Heimat shoppen einmal anders

Das nächste Mal wird alles anders : Probelauf zum Heimat shoppen

Es gibt etwas Neues. Es nennt sich Heimat shoppen. Man sucht gezielt den heimischen Einzelhandel auf und will natürlich etwas kaufen. Das kann gelingen, muss aber nicht.

Heimat shoppen – so lautete der Slogan am Wochenende. „Kaaf gefällischst dehemm“ – so halt, auf saarländisch, falls man das Wort „shoppen“ verabshoppt, pardon verabscheut. Nun ja, ich bin dann mal der Aufforderung nachgekommen und mit einer Freundin am Samstag in einer kleinen Kommune in der Region zum Einkauf geeilt. In einem netten Laden haben wir uns gewissermaßen  von Kleiderstange zu Kleiderstange gehangelt und viele Teile befühlt und beäugt. Was natürlich durstig macht.  Daran hat zum besonderen Shopping-Anlass auch die freundliche Geschäftsinhaberin gedacht und jeder Kundin ein Glas Crémant spendiert. Mal eben dran genippt, geht’s  wieder auf  die Pirsch. Weidmannsheil, es wird sich doch hoffentlich ein schönes kleidsames Teil finden lassen. Irgendwie bin ich aber heute nicht so im Kaufrausch. Das ist halt Formsache. Manchmal läuft es hervorragend und man lässt viel Geld im Laden.  Manchmal jedoch will die Übung nicht gelingen.

Es lässt sich sehr zäh an, von zartrosa über pink bis hin zu steingrau will mir nichts gefallen. Mal ist mir das Oberteil zu lang, mal zu auffällig, zu altbacken oder zu blinki-blinki. Perlchen, Pailetten vorm Busen und so, Sie verstehen schon.  Meine Freundin allerdings hat schon etwas gefunden, was ihr prima steht  und dreht sich im neuen Gewand vorm großen Spiegel.

Ah, und dann sehe ich sie. Diese Glas-Bonbonniere mit Haribo-Teilchen à la Color-Rado. Schön aufgetürmt. Genau meine Kragenweite, wenn wir schon mal bei den Textilien sind.  Da nun  kräftig reingelangt, weil soeben keine Blicke mein Tun verfolgen. Lecker, es verlangt nach einem Nachschlag. Oder zwei, oder drei, oder vier. Das Entdeckungsrisiko hält sich in Grenzen, die Inhaberin ist im Kundengespräch. Sodass am Ende das Gefäß  halb leer ist. Ich konnte dann aber auch wirklich nichts mehr essen.

Hmmm, und das war jetzt Heimat shoppen? Na, eher nicht. So nehmen wir halt nächstes Jahr erneut einen Anlauf. Dann hoffentlich mit Kauflaune deluxe. Stellt schon mal den Crémant kalt.

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