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Der Geister-Skilift von Wahlschied

Der Geister-Skilift von Wahlschied

In Wild-West-Filmen gibt es menschenleere Geisterstädte, in Wahlschied gibt es einen Geister-Schlepplift: Angesichts des Winterwetters wollten wir wissen, was eigentlich aus dem alten Skilift geworden ist.

Bis vor zehn Jahren konnte man am Wahlschieder Teufelsberg Wintersport betreiben (wenn mal Schnee lag). Dort hatte der Ski-Club Heusweiler 1972 eine Liftanlage mit Skihütte gebaut. Der mit einem Dieselmotor betriebene Schlepplift beförderte Skifahrer und Rodler vom Lifthäuschen im Tal zur Skihütte auf dem Gipfel. Von dort stürzten sie sich auf die 300 Meter lange Piste mit einem Höhenunterschied von 50 Metern. In der Skihütte konnte man sich bei Heißgetränken aufwärmen.

Auch im Sommer wurde die Anlage genutzt, wenn auf Gras trainiert oder die saarländische "Gras-Ski-Meisterschaft" ausgetragen wurde. Dann aber blieben weiße Winter aus, die Anlage wurde jahrelang nicht genutzt. Auch die Mitglieder des Vereins hatten daher nicht mehr das Bedürfnis, sich ehrenamtlich an der Anlage zu betätigen. Die Gemeinde, als Besitzer des Geländes, forderte den Verein deshalb im Jahr 2012 auf, die Anlage "zurückzubauen", sonst werde der Pachtvertrag gekündigt.

Grund für diesen Beschluss war eine Forderung des Wahlschieder Ortsrates. Dessen damalige Mitglieder sahen in dem am Berg frei liegenden Schleppseil, das etwa 40 Jahre unbeanstandet in Betrieb war, eine Gefahr für spielende Kinder und Tiere. Der Skilift roste vor sich hin, stelle eine Unfallgefahr dar und sei umwelttechnisch ein Schandfleck, hieß es im Ortsrat. Der Ski-Club kam den Aufforderungen im April 2013 nach und baute das Schleppseil ab. Was ist seither passiert? "Das Seil ist ab, damit haben wir alle Auflagen der Gemeinde erfüllt, es kann sich niemand mehr verletzen. Der Rest wird in diesem Jahr abgebaut. Oder im nächsten", sagt Thomas Lehrer, der Vorsitzende des Ski-Clubs Heusweiler, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung.

Ist der Wahlschieder Ortsvorsteher Reiner Zimmer mit dieser Aussage jetzt zufrieden? "Nein", betont Zimmer ebenfalls im SZ-Gespräch und denkt dabei an die alten Wintersport-Zeiten: "Am liebsten wäre mir ja, die Anlage würde weiter betrieben. Sie war für Wahlschied und ganz Heusweiler eine Attraktion."

Seit ein paar Jahren hätte man im Winter immer Schnee gehabt und die Leute verspürten Lust zu rodeln oder Ski zu fahren. "Aber der Verein hat gesagt, er könne die dafür notwendigen Arbeiten nicht mehr leisten", bedauert Zimmer. Mit dem derzeitigen Zustand der Anlage ist er allerdings auch nicht einverstanden: "Dort stehen noch eine Öl-Haspel, ein Stahlgalgen, das Lifthäuschen sowie ein paar verrottende Bänke . Und das alles in einem Wassereinzugsgebiet. Irgendwann muss das mal alles entfernt werden. Ich sehe nicht ein, dass das dort ein Schrotthaufen wird", sagt Zimmer. Er weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass er eine weitere, mögliche Nutzung des Geländes unterstützen würde: "Ich könnte meine Kontakte spielen lassen für die Anschaffung eines neuen Schleppseils. Auch neue Bänke aufzustellen, wäre kein großes Problem. Die Skihütte ist ja noch in einem guten Zustand, die kann man das ganze Jahr nutzen, zum Beispiel für den Kindergarten." Er habe den Verein im September gebeten, auf ihn zuzukommen, "das ist bisher leider nicht geschehen."