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Bester Azubi
Betonarbeit ist nichts für Betonköpfe

Jan-Philipp Mölter aus dem Heusweiler Ortsteil Eiweiler, hier in Saarbrücken auf dem Firmengelände seines Arbeitgebers, der Firma Wolff. Der 22-Jährige ist landesbester Auszubildender als Beton- und Stahlbetonbauer und Zweiter auf Bundesebene, wo er im Vorjahr im Bereich „Hochbaufacharbeiter“ auf Platz eins gelegen hatte.
Jan-Philipp Mölter aus dem Heusweiler Ortsteil Eiweiler, hier in Saarbrücken auf dem Firmengelände seines Arbeitgebers, der Firma Wolff. Der 22-Jährige ist landesbester Auszubildender als Beton- und Stahlbetonbauer und Zweiter auf Bundesebene, wo er im Vorjahr im Bereich „Hochbaufacharbeiter“ auf Platz eins gelegen hatte. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken/Heusweiler. Jan-Philipp Mölter ist landesbester Azubi und Zweiter auf Bundesebene bei den Beton- und Stahlbetonbauern.

Jan-Philipp Mölter macht wieder Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr – fotografiert mit Helm auf einer Großbaustelle – war der junge Mann aus Eiweiler Bundesbester in seiner Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter, Landessieger sowieso. Jetzt wurde er erneut ausgezeichnet: mit einem Landessieg im Ausbildungsberuf Beton- und Stahlbetonbauer und mit dem zweiten Platz auf Bundesebene. „Da hatte ich sogar einen Punkt mehr als im vorigen Jahr – und trotzdem war einer besser“, sagt er anerkennend und gönnt seinem Berufskollegen den Sieg.


Mölter, 23 Jahre jung, weiß ziemlich genau, was er will. Sein Vater ist als Maurer- und Betonbaumeister selbstständig mit einem Betrieb, dort jobbt der Sohn in den Ferien.

Nach dem Abitur in Lebach wollte Jan-Philipp Mölter deswegen zunächst eine Lehre machen, aber nicht beim Papa: „Ich musste irgendwohin, wo ich nicht Sohn vom Chef bin“, sagt er und bewarb sich damals erfolgreich bei der Firma Wolff Hoch- und Ingenieurbau in Saarbrücken. „Ich sah beim Bewerbungsgespräch die Urkunden meiner Vorgänger und setzte mir das Ziel, das mein Name auch mal dort hängen wird.“



Zielstrebig ging er in die Ausbildung. „Ich bin vom Bau infiziert. Aber ich wollte es auch von der Basis auf lernen“, sagt er und hat sich inzwischen erfolgreich um ein Stipendium beworben. Ob er damit die Meister- oder die Technikerschule finanziert, das sei noch offen. Auch ein Studium ist denkbar. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Bei Wolff, wo man ihn übernommen hat, ist man für alles offen, sagt Ausbildungsleiter Christof Weintraut. Man wisse durchaus, dass Mölter höhere Ziele habe, aber das sei auch eine Chance fürs Unternehmen, das sehr erfolgreich ausbilde. In zehn Jahren habe man acht Landesbeste und vier Bundessieger gestellt. Und: Eine Bauausbildung für Abiturienten habe Sinn: „Man ist dann nicht mit 18 Jahren verloren an der Uni, und mit der praktischen Erfahrung im Rücken weiß man dann auch für ein späteres Ingenieurstudium, um was es geht.“

Mölter nickt, fasst sich an die Nase und erklärt: Wer auf dem Bau gelernt habe, der trage die Nase nicht so hoch, wenn er später als Ingenieur auf die Baustelle kommt. Privat ist Mölter Feuerwehrmann in Heusweiler, Funker, Atemschutzgeräteträger und für den Einsatz an der Motorsäge ausgebildet. Auch in der Freizeit sieht man ihn also meist mit Helm.

(bub)