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Die Aussichten für Fastnacht
Der Winter gibt sich noch lange nicht geschlagen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Narren sollten sich an den tollen Tagen bei den Umzügen warm anziehen, denn es wird eher nass-kalt bei leichten Plusgraden tagsüber und Minusgraden in den Nächten. Von Jörg Hoffmann

Der Februar scheint die Ehre des Winters doch noch retten zu wollen. Nach langer Dominanz der milden Westwetterlage seit Dezember hat sich zu Februarbeginn erstmals in diesem Winter eine Nordostströmung eingestellt, bei der im Zusammenspiel mit dem Hochdruckgebiet Dino über Nordeuropa und Tief Lotti über Russland mäßig kalte Festlandsluft eingeflossen ist. Zunächst beeinflussten uns noch die Wolken von Mittelmeertief Martina, doch zur Wochenmitte wurde es immer sonniger. Am Wochenende greifen aus Westeuropa Tiefausläufer in abgeschwächter Form auf Deutschland über und haben etwas Schnee im Gepäck.


Heute verlagert sich die Hochdruckzone langsam nach Südosten, und ein schwacher Tiefausläufer bringt sich in Lauerstellung. Nach frostiger Nacht bei Frühwerten um minus 5 Grad ist es heute zunächst noch sonnig, im Tagesverlauf wird es wolkiger und trübt immer mehr ein, so dass abends erste Schneeflocken rieseln können. Die Höchstwerte liegen um zwei Grad, und der von Ost auf Süd drehende Wind lebt böig auf. Morgen wandert der Tief­ausläufer unter Auflösung über Deutschland hinweg. Dabei ist es stark bewölkt bis bedeckt, es fällt etwas Schnee oder Schneegriesel bei null bis zwei Grad.

Am Sonntag greift ein weiterer Ausläufer des Islandtiefs von Nordwesten her über. Bei dichter Bewölkung gibt es leichten Schneefall, der teils in Schneeregen übergehen kann bei Temperaturen um zwei Grad. Nach Abzug des Tiefausläufers wird zu Wochenbeginn wieder Zwischenhocheinfluss wirksam, und es bleibt trocken. Während es am Rosenmontag teils bewölkt, teils aufgelockert ist, zeigt sich der Fastnachtsdienstag zum Abschluss der tollen Tage ziemlich freundlich mit sonnigen Abschnitten. Tagsüber klettert das Thermometer auf 2 bis 4 Grad, nachts herrscht leichter Frost bis minus 4 Grad. Ab Aschermittwoch wird es unbeständiger, die atlantische Frontalzone versucht mit dem Islandtief wieder Einfluss auf Mitteleuropa zu nehmen und kann eine kurzzeitige Milderung bringen. Bei starker Bewölkung kommen Niederschläge auf, die von Schnee in Regen übergehen, die Temperaturen steigen bis 5 Grad. Jedoch strömt aus Nordwesten rasch wieder maritime Polarluft nach, es bleibt nass-kalt bei einer Mischung aus Regen und Schnee.



Glaubt man einigen Wetterkarten, soll sich der Winter im weiteren Februarverlauf so schnell noch nicht geschlagen geben, denn es deutet sich der Aufbau hohen Luftdrucks von Grönland bis zum Nordmeer und Skandinavien an, der die Westwindzirkulation nachhaltig stören und komplett blockieren könnte. Dadurch würde sich der Winter intensivieren, und mit einer kräftigen Ostströmung könnte so eine Kältewelle aus Russland nach Mitteleuropa schwappen.