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Bundesverdienstkreuz für Imker Herbert Hassel aus Heusweiler-Holz

Ausgezeichnet : Bundesverdienstkreuz für Herbert Hassel

Holzer Imker für seinen Einsatz geehrt. – Bienenfreunde sind wegen hoher Temperaturen in Sorge.

Dem Holzer Imker und Naturschützer Herbert Hassel wurde für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen –  besser bekannt als Bundesverdienstkreuz am Bande. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte die saarländische Sozialministerin Monika Bachmann diese Auszeichnung bei einem Dankeschönfest der Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt in der Schmelzer Primshalle an Hassel und sechs weitere Ehrenamtler aus anderen Teilen des Saarlandes.

In ihrer Ansprache würdigte Monika Bachmann die Verdienste des 75-jährigen früheren Zeitsoldaten und Finanzbeamten. Hassel war 25 Jahre lang Vorsitzender des Kreisverbandes der Imker, sieben Jahre Landesvorsitzender des Imkerverbandes, ist (mit Unterbrechungen) seit über 20 Jahren Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Holz und kümmert sich seit elf Jahren als Naturschutzbeauftragter um Natur und Umwelt in seinem Wohnort Holz.

Vorgeschlagen für diese Ehrung wurde Hassel von seiner Nachfolgerin im Kreisvorstand, Susanne Meuser, und vom ersten Beigeordneten im Regionalverband Saarbrücken, Manfred Maurer.

Mit der Imkerei hatte Herbert Hassel 1982 begonnen. Damals gehörten ihm zwei Bienenvölker, heute sind es 15, die er im Frühjahr und Sommer „in die Tracht“ bringt. Vorzugsweise stellt er seine Bienenstöcke in Lisdorf und in der Pfalz auf, aber er lässt seine Bienen auch zuhause „arbeiten“, damit sie die Obstbäume und Pflanzen der Gärten und Wiesen im Holzer Unterdorf bestäuben können.

Derzeit aber hat Herbert Hassel Sorgen: „Wir Imker sitzen auf heißen Kohlen“, sagt er. Eigentlich müsste man jetzt die für das Überleben der Völker dringend notwendige Winterbehandlung mit Oxalsäure durchführen. Diese Säure bekämpft die für Bienen so gefährliche Varroamilbe, die sich in der geschlossenen Brutzelle aufhält, dort vermehrt und die Brut vernichtet. An diese geschlossene Brutzelle kommt der Imker aber schlecht ran, deshalb müssen die Völker „brutfrei“ sein, damit eine Winterbehandlung möglich ist. Doch Hassel befürchtet, dass die Völker wegen des trockenen und warmen Spätherbstes „gar nicht aus der Brut gehen“, sondern die Königin weiterhin eifrig Eier legt. In den Stöcken nachschauen, mag er aber nicht: „Die sind jetzt versiegelt, und wenn ich sie aufbrechen würde, würde das Stress für die Bienen bedeuten, das will ich ihnen nicht antun“, so Hassel, der jetzt ungeduldig auf die ersten kalten Nächte wartet: „Denn die Völker brauchen Kälte, um aus der Brut und in den Winterschlaf gehen zu können.“