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Orchester sorgen für schönen Abend
Adventskonzert begeistert Besucher

Das Große Orchester mit Dirigentin Judith Hoffmann und Sänger Siegfried Lambert am Samstagabend beim Adventskonzert in der Großwaldhalle in Eiweiler.
Das Große Orchester mit Dirigentin Judith Hoffmann und Sänger Siegfried Lambert am Samstagabend beim Adventskonzert in der Großwaldhalle in Eiweiler. FOTO: Fredy Dittgen
Eiweiler. Musikverein Eiweiler wählt als zentrales Stück die „Highland-Hymne“ von Philip Spark aus.

Bei seinem 44. Adventskonzert in der mit knapp 300 Zuhörern fast ausverkauften Großwaldhalle begeisterte der Musikverein Eiweiler wieder einmal sein Publikum. Kernstück des Konzertes war die „Highland-Hymne“, ein sinfonisches Werk von Philip Spark, der mit dieser dreisätzigen Suite musikalische Bilder des schottischen Hochlandes zeichnete. Das Große Orchester des Musikvereins Eiweiler setzte dieses 18 Minuten lange Werk eindrucksvoll um, mit lang ausgehaltenen Tönen und einer darüber gelegten Melodie, wie man sie vom Dudelsack kennt. Roman Peter spielte diese Dudelsackmelodie mit seinem Fagott, und man merkte kaum den Unterschied. Wie wandelbar das Orchester ist, bewies es mit seiner Version des berühmten Boleros von Maurice Ravel und mit seinem Jazz- und Swingpotpourrie „Alles Roger“, mit dem das Orchester an den deutschen Jazz-Sänger Roger Cicero erinnerte, der im vergangenen Jahr im Alter von 45 Jahren gestorben war. Sechs seiner schönsten Titel hatte Dirigentin Judith Hoffmann zu einem Medley arrangiert, das in dem Lied gipfelt: „Frauen regier’n die Welt“. Oder wie es Moderator Dr. Thomas Bauer formulierte: „Frauen dirigier’n die Welt“. Für viele Besucher war das letzte Werk des Konzertes der absolute Höhepunkt. In dem Sambaklassiker „El Cumbanchero“ von Rafael Hernandez konnte das Orchester all seine Qualitäten ausspielen: strahlende Trompeten, jubilierende Flöten, dominierende Saxofone und eine aufgerüstete Perkussionsgruppe zauberten südamerikanisches Flair in die Großwaldhalle. Viele Zuhörer feierten diese Samba lautstark mit und forderten danach stürmisch Zugaben. Und die lieferte das Orchester. Sehr zur Freude der Freunde traditioneller Blasmusik mit dem Fliegermarsch von Hermann Dostal, bei dessen Refrain „Komm und sei mein Passagier, fliege, fliege, flieg mit mir“ das Orchester auch seine stimmlichen Qualitäten bewies. Apropos stimmliche Qualität: Die zweite Zugabe ging unter die Haut, als Siegfried Lambert ungeheuer gefühlvoll den Udo-Jürgens-Song „Deinetwegen“ interpretierte. Eine schöne Stimme und ein zart begleitendes Orchester, das war ganz großes Kino. Eine tolle Leistung gab es aber auch vom Jugend- und Schülerorchester, das einen Cowboysong („Ghostriders in the Sky“), eine gefühlvolle Ballade („One Moment in Time“) und den White Stripes-Kulthit „Seven Nation Army“ präsentierte und ebenfalls nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen wurde.



(dg)