Affe macht Chaos perfekt

Zur Sessionseröffnung des Heimat- und Verkehrsvereins brachte die Kleine Bühne Niedersalbach wieder eine Komödie auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Dabei erwartete die Gäste einige Überraschungen.

Es ist guter Brauch, dass die Kleine Bühne Niedersalbach die Sessionseröffnung des Heimat- und Verkehrsvereins mit einer Komödie beginnt. Diesmal hatte man sich das Stück "Ich krieg nen Affen" von Rolf Sperling ausgesucht.

Weil das Werk im Frühjahr kommenden Jahres noch einmal aufgeführt wird, wollen wir nicht zu viel über den Inhalt verraten. Im Mittelpunkt steht der Hallodri Leon Geibler (Michael Münz), der von seiner Ehefrau Karin (Elfriede Jung) beim Fremdgehen erwischt wird - ausgerechnet mit seiner Ex-Frau Claudia (Ramona Leuschel). Beide Damen sind außer sich und wollen nichts mehr mit Leon zu tun haben. Wegen dessen unsteten Lebenswandels mischt sich auch noch seine Mutter (Désirée Becker) ein, die das genaue Gegenteil von Leons Vater (Christian Mang) ist, der kaum ein Wort herauskriegt. Genervt von allen stöhnt Leon ständig: "Ich krieg 'nen Affen" - was eine etwas überdrehte Fee (Franziska Kraß) wörtlich nimmt . . .

Das Chaos vervollständigen ein überforderter Professor (Marcus Meiser), eine hübsche Nachbarin (Sabine Poh) und eben jener vielbeschworene Affe (Sibylle Lesch). Die Leistung des Ensembles war sehr gut, auf ein paar Darsteller muss aber besonders eingegangen werden. So auf Michael Münz, der gewohnt souverän spielte und selbst in den chaotischsten Situationen klaren Kopf behielt. Oder Désirée Becker, die ohne Unterlass quasselte und Sohn, Ehemann sowie Schwiegertöchter fertigmachte, ehe sie am Ende eine deftige Überraschung erlebte. Und Christian Mang, der den größten Applaus und die meisten Lacher erhielt. Er sprach wohl fast allen Ehemännern im Saal aus dem Herzen, als er sich zum Ende des Stückes endlich "emanzipierte." Und dann war da noch Sibylle Lesch im Affenkostüm. Die wenigsten Zuschauer erkannten sie erst, als sie beim Schlussapplaus aus dem Kostüm schlüpfte. Es war eine Rolle ohne Worte, doch Lesch schien Tage und Wochen im Zoo verbracht zu haben, denn sie ahmte die Bewegung und "Affensprache" einfach perfekt nach.

Bei dieser Premiere wartete die Kleine Bühne Niedersalbach mit einigen Überraschungen auf: es wurde geknutscht und gefummelt wie noch nie. "Ich hab meinem Mann gesagt, ja da sind ein paar harmlose Kussszenen drin. Ich glaub, heute Abend muss ich zu Hause bei ihm etwas gutmachen", schmunzelte Ramona Leuschel hinterher. Außerdem wurde nach vielen Jahren endlich mal wieder "platt geschwätzt".

"Das hat dem Stück zusätzlichen Reiz verliehen, das war einfach klasse", lobte Zuschauer Berthold Theis. Dass ausgerechnet Désirée Becker "platt schwätzte" und das auch noch wie ein Wasserfall, verblüffte. Denn im täglichen Leben spricht sie nur hochdeutsch. Und: der Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger debütierte als Regisseur. "Ich hatte einfach mal Lust, das auszuprobieren", sagte er, gestand jedoch: "Aber so viel geschwitzt und Ängste ausgestanden habe ich noch nie. Das ist doch etwas ganz anderes, wenn man die Verantwortung für die Spielleitung hat, als wenn man auf der Bühne steht."

Zum Thema:

Auf einen Blick Akteure im Hintergrund: Souffleuse: Iris Ambrosius. Bühnenbild: Bruno Lesch, Jörg Callsen, Dustin Zahler. Tontechnik: Mirko Küllmar, Ralf Monz, Christian Folz. Lichttechnik: Dustin Zahler. Moderation: Wolfgang Raber. dg