Anna in der Neuen Welt

Was die Besucher im Rathausfestsaal erlebten, war mehr als eine Buchvorstellung. In der Uniform eines in Amerika kämpfenden französischen Soldaten des „Régiment la Sarre“ ergänzte Peter Weiser mit szenischen Einlagen den Vortrag der Autorin.

Über eine Buchvorstellung der besonderen Art freuten sich die Gäste im Rathausfestsaal in Heusweiler . Mit all ihren Sinnen erlebten sie Maria W. Peter, die ihr neues Buch "Die Küste der Freiheit" vorstellte. Für ihre vielen Talente war eine Multimediaschau genau das geeignete Mittel. Der Abend bot ein amerikanisches Büfett, Musik- und Filmeinspielungen gab es, und Peter Weiser, in der Uniform eines amerikanischen Unabhängigkeitskämpfers aus dem "Régiment la Sarre", ergänzte mit szenischen Einlagen die Performance der Autorin.

"Die Küste der Freiheit" ist eine große Auswanderersaga (839 Seiten im Bastei-Lübbe-Verlag). Maria Peter erzählt eine, bei aller vermeintlicher Vertrautheit, dennoch ungewöhnliche Geschichte. Viele wissen um den Amerikanischen Freiheitskampf im 18. Jahrhundert. Die Autorin schildert anhand der Geschichte von Lorenz und Anna den großen Anteil der Deutschen an der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und nicht zuletzt, welche Spuren die Deutschen bis heute vor allem an der Westküste hinterlassen haben. Einen großen Anteil hatten dabei die Auswanderer, die aus religiösen Gründen die Heimat verlassen mussten. Dazu gehörten auch die Mennoniten oder Amischen.

Maria Peters Heldin Anna ist eine dieser Mennoniten aus Deutschland, aus Waldeck, die sich als Schuldmagd verdingt, um nach Amerika zu gelangen. Sie erhofft sich dort ein freies aber gottesfürchtiges Leben in der Geborgenheit einer mennonitischen Gemeinde. Doch als Anna in der Neuen Welt ankommt, herrscht Krieg zwischen den Briten und patriotischen Rebellen, die die Unabhängigkeit von der englischen Krone erstreben . . .

Maria Peter ist von Amerika begeistert. Während ihres Studiums der Amerikanistik und Anglistik war sie Mitglied eines amerikanischen Chors auf dem Militärstützpunkt in Kaiserslautern und pflegte intensive Kontakte zu amerikanischen Familien. Später lebte sie in Columbia, Missouri, wo sie als Stipendiatin die School of Journalism besuchte. Heute wohnt die Autorin mit ihrer Familie in Schiffweiler. "Die Küste der Freiheit" ist ihr viertes Buch. Vier Jahre arbeitete sie daran.

Mit der Uniform des Historiendarstellers Peter Weiser hatte es etwas Besonderes auf sich: Es ist die originalgetreue Ausstattung des französischen "Régiment la Sarre", von dem ein Teil auf Seiten der "Rebellen" im Unabhängigkeitskrieg kämpfte. Belegt ist zum Beispiel der Einsatz 1781 bei Yorktown. Auch in früheren Jahren mischte das Regiment mit, so beim Sturm der Franzosen auf Fort William Henry 1757 im heutigen Bundesstaat New York, der in dem Roman "Der letzte Mohikaner" verewigt wurde. Heute gibt es im Saarland eine Historiengruppe, die den Namen des Regiments trägt.

www.regiment-la-sarre.de