14-Jähriger aus Heusweiler will klassischer Sologitarrist werden

Schüler des Völklinger Einstein-Gymnasiums auf dem Weg zum Konzertprofi : Ziel: Klassischer Sologitarrist werden

Nils Kurzyca hat mit fünf Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Heute ist er 14 und hat seinen ersten Musikpreis gewonnen.

Nils Kurzyca ist ein Glückspilz: Er liebt das Instrument, das er spielt, und er mag genau die klassische Musik, die dafür geschrieben wurde: für die Gitarre. Außerdem macht es ihm überhaupt nichts aus, vor 500 Leuten aufzutreten – doch dazu später.

Schon mit fünf Jahren begann er mit dem Musizieren, weil er im Kindergarten so fasziniert von einer Gitarre spielenden Betreuerin war. „Ich fand das total toll und wollte das dann auch selber machen“, erinnert sich der 14-Jährige. Jetzt hat der in Heusweiler lebende Jugendliche einen ersten großen Preis eingeheimst, nämlich einen ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Halle – in der Kategorie „Zupfinstrumente: Duo, Trio, Quartett, Quintett, Altersgruppe IV“. Er war mit Emilie Becker aus Hochstadt (Mandoline) und Amelie Jenzer aus Freiburg (ebenfalls Mandoline) angetreten. Das Trio hatte sich über Nils’ Gitarrenlehrer ergeben, den Gitarren-Professor an der Hochschule für Musik, Stefan Jenzer. Der leitet das saarländische Jugendzupforchester und wusste, wer gut zusammenpasst.

Amelie ist seine Tochter, und Emilie spielt auch dort mit. Ursprünglich hätte es auch Möglichkeiten gegeben, dass Nils mit zwei saarländischen Mitstreitern antritt, aber die hatten sich dann für andere Ensembles entschieden. Das war vielleicht ein weiteres Glück, denn das Trio spielte so stark auf, dass der junge Gitarrist als einer von nur drei saarländischen Jugendlichen den Jugend-musiziert-Preis gewinnen konnte.

Und es kam noch besser: Das Trio durfte, weil es auch in der Punktewertung ganz vorne lag, beim anschließenden Preisträgerwettbewerb mitwirken. Gerade mal 22 Solisten oder Ensembles wurden dafür aus 1700 ausgewählt. So kam es auch, dass der Schüler des Völklinger Albert-Einstein-Gymnasiums schon mal einer echten Bundesministerin die Hand geschüttelt hat – Franziska Giffey war nämlich als Vertreterin der Bundesregierung dort. War das nicht aufregend, hatte er da kein Lampenfieber? „Nö, ich war überhaupt nicht nervös, denn da war der Großteil ja schon geschafft. Da konnte man den ganzen Leuten noch mal zeigen, was man so gespielt hat“, erzählt er mit großem Selbstbewusstsein.

Aber beim Vorspiel zum Wettbewerb sei er auch nicht nervös gewesen. Natürlich hat der Neuntklässler vor, Gitarre zu studieren, den richtigen Lehrer hat er dafür mit Stefan Jenzer ja bereits gefunden. „Klassischer Sologitarrist, das ist mein Ziel.“ Gerade absolvierte er die Aufnahmeprüfung fürs so genannte Jungstudium, das Ergebnis steht noch aus. „Man ist dann schon wie ein Student und kann Kurse belegen wie Dirigieren oder Musiktheorie.“ Die klassische Gitarrenmusik hat es ihm angetan, obwohl er doch mit diesem Instrument die gesamte Pop- und Rockmusik rauf und runter spielen könnte. Nein, das, was die Klassenkameraden hören, mag er nicht so. Lieber hört er Bach, Beethoven und Vivaldi oder spielt Stücke von Francisco Tárrega oder Fernando Sor. In die Wiege gelegt war ihm das Talent nicht unbedingt, seine Mutter spielt kein Instrument, nur sein Vater etwas Klavier. Das lernt Nils jetzt auch, denn für sein großes Ziel, die Aufnahme an der Musikhochschule, ist das sicher vorteilhaft. Ansonsten hat er noch das Hobby Schwimmen – den Kampfsport gab er der Gitarre zuliebe auf. Da sind ja zum einen die langen Fingernägel, die er an der Zupfhand braucht, und: „Wenn man da was am Finger hat, ist es schlecht.“ Er übt bis zu drei Stunden am Tag: „Momentan macht’s mir sehr viel Spaß. Das kommt daher, dass ich die Musik so mag.“

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