| 15:51 Uhr

„Das Erbe“
Junge Leute treffen Bergbau-Vergangenheit

Heusweiler, Dienstag, 25.9.2016, Kulturhalle, virtuelle „Ausstellung“ „Das Erbe“: Die Zehntklässlerinnen Jacqueline Burger, Elena Balzert, Zoe Becker und Julia Brämer (von links) lassen sich von Dennis Dittgen und Monika Burghardt die Nutzung der VR-Brillen erklären. Wer die Brille auf hat und den entsprechenden „Film“ eingespielt bekommt, der hat den Eindruck, durch das Besucherbergwerk in Velsen zu laufen.
Heusweiler, Dienstag, 25.9.2016, Kulturhalle, virtuelle „Ausstellung“ „Das Erbe“: Die Zehntklässlerinnen Jacqueline Burger, Elena Balzert, Zoe Becker und Julia Brämer (von links) lassen sich von Dennis Dittgen und Monika Burghardt die Nutzung der VR-Brillen erklären. Wer die Brille auf hat und den entsprechenden „Film“ eingespielt bekommt, der hat den Eindruck, durch das Besucherbergwerk in Velsen zu laufen.
Heusweiler. Virtuelle Ausstellung „Das Erbe“ machte in Heusweiler Station. Wir begleiteten Schüler beim Rundgang. Von Monika Jungfleisch

„Arschleder“, „Wauwau“, „Laufkatze“ oder „Frösche“ – alles böhmische Dörfer für die Schüler der 10a der Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule in Heusweiler. Auch wer die Schutzpatronin der Bergleute ist, konnten die Schülerinnen und Schüler nicht beantworten. Abhilfe sollte es am Dienstag beim Besuch der Ausstellung „Das Erbe“ geben: Die virtuelle Wander- und Landesausstellung zu „250 Jahren Bergbau an der Saar“ machte auf ihrer Reise durch die saarländischen Städte und Gemeinden Station in der Heusweiler Kulturhalle am Markt. Dort hatten Monika Burghardt von der Landesmedienanstalt Saar und Lehramtsstudent Dennis Dittgen im Rahmen des Aktionstages acht Stationen aufgebaut, an denen die Schüler mit Hilfe von Tablets (kleinen Computern), Smartphones und „VR-Brillen“ vom stillen Beobachter der Ausstellung zu aktiven Erforschern und Entdeckern werden konnten.


Besonderes Interesse riefen die VR-Brillen, also die „Virtuell-Reality-Brillen“, hervor, mit denen die Besucher in das Besucherbergwerk Velsen eintauchen konnten, „ganz so, als würden wir in Wirklichkeit durch die Gänge des Bergwerks marschieren“, sprudelte es aus Jacqueline Burger heraus. Zoe Becker staunte: „Ich kann mich umdrehen und sehe alles genauso wie in echt. Das ist Wahnsinn.“ „Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung“, so Elena Balzert, „ich hatte noch nie eine VR-Brille auf.“

Nach diesem „Wow-Effekt“ staunte Julia Brämer nicht schlecht, wie leicht der virtuelle Rundgang durch die Ausstellung ihr und ihren Klassenkameraden interessantes Wissen rund um den Bergbau vermitteln konnte. „Ich weiß jetzt, dass die saarländischen Bergleute weiße Kleidung unter Tage trugen, während ihre lothringischen Kumpels blaue Schutzkleidung anhatten.“ Und Jan-Luca Ludwig wunderte sich über die strengen Regeln, an die sich die Bergleute einst in den Schlafhäusern halten mussten: „Das war ja richtig harte Bevormundung durch den Arbeitgeber.“



Überhaupt bekamen die Schüler die Möglichkeit, viel zu lernen über die Gefahren im Bergbau, über das große Grubenunglück in Luisenthal, über die Lebensbedingungen im Zeitalter der Industrialisierung, über bergbautypische Erfindungen, wie die Grubenlampe oder die ersten Atemschutzgeräte, oder über berühmte Persönlichkeiten des saarländischen Bergbaus, wie etwa Nikolaus Warken, den ersten saarländischen Gewerkschaftsführer der Grubenarbeiter.

Als die Schüler am Ende noch ein Quiz zur Ausstellung durchlaufen hatten, wussten sie dann auch, dass ein „Wauwau“ eine Art „Telefon Unter Tage“ war, „Frösche“ bergbautypische Lampen und die Heilige Barbara die Schutzpatronin der Bergleute ist. Klassenlehrerin Isabelle Anton-Klos war sich nach dem rund einstündigen „Ausstellungsbesuch“ mit ihren Schülern einig: „Das war sehr lehrreich.“