Brennende Luft überm Asphalt

Heusweiler. Bei über 30 Grad Hitze ist für die meisten Zeitgenossen schon der bloße Aufenthalt im Freien mühselig. Die Männer vom Straßenbau bringen bei diesem Wetter Asphalt auf, der mit seinen 170 Grad die Lage zusätzlich anheizt - wie derzeit an der Autobahn-Anschlussstelle Heusweiler

 Kleine Reste des Asphalts müssen per Hand in den Fertiger geschaufelt werden.
Kleine Reste des Asphalts müssen per Hand in den Fertiger geschaufelt werden.

Heusweiler. Bei über 30 Grad Hitze ist für die meisten Zeitgenossen schon der bloße Aufenthalt im Freien mühselig. Die Männer vom Straßenbau bringen bei diesem Wetter Asphalt auf, der mit seinen 170 Grad die Lage zusätzlich anheizt - wie derzeit an der Autobahn-Anschlussstelle Heusweiler. "Das ist Knochenarbeit, und wir machen das jetzt nicht zum Vergnügen, sondern damit die Strecke schnell wieder befahrbar wird", erklärt Emil Frank, Einbaumeister für Asphalt beim Unternehmen Strabag. An diesem Mittwoch soll der letzte Asphalt auf die Fahrbahn gebracht werden, falls das Wetter hält - denn bei Regen kann er nicht verarbeitet werden. Dann folgen die Markierungsarbeiten, bevor die Strecke wieder freigegeben werden kann. Seit Wochen sind Auf- und Abfahrt in Heusweiler wegen dieser unaufschiebbaren Arbeiten gesperrt. Die Fahrbahn war zuvor in einem üblen Zustand. Schlimmer als die Hitze seien allerdings die Auto- und Lastwagenfahrer, die das Tempolimit von 60 Kilometern in der Stunde im Baustellenbereich nicht einhalten: "Wenn ein Lkw nur wenige Zentimeter entfernt mit 100 Stundenkilometern an einem vorbeirauscht, fliegt schon mal der Hut vom Kopf. Und wenn ein Unfall passiert, steht nicht nur die Baustelle still, schließlich haben wir alle Familie." Die Männer arbeiten acht bis zehn Stunden pro Tag, denn der Termindruck ist groß. Aber nach 30 Jahren hat sich Frank an die "Knochenarbeit" gewöhnt und fügt hinzu: "Drei Kilometer haben wir schon einmal an einem Tag geschafft, mehr geht nicht. Doch Autobahn-Auf- und Abfahrten dauern länger, dabei können wir nicht so viele Maschinen einsetzen." Die Geräte seien hierfür einfach zu breit und könnten daher nicht eingesetzt werden. Dann hilft nur noch die Handarbeit am heißen Asphalt in der prallen Sonne.Literweise rinnt das Wasser durch die Kehlen der Asphaltarbeiter, und der sonnengegerbte Frank erklärt schmunzelnd: "Eine Sonnenbank brauchen wir nicht." Jede Minute im Schatten wird bei der Hitze von den Männern ausgekostet, und nach der Arbeit kehren die Arbeiter in eine Pension in St. Ingbert ein. Auch Franke übernachtet dort, obwohl er in Pirmasens lebt. Auf die Frage, ob es ihn nicht störe, so lange auf der Montage von seiner Familie getrennt zu sein antwortet er ohne Missmut: "Wenn ich mal drei Wochen am Stück zu Hause bin, schickt mich meine Familie weg. Sie ist es nicht gewohnt, mich täglich um sich zu haben."