| 20:08 Uhr

Heartchor feiert 10. Geburtstag
Harter Rock hält diesen Chor für immer jung

Der Heartchor Saar trat zu seinem zehnjährigen Bestehen im Saarbrücker Rathausfestsaal auf.
Der Heartchor Saar trat zu seinem zehnjährigen Bestehen im Saarbrücker Rathausfestsaal auf. FOTO: Picasa
St. Johann. Von Andreas Lang

Der Heartchor Saar, ein Ensemble aus jung gebliebenen Senioren, mag’s kernig, singt Rock und Punk von AC/DC, den Ärzten und Rammstein. Die heutige Vorsitzende Vera Wilhelm hat den Chor bei einem der ersten Auftritte in St. Arnual gesehen und sagt, sie habe sich sofort auf ihren 60. Geburtstag gefreut. Denn damit hatte sie das Mindestalter erreicht für den Heartchor.


Eine Aufführung des Spielfilms „Young at Heart“ im Jahr 2008 gilt als Ursprung des Heartchors. Er handelt von einem amerikanischen Chor, dessen Mitglieder trotz ihres hohen Alters im Herzen jung geblieben sind. Birgit Quien hat ihn damals gesehen mit ihrem Mann, Saarbrückens heutigem Bürgermeister Ralf Latz. „Wir haben uns sofort gedacht, das müsste es in Saarbrücken auch geben.“ Das Projekt passte zur damals ebenfalls noch jungen Denkwerk-Stadt, einem Verein mit frechen Denkanstößen für die Landeshauptstadt, dessen Vorsitzende sie ist.

Fortan arbeitete die Denkwerk-Stadt daran, einen entsprechenden Senioren-Rockchor auf die Bühne eines Saarbrücker Kinos zu bringen. Und zwar mit „Forever Young“ als einzigem Titel und mit einer Band der Musikschule Sulzbach, wo die Proben stattfanden. An diese Begebenheit erinnerte Birgit Quien bei der Feierstunde im Saarbrücker Rathausfestsaal am Freitagabend im Dialog mit dem zweiten Heartchor-Vorsitzenden Rainer Petto. Und: „Die begeisterte Aufnahme durch das Saarbrücker Publikum ermunterte die damals elf Seniorinnen spontan zum Weitermachen.“



Im Mai 2010 wurde dann der Verein Heartchor Saar aus der Taufe gehoben. Der Klangkörper, längst auch mit Sängern bestückt, ist inzwischen auf rund 50 Akteure angewachsen. Leiter ist mittlerweile Rouven Wildegger Bitz, der sich in seiner Rolle pudelwohl fühlt. Auch wenn er anfangs Vorbehalte hegte. Nicht etwa wegen des Alters seiner Sänger. „Ein Chor war eigentlich nicht mein Ding“, sagte der Chorleiter.

Melika Meskine, die erste Leiterin des Heartchors, habe ihn gebeten, das Ensemble zu übernehmen – und ihn mit den Worten „die sind anders“ überredet. Die erste Probestunde habe ihn überzeugt: „Man darf daraus nur nicht Kunst machen wollen, sondern man muss die Energie dieser Sänger mitnehmen.“

Einen Auszug aus dem inzwischen mehr als 30 Lieder umfassenden Repertoire gab es selbstverständlich auch zu hören.