Alles ist möglich

Für den Saarlandpokal-Sieger TV Holz steht nach der katastrophalen vergangenen Saison ein sportlicher Neubeginn in der 3. Liga an. Damit wieder Erfolg einkehrt, wurde unter anderem Kelsey Chambers verpflichtet.

"Ich will jedes Spiel gewinnen", sagt Kelsey Chambers mit einem Augenzwinkern: "Manche mögen das für nicht realistisch halten. Aber wenn wir weiterhin so gut spielen, ist alles möglich." Es ist noch nicht lange her, dass die US-Amerikanerin den langen Weg über den Atlantik nach Deutschland angetreten hat. Vier Wochen nach ihrer Ankunft im Saarland ist die 22-Jährige von den Fähigkeiten ihrer neuen Mannschaft überzeugt. Chambers, eine Blondine mit einem einnehmenden Lachen, wird in dieser Saison für Volleyball-Drittligist TV Holz am Netz stehen.

"Verstärkung in allen Bereichen"

"Kelsey hat voll eingeschlagen - spielerisch, aber auch menschlich", sagt Trainer Jörn Riemenschneider. Er ergänzt: "Sie ist eine Verstärkung in allen Bereichen." Mit dieser Verstärkung will der TV Holz nach dem sang- und klanglosen Abstieg ohne Sieg aus der 2. Bundesliga in der neuen Spielzeit in der 3. Liga erfolgreich sein.

Dass die Mannschaft das Potenzial hat, auf einem den vorderen Tabellenplätze zu landen, war bei in den Vorbereitungsspielen zu sehen. Am vergangenen Sonntag setzte sich der TV Holz dann in Fischbach im Finale des Saarlandpokals mit 3:0 gegen den SSC Freisen durch (wir berichteten). Beim AOK-Cup vor drei Wochen in Fischbach belegte Holz den ersten Platz. Doch vor allem der Sieg beim Giants-Cup Anfang September in Gladbeck zeigte die Leistungsstärke der Holzerinnen, als sie unter anderem Gastgeber und Zweitligist TV Gladbeck mit 2:0 besiegten.

"Bei dem Turnier haben wir unglaublich gut gespielt", berichtet Chambers: "Da war viel Energie und Leidenschaft bei uns zu erkennen." Die US-Amerikanerin spielt auf der Position der Diagonalangreiferin und soll an vorderster Front für Punkte sorgen. Den Ball kräftig zu schmettern, das lernte sie an der High School in ihrer Heimatstadt Jordan im US-Bundesstaat Minnesota, eine knappe halbe Stunde von Minneapolis entfernt. Durch ihre Mutter, eine Volleyball-Trainerin, kam Chambers früh mit dem Sport in Berührung. Ein Sportstipendium führte sie später in den Nachbarbundesstaat South Dakota. An der Northern-State-Universität in Aberdeen war sie vier Jahre Stammspielerin der Volleyball-Mannschaft, die in der zweithöchsten amerikanischen College-Liga spielt.

Auftaktspiel in Bad Vilbel

Am morgigen Samstag wartet das erste Liga-Spiel in Deutschland auf Chambers, wenn sie mit dem TV Holz um 19 Uhr beim SSC Bad Vilbel antritt. "Wir müssen uns einfach auf uns konzentrieren und auf unserer Seite alles richtig machen, dann gewinnen wir auch", erklärt die 22-Jährige. Ein Problem jedoch gibt es aber noch, wie sie zugibt. "Ich kann leider den Namen unseres Gegners nicht aussprechen, werde aber einfach da sein und spielen", sagt Chambers - und lacht.