Anke Schilke ist die gute Seele des TV Holz

Anke Schilke : Aus einem besonderen Holz geschnitzt

Mit sechs Jahren wurde Anke Schilke Mitglied. Mit 61 macht es ihr immer noch Spaß, allerlei Aufgaben beim TV Holz zu übernehmen.

Anke Schilke mag es nicht, im Vordergrund zu stehen. Einen Zeitungsartikel über sich zu lesen, das ist für sie ungewohnt. Normalerweise stehen darin die Namen anderer Ehrenamtlicher „ihres“ TV Holz. Heute nicht.

Im Alter von sechs Jahren trat die 61-Jährige dem Turnverein (TV) des etwa 3800 Seelen-Örtchens Holz in der Gemeinde Heusweiler bei. Seit mehr als 40 Jahren wirkt sie aktiv auch neben Turnmatten und Spielfeldern mit. Anke Schilke gründete 1976 die Badminton-Abteilung mit. Seit 1986 füllt sie offizielle Ämter im Gesamtvorstand des Vereins aus. Nach jenen der Schriftführerin und der Geschäftsführerin ist Anke Schilke seit knapp zwölf Jahren die Orga-Leiterin des TV Holz. „Das ist das, was ich eigentlich schon immer gemacht habe. Halt alles, was mit Veranstaltungen zu tun hat“, erzählt sie. Vor allem das Kochen hat es ihr angetan. Selbst beim Vereinsessen, das als Dankeschön für alle Ehrenamtlichen einmal im Jahr stattfindet, steht Schilke am Herd und kocht. „Das macht mir nix aus. Mir ist auch vollkommen egal, ob ich für vier, vierzig oder vierhundert Leute koche“, stellt sie klar und ergänzt mit ernstem Unterton: „Köchin war mein Traumjob. Aber diesen hätte ich durch meine Knoblauch-Allergie nicht überlebt.“

Anke Schilke organisiert die IVV-Wanderungen ihres Vereins, an der jährlich mehr als 1100 Wanderfreunde teilnehmen. Nicht wenige kommen auch, um ihre legendäre Lyoner-Pfanne zu kosten, weiß sie – und verrät: „Das ist ja ein ganz einfaches Gericht, aber es wird wahnsinnig gut angenommen.“ An der riesigen Pfanne steht sie nicht mehr, aber das Rezept und auch das Konzept der IVV-Wanderung – IVV steht für Internationaler Volkssport-Verband – sind von ihr. Zu den Hauptaufgaben der Orga-Leiterin gehört die Einteilung und Betreuung der mehr als 100 Helfer und vieles mehr. „So weltbewegend ist das nicht“, wiegelt sie aber ab: „Ich habe über die ganzen Jahre so viel Erfahrung gesammelt, Routinen entwickelt und alles akkurat abgeheftet.“ Kein Wunder, dass bei ihr alle Fäden zusammenlaufen.

Besonders angetan ist Anke Schilke vom Volleyball. Vor mehr als 30 Jahren fing sie an, sich für die Sportart zu interessieren, die sie nie selbst betrieb. „Dafür bin ich zu klein“, sagt sie dazu und lacht. „Früher hatte die Mannschaft noch in einer kleinen Schulturnhalle gespielt, in der es nur eine Bank gab. Darauf saßen wir dann zu fünft und schauten uns das Spiel an“, erzählt die ehrenamtliche Helferin. Den Aufstieg bis in die 2. Bundesliga, in der der TV Holz wieder spielt, erlebte sie hautnah mit. Als Teil der Mannschaft – mit viel Einsatzzeit neben dem Feld. „Diese Zeit war einfach nur der Wahnsinn“, erinnert sich Anke Schilke mit strahlenden Augen.

Beruflich legte die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau nach der Geburt ihres Sohnes vor 40 Jahren eine Erziehungspause ein. Seit knapp 35 Jahren arbeitet sie bei der evangelischen Kirchengemeinde Wahlschied-Holz, für die Anke Schilke zuvor jahrelang ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv war. Doch warum das alles? Warum der große Aufwand für die Gesellschaft – unbezahlt und in der Freizeit? „Weil es mir einfach gefällt“, sagt sie und findet, das sei das Normalste der Welt: „Der TV Holz ist mein Verein. Und er ist mir einfach sehr wichtig. Er ist ein großer Teil meines Lebens. Es macht mir Spaß, diese Aufgaben zu übernehmen.“

Für die Zukunft wünscht sich die 61-Jährige, dass die „supergute“ Vorstandsmannschaft des TV Holz zusammenbleibt. Und, „dass die Behörden uns als das ansehen, was wir sind: Ehrenamtliche“, erklärt Anke Schilke mit Blick auf die immer höheren Anforderungen und komplexer werdenden Auflagen für diejenigen, die sich in ihrer Freizeit freiwillig für andere einsetzen.

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