Amateur-Schauspieler zeigen ihr Können

Amateurtheater : Amateur-Schauspieler zeigen ihr Können

Drei herausragende Produktionen wurden beim Amateurtheaterpreis ausgezeichnet. Die Jury lobte die Vielfalt und die Qualität der Stücke.

Die bange Frage zu Beginn des Abends war, würde die Kulturhalle Heusweiler den vielen Besuchern ausreichend Platz bieten? Denn am Freitagabend wurde dort der Saarländische Amateurtheaterpreis des Verbandes Saarländischer Amateurtheater verliehen. Und diesem Verband gehören – sage und schreibe – 75 Theatergruppen an. In diesem Jahr bewarben sich 19 Vereine mit 29 Stücken um den Preis. Und während sich die Halle füllte, liefen auf der Bühne schon Videos der eingereichten Aufführungen.

Der Vizepräsident des Verbandes ist Thomas Redelsberger, der Bürgermeister von Heusweiler. Und in dieser Doppelfunktion führte er launig durch die Preisverleihung, meinte, „dass die Besucher großes Glück haben, denn ich werde trotz Doppelfunktion nur eine Rede halten“. Dann hob er das Ziel des Verbandes für die Ausschreibung des Preises hervor. „Wir wollen die ganze Vielfalt unserer Amateurtheatergruppen darstellen und deren Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs.“

Vielfältig arbeiten die verschiedenen Theatergruppen tatsächlich. Denn die Bandbreite reicht vom Mundarttheater, über Komödien und Schauspiel, Musical, Theater für Kinder bis hin zum Improvisationstheater und dem Freilichttheater. Nachdem Bernhard Stopp, Referatsleiter im Ministerium für Bildung und Kultur und Peter Gillo, Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, das Publikum begrüßt hatten, konnten sich die Besucher vom Können der saarländischen Amateurtheatergruppen überzeugen. Denn mit viel Verve und Humor, sowie feinsinniger, überspitzter Ironie führte die verbandseigene Theatergruppe zwei Szenen aus dem Stück „Gretchen 89ff“ vor. Danach wurden Mitglieder aller Theatergruppen, die dieses Jahr bei der Ausschreibung des Preises teilgenommen hatten, auf die Bühne gebeten.

Jede Gruppe erhielt eine Teilnehmerurkunde und 100 Euro, als Aufwandsentschädigung für die Herstellung der Videos. Dann wurde das Publikum noch einmal Zeuge der Vielfalt des saarländischen Amateurtheaters. Denn elf Jugendliche der „Jungen Bühne Auersmacher“ trugen selbstbewusst, gekonnt betont, aber auch mit Sinn für Humor Gedichte vor. Nach den Werken von Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch oder August Heinrich Hoffmann von Fallersleben wurde es spannend. Denn bisher wusste keine der Theatergruppen, ob sie es in die Endauswahl geschafft hatten. Zuvor hatten drei Bezirksjurys eine Vorauswahl aus den 29 Einsendungen getroffen, sodass die Landesjury, bestehend aus Wolfgang Hargarter, Künstlerischer Leiter des Verbandes, Ilka Desgranges, Redaktionsleiterin der Saarbrücker Zeitung, sowie dem nicht anwesenden Kabarettisten Detlev Schönauer, die drei Bestplatzierten aus sechs Einreichungen von fünf Vereinen auswählen konnten.

Daher war das Echo groß im Saal, als jedes der Stücke der Endauswahl als Video für eine Minute nochmal eingespielt wurde. Die Zeit genügte zwar nicht, um sich eine ausführliche Meinung über die Schauspielkunst der Gruppen zu bilden, aber sie reichte, um Stimmung und Atmosphäre auf der Bühne nachvollziehen zu können. Der dritte Preis ging für das Stück „Wie man fällt, so liebt man“ – dotiert mit 500 Euro – an die „Junge Bühne Auersmacher“. Jurymitglied Wolfgang Hargarter lobte die Vielfalt der Theaterarbeit in Auersmacher. Den zweiten Preis und damit 1000 Euro gewann die Komödie Holz mit der Aufführung von „Und alles auf Krankenschein“. Der Preis wurde von Thomas Redelsberger übergeben. Und der erste Preis, und damit 1500 Euro, ging an die Theaterfreunde 1921 Altenkessel für das Stück „Hirn“.

Die Mitglieder der „Jungen Bühne Auersmacher“ landeten auf dem mit 500 Euro dotierten dritten Platz. Foto: Iris Maria Maurer

Ilka Desgranges erzählte, wie überrascht sie von der Qualität der eingereichten Stücke war. „Ich habe Einiges davon in der Redaktion geschaut und musste so oft laut lachen, dass die Kollegen sich schon gewundert haben“, erzählte sie augenzwinkernd. Mit drei zufriedenen Siegern, einem Gruppenfoto, einem Dank bei der Jury und kleinem Umtrunk endete die muntere und abwechslungsreiche Preisverleihung in der Kulturhalle Heusweiler, die übrigens den vielen Besuchern gerade noch genügend Platz bot.

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