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Das Köllertal-Wetter
Der Winter schleicht herum

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Zum Start in den Dezember sorgten die Tiefs Jadwiga und Kerrin für viel Regen im Köllertal, so dass an den ersten Tagen mit 59 Liter Regen pro Quadratmeter bereits drei Viertel des Monatssolls gefallen sind. Von Jörg Hoffmann

Mehrere Sturmtiefs über Europa bescheren uns nun ein klatschnasses, ungemütliches zweites Adventswochenende in sehr milder Luft. Ab Wochenbeginn wird auf der Rückseite der Sturmtiefs Polarluft angezapft, so dass sich der Winter im Verlauf der nächste Woche langsam von den Bergen bis ins Flachland heranpirschen kann.


Sturmtief Marielou führt am heutigen Freitag Regie, sein Frontensystem lenkt sehr milde Luft heran. Es ist bedeckt mit leichtem Regen und Höchstwerten von 10 bis 12 Grad. Nachmittags und abends sind kräftige Regenfälle und stürmische Böen zu erwarten. Am Samstag folgt der Höhentrog nach, bei wechselnder bis starker Bewölkung muss immer wieder mit schauerartigem Regen gerechnet werden. Es bleibt sehr windig mit starken Böen aus West, und die Temperaturen gehen auf Werte um 8 Grad zurück. In der kräftigen Westwindströmung entsteht in der Nacht zum Sonntag über dem Ärmelkanal das Sturmtief Nadiia, das über Benelux zur Nordsee zieht. Dabei kommt es zu ergiebigen Regen, es ist stark windig mit der Gefahr von Sturmböen, die Höchstwerte erreichen 8 bis 10 Grad.

Nach Abzug des Sturmtiefs bahnt sich zu Wochenbeginn eine Umstellung der Großwetterlage an, denn über dem Atlantik wölbt sich hoher Luftdruck nach Norden bis nach Island auf, wodurch die bislang aktive Westwindströmung blockiert wird. Im Zusammenspiel mit dem Tiefdrucksystem über Skandinavien stellt sich eine nördliche Strömung ein, mit der feuchte Polarluft nach Mitteleuropa geführt wird – der Winterzug scheint nun langsam Fahrt aufzunehmen. Es bleibt sehr wechselhaft, und der Montag bringt weitere Schauer bei Temperaturrückgang auf Werte um 5 Grad. Am Dienstag wird es noch etwas kälter bei 2 bis 4 Grad und die Niederschläge fallen teils als Regen, teils als Schneeregen. Nachts kann sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch eine Schneedecke bilden. Während der Mittwoch noch einzelne Schneeschauer bringt, ist es dann bis Freitag bei uns trocken, da sich eine Hochdruckzone über die Britischen Inseln nach Skandinavien verlagert. Es ist meist neblig-trüb bei null bis drei Grad.



Das Zünglein an der Waage für die Wetterentwicklung ab der Monatsmitte dürfte das Hoch über Skandinavien sein, denn bleibt es standhaft, würde es winterlich-kalt mit einer östlichen Strömung werden. Sollte allerdings die Tiefdrucktätigkeit über dem Atlantik wieder stärker werden, könnte das Hoch schnell wieder nach Osten verdrängt werden, und Milderung mit Regen wäre die Folge.