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AC Heusweiler unterliegt Top-Favorit
„Wir haben uns sehr teuer verkauft“

Mattenleiterin Maria Anselm (links) schaut genau hin: Nikolai van Berkum vom AC Heusweiler (in Rot) hat Danijel Janecic vom TuS Adelhausen am Boden. Zwei Mal gab es diese Situation. Doch Anselm entschied nicht auf Schultersieg. „Ich denke, dass ich ihn auf den Schultern hatte“, sagt van Berkum, der den Kampf in der Klasse bis 75 Kilogramm im griechisch-römischen Stil mit 6:8 verlor.
Mattenleiterin Maria Anselm (links) schaut genau hin: Nikolai van Berkum vom AC Heusweiler (in Rot) hat Danijel Janecic vom TuS Adelhausen am Boden. Zwei Mal gab es diese Situation. Doch Anselm entschied nicht auf Schultersieg. „Ich denke, dass ich ihn auf den Schultern hatte“, sagt van Berkum, der den Kampf in der Klasse bis 75 Kilogramm im griechisch-römischen Stil mit 6:8 verlor. FOTO: Andreas Schlichter
Heusweiler. Der AC Heusweiler hat zum Start in die Saison in der Ringer-Bundesliga gegen Titel-Topfavorit TuS Adelhausen mit 4:17 verloren. Von Patric Cordier

Was hätte das für ein Debüt werden können: Nikolai van Berkum stand erstmals für den AC Heusweiler auf der Ringer-Matte. Und für den Auszubildenden zum Anlagenmechaniker war es der erste Kampf in der Bundesliga. Gegner des 19-Jährigen war der international erfahrene Danijel Janecic vom TuS Adelhausen. „Natürlich war ich aufgeregt. Das kannte ich ja so alles noch nicht“, sagte van Berkum. Die Nervosität war aber nicht zu spüren. Zwei Mal hatte der Neuzugang den Adelhausener Routinier auf den Schultern. Doch Mattenleiterin Maria Anselm entschied nicht auf Schultersieg. „Ich denke, dass ich ihn auf den Schultern hatte“, erzählt der Greco-Spezialist, der in der Klasse bis 75 Kilogramm antrat: „Vielleicht hätte ich ihn einfach etwas länger festhalten müssen, damit die Mattenleiterin es erkennt.“ Van Berkum verlor den Kampf mit 6:8. Trainer Cacan Cakmak war trotzdem zufrieden. Auch dass der AC Heusweiler am vergangenen Samstag am Ende mit 4:17 unterlag, störte ihn nicht. „Adelhausen ist der Topfavorit auf den Titel. Wir haben uns sehr teuer verkauft“, sagte Cakmak.


Für den ersten Sieg der Gastgeber vor knapp 200 Zuschauern in der Halle der Gemeinschaftsschule hatte Teodor Horatau gesorgt. Der Rumäne setzte sich gegen Ibrahim Fallacara in der Klasse bis 61 Kilogramm im griechisch-römischen Stil mit 2:1 durch. Beim TuS Adelhausen hatten sieben Ringer einen deutschen Pass. „Der TuS hat eine unglaublich starke Truppe“, sagte Heusweilers Neuzugang Daniel Meiser, „und dabei hatte er seine ganzen Weltklasse-Athleten garnicht erst mitgebracht“.

Die Gäste brachten es in der neuen Punktwertung, wonach jedem Sportler je nach Herkunft und Erfolg eine gewisse Punktzahl zugeordnet wird, auf 18 Zähler, Heusweiler auf 19. Erlaubt sind höchstens 28. Damit soll mehr Chancengleichheit zwischen den Vereinen geschaffen werden. Andererseitz will man damit den Einsatz von Sportlern aus dem eigenen Nachwuchs attraktiver machen. Nach der Saison will der Deutsche Ringer-Bund überprüfen, ob die Ziele erreicht wurden.



Nachdem Neuzugang Boychov Boycho in der Freistil-Klasse bis 66 Kilogramm gegen Manuel Wolfer den zweiten Heusweiler Punktsieg eingefahren hatte, war es an Meiser, den dritten Erfolg sicherzustellen. Nach zwei Jahren beim ASV Mainz legte der Rückkehrer in der Klasse bis 71 Kilogramm im griechisch-römischen Stil los wie die Feuerwehr. Anfang der zweiten Runde setzte er einen Schwunggriff, warf seinen Gegner Zsolt Berki über sich und wurde dafür mit einer Vierer-Wertung belohnt. „Ich war gut im Mann und wusste in dem Moment, dass ich mit der Technik durchkomme“, sagte Meiser, der am Ende mit 7:0 die Oberhand behielt.

Am kommenden Samstag hat der AC Heusweiler erneut Heimrecht. Ab 19.30 Uhr ist der ASV Urloffen zu Gast.