Adventszauber im Köllertal

Viele Weihnachts- oder Adventsmärkte im Köllertal lockten am Wochenende Gäste an. Stellvertretend haben wir das Püttlinger Weihnachtsdorf sowie die Märkte in Heusweiler und Riegelsberg besucht.

Am besten macht man sich in der Dämmerung auf den Weg. Im Dunkeln sind Weihnachtsmärkte am schönsten. Wir haben unsere Tour in Püttlingen begonnen. Mit Laternen, Taschenlampen und anderen Leuchtmitteln versammelten sich am späten Freitagnachmittag 50, 60 Kinder zum Lichterumzug am Marktplatz.

Die Pickardstraße rauf, quer durch den Stadtpark und dann durch das Tor hinein ins Weihnachtsdorf. So geleiteten sie den Weihnachtsmann feierlich zu seinem Bauwagen-Haus. Hinter verschneiter Dekofassade hielt der in seinem Wohnzimmer Audienz, schenkte Kinderwünschen Gehör.

Neben den vertrauten weihnachtlichen Düften lockten Marillenpunsch und Muffins die Besucher an die Buden. Schulkinder gestalteten das Bühnenprogramm mit Liedern und Gedichten. Sie sangen von großen Kerzen und von kleinen Kerzen, von Lichterschein und Lebkuchenmännern. Lichterketten an den Holzhäusern und der großen Tanne in der Mitte brachten das kreisrunde Püttlinger Weihnachtsdorf zum Strahlen. Am Samstagnachmittag gab es in Püttlingen Märchen zum Zuhören und Mitmachen für Kinder.

Der Heusweiler Weihnachtsmarkt, der am Samstag auf dem Marktplatz seine Pforten öffnete, war von der Anordnung her ähnlich. In der Mitte ein Weihnachtsbaum und am Rand entlang Stände. Hier allerdings nicht im Rondell, sondern im Karree. 14 Vereine hatte Ortsvorsteher Helmut Maas mobilisiert. Bei der abendlichen Illumination spielte sogar der Balkon oben im Anbau der Kulturhalle mit. Glüh-Viez, heißer Amaretto, Partysuppe und Kartoffelpuffer sorgten für innere Wärme. Die Marinekameradschaft servierte zum Grog gleich das komplette Rezept: "Ein bitken Woter, recht väl Rum, twei Stöck Zucker und dat röhr um! Dat regt dien Geist an un warmt den Lief".

400 Tüten verteilt

Wehnachtsmarkt in Heusweiler. Nikolaus Werner Briese mit seinen Engeln Selina Breyer, Miriam und Andrea Roos. Foto: Andreas Engel Foto: Andreas Engel
Das Duo Winterwind mit Marion Ritz-Valentin (Musik) und Laura Trapp (Feuertanz) trat in Riegelsberg auf. Foto: Becker & Bredel Foto: Becker & Bredel

"Der Spruch klingt gut, und es schmeckt auch so", kommentierte ein Besucher. Kinderpunsch, Märchen und ein Nikolaus mit Bischofsmütze und goldenem Stab, der 400 Tüten mit Apfel, Nuss und Mandelkern verteilte, hielten den Nachwuchs bei Laune.

Am allerschönsten sind Weihnachtsmärkte , wenn sie auch die großen Besucher verzaubern und in die Kindheit zurückversetzen. Riegelsberg lockte zum Einstand am Samstagabend die Besucher mit einer Feuershow vor das Rathaus. Rote Buden und ein gestreiftes Zelt vorne an der Spitze gaben dem Markt ein zirzensisches Gepräge. Etwas bunter, etwas poppiger als üblich. Marion Ritz-Valentin im goldenen Gewand und Schauspielschülerin Laura Trapp in Silber-Weiß steckten mitten auf dem Platz mit Fackeln und dicken Kugelkerzen eine Manege ab. Man dachte an Sonne und Mond, Rauschgoldengel, Schneeflocken und Eiskristalle. Das sollte so sein, Free-Style-Fantasie war bei der Interpretation der Winterwind-Vorstellung gefragt. Es folgten Trommelklänge und wirbelnder Fackeltanz, Körperfeuer zu Querflötenklängen, Hullahoop mit brennenden Reifen zu Schellenkranzgeklimper. Zum Finale ließen die Zuschauer Wunderkerzen sprühen. Gestern folgte in Riegelsberg ein Mitmachmusical für kleine Leute.