Wer sich nicht verbrennen lässt, greift deutlich tiefer in die Tasche.: Beerdigungen werden teurer

Wer sich nicht verbrennen lässt, greift deutlich tiefer in die Tasche. : Beerdigungen werden teurer

Für klassische Bestattungsarten steigt die Friedhofsgebühr in Heusweiler ganz erheblich. Günstiger wird es bei den heutzutage stärker nachgefragten Urnenbestattungen.

Nicht nur für die Lebenden steigt manchmal die Miete: Um einen höheren Kostendeckungsgrad für die Heusweiler Friedhöfe zu erreichen, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Sie tritt am 1. Januar 2018 in Kraft und wirkt sich unterschiedlich auf verschiedene Bestattungsarten aus, für manche steigen die Kosten sehr stark, für andere sinken sie.

Derzeit liegt der Deckungsgrad bei 72 Prozent, sprich: 72 Prozent der Kosten, die ein Friedhof bei der Gemeinde verursacht, werden durch die Gebühren der Nutzer beglichen, 28 Prozent aus der Gemeindekasse. Durch die Gebührenerhöhung steigt der Deckungsgrad auf 74 Prozent (wir berichteten). Wie sich diese Erhöhung auf die einzelnen Bestattungsarten auswirkt, wurde in der Ratssitzung jedoch nicht gesagt. Wir haben deshalb Kirsten Kirch vom Friedhofsamt der Gemeinde Heusweiler um ein paar Beispiele gebeten.

„Bitte beachten Sie, dass der Kalkulation für die 72 Prozent die Zahlen aus den Jahren 2012, 2013 und 2014 zugrunde liegen, während die neue Kalkulation mit der Anhebung auf 74 Prozent auf der Basis der Jahre 2014, 2015 und 2016 erfolgte“, betonte Kirsten Kirch. Und das sieht nun so aus:

Die Bestattung in einem Kindergrab steigt von 2000 Euro auf 2640 Euro – eine stolze Erhöhung von 32 Prozent. Die Bestattung in einem Reihengrab steigt von 4045 Euro auf 5080 Euro – also um knapp 25,6 Prozent. Diese beiden Bestattungsarten sind auf allen Friedhöfen der Gemeinde möglich.

Darüber hinaus gibt es noch weitere 29 Bestattungsarten, die von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich gestaltet werden. Zum Beispiel die Bestattung in einem Rasenreihengrab mit Pflanzstreifen, die auf allen Friedhöfen außer Lummerschied möglich ist. Sie steigt von 5185 Euro auf 6110 Euro – ein Plus von knapp 17,4 Prozent. In Lummerschied gibt es dafür Rasenreihengräber mit schräg stehender Schrifttafel. Wer diese Bestattungsart nutzen will, zahlt ab Januar 5420 Euro, das sind 735 Euro, knapp 13,6 Prozent mehr als bisher.

In Eiweiler, Heusweiler und Holz ist eine Bestattung in einem Rasenfamiliengrab mit Pflanzstreifen möglich. Ab Januar kostet sie (statt 8605 Euro wie bisher) 9920 Euro  – ein Plus von 1315 Euro (15,3 Prozent). Die Bestattung in einer flachen und einstelligen Grabkammer kostet zukünftig 3000 Euro (vorher 2235 Euro; Erhöhung: 25,5 Prozent), während die Bestattung in einer tiefen und zweistelligen Grabkammer von 2235 Euro auf 3200 Euro steigt (plus 965 Euro, das sind 22,35 Prozent). Beide Bestattungsarten gibt es nur auf dem Heusweiler Friedhof.

Aber in der neuen Friedhofsordnung sind auch Bestattungsarten vorgesehen, die ab Januar günstiger werden. So kostet eine Bestattung in einer zweistelligen Urnenkammer nur noch 1690 Euro, vorher waren es 1870 Euro – eine Verbilligung um 180 Euro (etwas über 9,6 Prozent). Diese Bestattungsart gibt es auf den Friedhöfen in Obersalbach und Lummerschied allerdings nicht. Und in Eiweiler, Heusweiler und Holz wird eine Bestattung in einem „Urnenbodendeckergrab“ angeboten, die nur noch 870 Euro kostet (vorher 1030 Euro – eine Ersparnis von gut 15,5 Prozrent).

Weitere Informationen: Wer sich für andere Bestattungsarten interessiert, kann sich an Kirsten Kirch wenden, Tel. (0 68 06) 91 11 56.