AC Heusweiler startet in Ringer-Bundesliga: Der Publikumsliebling ist zurück auf der Matte

AC Heusweiler startet in Ringer-Bundesliga : Der Publikumsliebling ist zurück auf der Matte

AC Heusweiler startet an diesem Samstag in die Ringer-Bundesliga.

Die Hitze steht in der Halle. Die Luft ist durchtränkt vom Schweiß der Sportler. „An diesem Samstag geht die Runde los“, sagt Trainer Cacan Cakmak, „da gilt es, sich den letzten Feinschliff zu holen“. Zum Auftakt der Ringer-Bundesliga empfängt der AC Heusweiler Lokalrivale ASV Hüttigweiler um 19.30 Uhr in der Sporthalle der Realschule. „Da Köllerbach und Riegelsberg auswärts antreten, hoffen wir auf 500 Zuschauer“, sagt der AC-Vorsitzende Bernd Weiland.

Die Fans dürfen sich auf einen alten Bekannten freuen. Mit Stoyan Kubatov ist ein Publikumsliebling zurückgekehrt. „Er geht immer an seine Leistungsgrenze, sein Ehrgeiz begeistert die Zuschauer“, sagt Cakmak über den 19 Jahre alten Greco-Spezialisten: „Seine Stärken liegen vor allem im Standkampf.“ Das hat Kubatov bei den Landesmeisterschaften in seiner Heimat bewiesen. Er holte den Titel in der Klasse bis 66 Kilogramm. „Naja, die Konkurrenz in Bulgarien ist nicht so groß“, sagt der in Sofia geborene Athlet bescheiden.

Mit dem Ringen hat der Sohn eines Polizisten spät angefangen, obwohl Vater Stochyo auch gerungen hat. „Meine Eltern wollten, dass ich zuerst die Schule abschließe“, erzählt Stoyan Kubatov: „Das Bildungssystem in Bulgarien ist streng. Wenn man da ein halbes Jahr beispielsweise wegen einer Verletzung fehlt, kommt man kaum noch mit.“ Mit 17 Jahren war er erstmals für den AC Heusweiler aktiv. „Das war ganz schön schwer damals, aber auch aufregend“, blickt der Bulgare zurück, „ich war das erste Mal außerhalb meines Heimatlandes. Damals haben mir bulgarische Bekannte geholfen, mich zurecht zu finden. Auch der Verein hat viel für mich getan“. Heimweh zog ihn zurück nach Sofia, wo er auf einem Golfplatz arbeitete. Zeit für eine Freundin blieb nicht. „Ich bin Single“, sagt Kubatov, „ich konzentriere mich auf meinen Sport. Ich trainiere hart und will mich weiterentwickeln.“

Seine Rückkehr zum Neu-Bundesligisten sei wie „nach Hause kommen“ gewesen. Kubatov wohnt und trainiert mit dem rumänischen Neuzugang Teodor Horatau. „Wir sprechen nicht die gleiche Sprache“, erzählt Kubatov auf Englisch, „darum können wir uns nicht wirklich unterhalten. Aber wir verstehen uns sehr gut“. Die neue Bundesliga wird für Sportler und Verein eine Herausforderung. Und auch eine Wundertüte. „Ich kenne meine Gegner noch nicht wirklich – aber sie mich auch nicht“, sagt Kubatov. Und ergänzt: „Ich werde wie immer auf die Matte gehen und mein Bestes geben.“

Wofür das dann reicht? Heusweiler und Hüttigweiler haben das Saisonziel, „sich achtbar aus der Affäre zu ziehen“. Insgeheim liebäugeln beide sicher mit der Qualifikation für das Achtelfinale. Ein Sieg zum Auftakt wäre also für beide Ex-Zweitligisten wichtig. Dafür hieß es diese Woche nochmal kräftig schwitzen.

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