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Helmut Bock hält sich in der Medien-Technik gern auf der Höhe der Zeit

Serie Menschen im Regionalverband : Interesse an Technik hält Helmut Bock jung

Der bodenständige Medien-Mann begann noch mit Lettern aus Blei und hält sich auch im Facebook-Zeitalter auf der Höhe der Zeit.

Helmut Bock muss sich im Saarbrücker Westen kaum jemandem vorstellen. Der ehemalige Wasserballer war über Jahrzehnte als Lokalchronist unterwegs, schrieb Beiträge für den Wochenspiegel, dann für das von ihm mitgegründete Westmagazin und letztlich für seinen Blog „Hallobock“.

Dort berichtete er über Themen aus Malstatt, Burbach, Gersweiler, Klarenthal oder Altenkessel. Am kommenden Sonntag, 26. April, wird er 80 Jahre alt und fürchtet sich nach wie vor nicht vor den neuen Medien.

Mit 70 wollte er eigentlich aufhören, seinen Blog einstellen und seine Zeit ohne Termindruck verbringen. „Aber da brauchte ich mehrere Jahre Anlauf“, sagt er heute. Erst nach und nach konnte er sich davon lösen, seine Reportagen und Fotos auf „Hallobock“ zu verbreiten.

Geld für seine Arbeit als Berichterstatter hat er mit Ausnahme der kurzen Zeit beim Wochenspiegel nie verdient. Bock war Hobbyjournalist und sah sich auch stets als Nachbarschaftsreporter ohne finanzielle Interessen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in der Sparkassen-Druckerei.

Wenn jemand Bilder kaufen wollte, verwies Bock ihn an die Fotografen-Kollegen, die davon leben. „Auch deswegen habe ich nie mit jemandem Streit bekommen“, erzählt er heute. Er sitzt zuhause an einem Grafik-PC, wo er sich in das professionelle Layoutprogramm Indesign einarbeitet.

Zwei VHS-Kurse hat er dafür gemacht. „Beim ersten hab ich es einfach nicht geschnallt“, sagt der 79-Jährige. Doch weil er seine alten Fotos am PC neu ordnen und grafisch zusammenstellen will, bleibt er am Ball. „Im Kurs waren lauter junge Leute mit Computern in der Firma, während ich überlegte, ob es überhaupt noch Sinn hat, einen neuen PC zu kaufen.“ Er machte es, erstellt jetzt für sich und seine Familie Collagen aus dem großen Fundus. „Leider hab ich die alten Filme irgendwann weggeworfen. Daher geht mein Archiv nur noch bis 2002 zurück. Aber jedes Jahr wird jetzt aufgearbeitet“, sagt er.

Der Schriftsetzer erlernte seinen Beruf noch mit Lettern aus Blei, heute ist alles digital. Kein Problem, denn er blieb stets am Ball. Social Media, die neuen Nachrichtenkanäle, hat er sich längst angeeignet. Aber seinen Google-Blog „Hallobock2625“ mit allem, was ihm in den Stadtteilen wichtig erschien, betreibt Bock inzwischen nicht mehr.

Dafür sendet er ab und an Nachrichten auf Facebook. Allzu ruhig ist Bocks Leben nach wie vor nicht. Er singt wie schon seit elf Jahren im Heart Chor Saar nach wie vor Rock- und Popsongs für die Zielgruppe 60 plus und unterstützt seine Frau bei ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Arbeiterwohlfahrt in Malstatt.