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Neue Pläne fürs alte Freibadgelände - Teil I
Beim dritten Anlauf soll’s nun auf dem Ex-Freibadgelände klappen

Zwei Investoren-Modelle sind bereits baden gegangen. Nun gibt es einen neuen Anlauf, das ehemalige Heusweiler Freibadgelände zu vermarkten – Ein- und Mehrfamilienhäuser sollen entstehen. Der Plan eines Völklinger Immobilien-Unternehmens wurde im Heusweiler Ortsrat erstmals vorgestellt.
Zwei Investoren-Modelle sind bereits baden gegangen. Nun gibt es einen neuen Anlauf, das ehemalige Heusweiler Freibadgelände zu vermarkten – Ein- und Mehrfamilienhäuser sollen entstehen. Der Plan eines Völklinger Immobilien-Unternehmens wurde im Heusweiler Ortsrat erstmals vorgestellt. FOTO: Fred Kiefer
Heusweiler. Völklinger Investor will etwa 60 Einfamilien- und bis zu acht Mehrfamilienhäuser bauen. Von Fredy Dittgen

Aller guten Dinge sind drei: Nach zwei geplatzten Versuchen, das ehemalige Schwimmbadgelände „einer neuen Nutzung zuzuführen“, wird jetzt ein dritter Anlauf genommen. Mit Norbert John (PBW Immobilien Völklingen) gibt es einen neuen potenziellen Investor. Als erstes gemeindliches Gremium wurde der Heusweiler Ortsrat über die Planungen informiert. So viel vorweg: Begeistert war der Ortsrat nicht, unterstützte es aber letztlich, dass ein Bebauungsplan aufgestellt und die Öffentlichkeit informiert und beteiligt werden soll.


Diplom-Ingenieurin Verena Tonnelier stellte den Bebauungsplan vor. Die rund vier Hektar große Fläche, um die es geht, erstreckt sich von den Parkplätzen im Norden bis zum Trafohäuschen im Süden. Geplant ist eine aufgelockerte Bebauung. Im unteren Bereich sollen etwa 60 zweigeschossige Einfamilienhäuser in Form freistehender Einzelhäuser oder Doppelhäuser gebaut werden. Im oberen Bereich können bis zu acht Mehrfamilienhäuser mit sechs bis acht Wohnungen entstehen. Die Erschließung erfolgt über die Straße Am Schwimmbad. Im oberen Bereich sind Grünflächen vorgesehen, die den Bewohnern der Mehrfamilienhäuser als Aufenthaltsorte dienen sollen.

Die künftigen Bauherren der Einfamilienhäuser sollen verpflichtet werden, 60 Prozent ihrer Grundstücksfläche unversiegelt zu lassen, also als Garten oder Zierrasen zu nutzen. Im untersten, rechten Teil des Baufensters sollen ein 20 mal 10 Meter großer Spielplatz und ein 600 Quadratmeter großes Rückhaltebecken gebaut werden. Der ZKE Heusweiler (Zweckverband Kommunale Entsorgung) hat dieses Becken vorgeschlagen, dort soll das Abwasser der rund 70 neuen Häuser gesammelt und dann gedrosselt in die Kanalisation abgeleitet werden.



Über diese beiden Vorhaben wurde heftigst diskutiert. So kritisierte Anwohner Armin Port, dass das Rückhaltebecken und der Spielplatz genau auf einer Quelle gebaut werden sollen. Ulrich Steinrücken (NÖL) unterstützte diese Kritik: „Niemand will, dass Quellwasser in den Kanal kommt. Wir haben durch Starkregen und Hochwasser gemerkt, dass wir viele Sünden begangen haben, und es sollte hier keine neue Sünde entstehen.“

Weil das Abwasser aus dem neuen Wohngebiet an den Kanal in der Albertstraße abgeleitet werden muss, protestierte Anwohner Gerhard Fröhlich (gleichzeitig auch einer der potenziellen Investoren, die nicht zum Zug gekommen waren). Er befürchtet, dass der Kanal das Abwasser von 70 neuen Wohneinheiten nicht aufnehmen kann, und kündigte an: „Ich werde nicht zulassen, dass ihr mir das Wasser ins Tal leitet. Ich werde das von Anfang an torpedieren.“ Investor John sagte daraufhin: „Wenn es keine Lösung gibt, werde ich das Wohngebiet nicht bauen lassen.“

Hiltrud Heimes-Vogel (CDU) kritisierte die Größe und Lage des Spielplatzes, der „sehr, sehr klein“ sei, und seine Lage sei aus Sicherheitsgründen nicht akzeptabel. Auch Steinrücken forderte einen zentralen Platz, wo sich Jung und Alt aufhalten und begegnen könnten.

CDU und SPD stimmten der Aufstellung eines Bebauungsplanes zwar zu, fordern den ZKE jedoch auf, das eventuelle Entwässerungsproblem zu lösen und dem Ortsrat verschiedene Konzepte vorzustellen. Steinrücken lehnte die Aufstellung eines Bebauungsplanes ab.