeister im Beach-Ringen, stand er auf verlorenem Posten. Der Köllerbacher musste nach 68 Sekunden auf die Schultern.

„Die Jungs haben das toll gemacht“, freute sich Heusweilers Vorsitzender Bernd Weiland, „wir haben drei Kämpfe gewonnen. Damit konnte man nicht unbedingt rechnen“. Auch Publikumsliebling Stoyan Kubatov holte in der 71-Kilogramm-Klasse im griechisch-römischen Stil einen Mannschaftspunkt. Im Kampf gegen Marc-Antonio von Tugginer lag der Bulgare mit 0:12 zurück. Er schaffte innerhalb von nur zwei Minuten aber den Ausgleich. Da Kubatov den letzten Punkt machte, ging der Punkt den Regeln gemäß an den AC Heusweiler. Die Halle tobte. „Darüber werden wir reden müssen“, sagte Köllerbachs Mannschaftsverantwortlicher Thomas Geid, der keine Erklärung für den Einbruch seines Schützlings von Tugginer hatte.

Ansonsten gab es kaum etwas zu mäkeln bei den Gästen vom KSV Köllerbach. Der deutsche Meister Victor Lyzen siegte in der Klasse bis 57 Kilogramm Freistil technisch überlegen vorzeitig. Gleiches gilt für Heiki Nabi in der Klasse bis 130 Kilogramm im klassischen Stil gegen Akim Haouat. Und auch Heusweilers Halef Cakmak kam nicht über die Runden. Da half auch das Zittern von Ehefrau Nadine am Mattenrand nicht. Köllerbachs Alberts Jurcenko war in der Freistil-Klasse bis 80 Kilogramm der bessere Mann.

Klar mit 11:0 besiegte Nico Zarkone Heusweilers Nachwuchsringer Philipp Köhler in der Freistil-Klasse bis 66 Kilogramm. Dessen Mannschaftskollege Sebastian Janowski verschlief die erste Runde im Kampf gegen Köllerbachs Lazlo Szabo. Er lag in der Klasse bis 86 Kilogramm im griechisch-römischen Stil schnell mit 2:6 zurück. Die zweite Runde verlief ausgeglichen und ohne weitere Wertung.

Den vielleicht spannendsten Kampf des Abends lieferten sich an dessen Ende Babajan Ahmadi und Mihail Sava im Freistil bis 75 Kilogramm. Der Köllerbacher Sava führte bis 48 Sekunden vor Schluss. Dann setzte Ahmadi eine Beinschraube an – und ging mit 9:8 in Führung. Doch Sava, eigentlich ein 71-Kilogramm-Mann, konterte und schaffte zehn Sekunden vor dem Schlussgong noch den Sieg.

Am Ende hieß es 20:7 für den KSV Köllerbach – für den AC Heusweiler kein Beinbruch. „Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben am Ringen“, erläuterte AC-Trainer Cacan Cakmak: „Die Mannschaften, gegen die wir punkten können, kommen noch.“

Der AC Heusweiler ringt am kommenden Samstag um 19.30 Uhr beim TV Aachen-Walheim. Köllerbach geht erst wieder am 30. September auf die Matte. Dann erwartet der KSV um 19.30 Uhr den am vergangenen Wochenende kampffreien KV Riegelsberg.