Am 16. Dezember soll's losgehen

Im Erdgeschoss des Technischen Rathauses in Köllerbach wird seit kurzem viel Material bewegt und Staub aufgewirbelt. Für mehr als eine halbe Million Euro entsteht dort die wohl modernste Polizeistation des Saarlandes – so sicher, dass man sie nachts nicht mehr bewachen muss.

Warum die Stadtratssitzungen von Püttlingen manchmal so lange gedauert haben? Vielleicht lag es an der behaglichen Wärme im Sitzungssaal des Köllerbacher Rathauses. Die kam nämlich von einer aufwendigen, unter einer Verkleidung installierten - Deckenheizung! Was wohl die wenigsten wussten, die in den letzten zwanzig Jahren hier saßen und diskutierten, wird nun beim Umbau des Hauses offenbar. Das Erdgeschoss des Hauses wird fast völlig umgekrempelt, Türen werden verbreitert oder verlegt, Wände durchbrochen und neu gezogen, der ganze zur Verfügung stehende Raum wird anders aufgeteilt als vorher. So kam auch besagte Deckenheizung ans Tageslicht und wird nun verschrottet und durch übliche Heizkörper ersetzt.

Grund für die seit einigen Tagen laufenden Bauarbeiten ist der zum 16. Dezember ins Auge gefasste Einzug der Polizei-Inspektion Köllertal, die derzeit noch an der B 268 in der Ortsdurchfahrt Heusweiler angesiedelt ist. Es war der Wunsch der Polizei , diese aus ihrer Sicht nicht mehr zeitgemäße, auf drei Etagen verteilte Dienststelle zu verlassen.

Nachdem in Heusweiler keine andere Bleibe zu finden war (weder in Hirtel noch in der Alten Post neben der Kirche oder gegenüber der Post), kam es zum Beschluss, in die Nachbarkommune umzuziehen.

Vom Flächenangebot verbessert sich die Polizei am neuen Standort nicht. Hier wie da stehen etwa 600 Quadratmeter einschließlich Verkehrsfläche zu Verfügung. Einen entscheidenden Vorteil gebe es jedoch in Köllerbach, beschreibt Dienststellenleiter Horst Peter Schäfer: In der neuen Polizei-Inspektion ist der Dienstbetrieb auf einer einzigen, barrierefreien Ebene angesiedelt. Die Arbeitsplätze für die etwa 40 Mitarbeiter würden zudem nach arbeitsergonomischen Gesichtspunkten gestaltet, der Einsatzleittisch und die Telefonanlage sollen ebenso modern sein wie die Bürostühle und die mittlerweile gängigen höhenverstellbaren Schreibtische, an denen auch im Stehen gearbeitet werden kann.

"Die Kollegen freuen sich schon sehr auf die neue Dienststelle", sagt Horst Peter Schäfer und berichtet, dass das Gebäude das erste der saarländischen Polizei sein werde, das wegen der hohen baulichen und technischen Sicherheitsausstattung nachts nicht mehr bewacht werden müsse.

Zur Erklärung: kleine, so genannte B-Dienststellen der Polizei , werden unter der Woche ab 22 Uhr nicht mehr besetzt. Weil dort Waffen und sensible Daten aufbewahrt werden, müssen dieses Objekte bislang aber von Polizisten oder Sicherheitsleuten geschützt werden. In Köllerbach soll das nicht mehr erforderlich sein.

Bauherr des Umbaus und demnächst Vermieter des Erdgeschosses an das Land ist der Eigenbetrieb der Stadt "Kommunaler Service Püttlingen GmbH". Geschäftsführer Stefan Hirschmann beziffert die Gesamtkosten auf über eine halbe Million Euro, was hauptsächlich der Technik geschuldet sei. "Wir sind sehr zuversichtlich, den vorgegebenen Bauzeitenplan einzuhalten", gibt sich Hirschmann gelassen.

Anders als die Deckenheizung werden übrigens die hübschen Sitzungssaal-Glastüren mit den Wappen der Püttlinger Stadtbezirke nicht entsorgt, sondern sollen an einem anderen Ort eingebaut oder gezeigt werden. Im Gebäude verbleiben - nach derzeitigen Stand - weiterhin die Technischen Dienste Püttlingen und der Kommunale Service. Der bisherige Hauptnutzer, Energis, ist dagegen bereits ausgezogen, mit Ausnahme des Energis-Kundenbüros, das weiter vor Ort betrieben wird.

Die Polizei-Inspektion Köllertal zieht ins Technische Rathaus in Köllerbach. Archivfoto: Andreas Engel.

Die Schließung des Polizeipostens Püttlingen mit gleichzeitiger Öffnung des Postens Heusweiler (im Erdgeschoss des Rathauses) ist für den 1. November vorgesehen.