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800 Jahre Eiweiler
800 Jahre Eiweiler eingetütet

In der Ortschronik geht es auch um die Geschichte der Holzindustrie im Ort. In den Geissler Möbel- und Holzwerken war in den 1950ern Handarbeit gefragt – hier Arbeiterinnen der Möbelfabrik.
In der Ortschronik geht es auch um die Geschichte der Holzindustrie im Ort. In den Geissler Möbel- und Holzwerken war in den 1950ern Handarbeit gefragt – hier Arbeiterinnen der Möbelfabrik. FOTO: Barbian, Walter / Kategorie A
Eiweiler. Zum Start des Jubiläums gibt es eine neue Ortschronik, auf Wunsch in der eigens aufgelegten „Eiweiler Tasche“. Auch das Programm des Fest-Jahres kann sich sehen lassen. Von Fredy Dittgen

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen feiert der Heusweiler Ortsteil Eiweiler in diesem Jahr seinen 800. Geburtstag (siehe Infokasten). Darüber hinaus wird das Jubiläum mit besonderen Erinnerungsstücken gewürdigt. Nicht nur mit einem Jubiläumsbier, das die Eiweiler Großwaldbrauerei auf den Markt bringt (die Saarbrücker Zeitung berichtete), sondern auch mit einer 110 Seiten starken Chronik sowie einer Einkaufstasche, die mit Eiweiler Motiven bebildert ist. Die Chronik wurde von einer Arbeitsgemeinschaft erstellt, der Ortsvorsteher Richard Wachall, Carl Herrmann Christmann, Anton Jenal, Gabi Bauer, Thomas Nieland, Karl Ney, Lothar Leidinger, Jürgen Houy und Karl Heinz Janson angehörten. Das Titelbild wurde von Udo Müller gestaltet. Die reich bebilderte Chronik enthält neben Grußworten, Vereinsporträts und dem Festprogramm viele – teilweise spannende – Geschichten.



So erinnert Karl Heinz Janson an einen sensationellen Goldfund aus dem Jahre 1921, als ein Eiweiler Landwirt beim Pflügen ein Behältnis ans Tageslicht beförderte, das 60 Goldmünzen aus der Zeit zwischen 1388 und 1547 enthielt. Möglicherweise hatte dort jemand im 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) seinen Schatz aus Angst vor Plünderungen im Acker verscharrt und konnte ihn später nicht mehr bergen. Bekanntlich hatten ja nur wenige Menschen im gesamten Köllertal diesen Krieg mit seinen Plünderungen, Folterungen, Hungersnöten und Seuchen überlebt. In der Chronik ist nachzulesen, wo dieses Gold gefunden wurde, wer es gefunden hat und was mit dem Fund passiert ist.

Anton Jenal widmet sich in einem Artikel der urkundlichen Ersterwähnung Eiweilers und erzählt gemeinsam mit Gabi Bauer, wie es dem Dorf in der Fürstenzeit (17. Jahrhundert) erging. Historische Erzählungen steuern Carl Herrmann Christmann (über die Eiweiler Mühle) und Jürgen Houy (über die Kirchen- und Schulgeschichte des Dorfes) bei. Christel Kleber erinnert an 150 Jahre Großwaldbrauerei.

Eiweiler ist aber nicht nur ein Brauereistandort, sondern auch seit Jahrzehnten ein Standort der holzverarbeitenden Industrie. Lothar Leidinger und Karl Heinz Janson erzählen, wie diese Zeit mit der Möbelfabrik Geissler begann und sich über Agepan und die Glunz AG zum Laminate Park entwickelte. Zudem befasst sich Janson mit der kommunalen Entwicklung des Dorfes und mit der Köllertalbahn.

Erhältlich sind Chronik und Einkaufstasche zum jeweiligen Stückpreis von drei Euro bei Michael Rituper, im Schützenhaus, im Schnapsheisje sowie bei Ortsvorsteher Richard Wachall und dessen Stellvertreter Uwe Müller. Chronik und Tasche gibt’s auch zusammen für fünf Euro.

Weitere Informationen bei Richard Wachall, Tel. (0 68 06) 64 26.

Ein Goldgulden aus der Zeit 1399 bis 1402. Bei der Kartoffelernte 1921 auf einem Eiweiler Feld wurden 60 Goldgulden auch aus dieser Epoche in einem birnenförmigen, gusseisernen Gefäß gefunden.
Ein Goldgulden aus der Zeit 1399 bis 1402. Bei der Kartoffelernte 1921 auf einem Eiweiler Feld wurden 60 Goldgulden auch aus dieser Epoche in einem birnenförmigen, gusseisernen Gefäß gefunden. FOTO: Archiv SZ / Unbekannt