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Damit die Mariengrotte immer gut aussieht

Damit die Mariengrotte immer gut aussieht

Eiweiler. In der Kirche gemeinsam beten und Gottesdienste feiern, das gehört in dem überwiegend katholischen Eiweiler zum christlichen Alltag

Eiweiler. In der Kirche gemeinsam beten und Gottesdienste feiern, das gehört in dem überwiegend katholischen Eiweiler zum christlichen Alltag. Kann man dem lieben Gott aber nicht auch draußen in der Natur ganz nahe sein, mitten in seiner Schöpfung? So mag vor Jahren der inzwischen verstorbene Ortsvorsteher Reinhold Jung gedacht haben, als er die Idee hatte, eine Mariengrotte zu bauen. In der Nähe der Kirche wäre der ideale Platz dafür, so seine Vorstellung. In dem Bürger Josef Backes fand Reinhold Jung eines Tages den idealen Mitstreiter für seinen Plan. Backes stiftete 1991 der Kirchengemeinde für die Grotte ein mit Wald bestandenes Grundstück genau gegenüber der Kirche. Dann rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft für das Vorhaben durch das Dorf. Helmut Haupenthal und sein Sohn Volker mauerten, so oft sie nur Zeit hatten, an der Grotte und verarbeiteten dabei einige Kubikmeter Natursteine. Weitere Männer aus dem Dorf packten mit an. Nach mehreren Monaten war das Werk vollendet. Der neue Ortsvorsteher Bernhard Winter stellte einen größeren Geldbetrag für die Ausstattung der Gebetsstätte und für den Blumenschmuck zur Verfügung. In Klothilde Backes, Ulla Laubenthal und Rosi Backes fand er drei Frauen aus der Katholischen Frauengemeinschaft, die ihm versprachen, sich um die Pflege der Anlage zu kümmern. Auch Erika Zarth aus Primstal trug ihren Teil zu der Gebetsstätte bei. Sie stiftete eine so genannte Banneux-Muttergottes. Banneux ist ein bekannter Marienwallfahrtsort bei Lüttich in Belgien. Am 15. August 1991 erhielt die neue Grotte durch Pfarrer Helmut Reichert den kirchlichen Segen, verbunden mit einem kleinen Fest für die Dorfgemeinschaft. Das Trio aus der Eiweiler Frauengemeinschaft sorgt sich seither mit viel Liebe und Sorgfalt um diese Gebetsstätte, an der im Mai jede Woche eine Andacht gehalten wird. "Wir wechseln uns mit der Pflege wochenweise ab", berichtete Rosi Backes, die seither den "Dienstplan" aufstellt und der Jahreszeit entsprechende Blumen und Grünpflanzen besorgt. Die Gläubigen geben dafür so manche Spende. Im Sommer müsse man wenigsten zweimal in der Woche an der Grotte nach dem Rechten sehen, weiß Ulla Laubenthal. Manchmal würden sich die Schnecken über die Blumen hermachen, manchmal sogar die Rehe aus dem nahen Wald. Auch für das Gießen der Blumen ist eine gute Lösung gefunden worden. "Neben der Grotte steht eine Pumpe, die uns das Wasser aus dem unten fließenden Bach liefert", freut sich Klothilde Backes, weil sie und ihre beiden Kolleginnen die vollen Kannen nicht die vielen Stufen zur Grotte hochtragen müssen. Klothilde Backes ist es auch, die während der kalten Winterzeit der Muttergottes schöne Trockengestecke zu Füßen stellt. Wenn der Mai vorüber ist, wird in der Anlage regelmäßig der Rosenkranz gebetet. Im Oktober geht immer eine Lichterprozession dorthin. Bei gutem Wetter vergeht kein Tag, an dem nicht Beter dort ein Licht anzünden und auf den Bänken stille Einkehr halten. Manchmal werden die Frauen gefragt, was sie für diese Pflegearbeiten bekämen. Rosi Backes: "Dann muss ich immer lachen. Das ist doch unser Hobby. Wir drei arbeiten seit 17 Jahren ehrenamtlich und legen noch eigenes Geld für die Blumen dazu."