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Hamsterkäufe im Saarland wegen Coronavirus

Mehr Infektionen in Deutschland : Panikkäufe im Saarland wegen Corona-Krise

Auch ohne Erkrankungsfall hat die Corona-Krise Folgen im Saarland. Geschäfte melden Hamsterkäufe.

(SZ/dpa) Immer mehr Menschen in Deutschland stecken sich mit dem neuen Coronavirus an. Binnen eines Tages stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von 66 auf 129, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagnachmittag mitteilte. Etwa 60 Länder waren  weltweit betroffen – rund zehn mehr als am Vortag.

Im Saarland hatten sich bis Sonntag keine Verdachtsfälle bestätigt. Mit der Infektion eines 40-Jährigen erreichte das Virus allerdings das Großherzogtum Luxemburg. Der Mann war Anfang der Woche aus Italien per Flugzeug über Charleroi (Belgien) nach Luxemburg zurückgekehrt. In häuslicher Quarantäne sind weiter 18 Menschen aus dem Umfeld eines Patienten aus Kaiserslautern. In Frankreich wurden bis Samstag 100 Fälle bestätigt. Angesichts dieser Entwicklung wurden dort Veranstaltung mit mehr als 5000 Personen verboten. Auch in Deutschland wurden mehrere Großveranstaltungen abgesagt.

Wie in anderen Teilen Deutschlands haben auch im Saarland Hamsterkäufe aus Sorge vor einer Epidemie eingesetzt. Desinfektionsmittel ob als Spray oder feuchte Tücher waren am Wochenende in Saarbrücken so gut wie nicht mehr zu bekommen. Auch bei Nudeln, Reis, Hülsenfrüchten, Dosentomaten und anderen Konserven zeigten sich zwischen Freitag und Samstag in vielen Geschäften Regale zeitweise leergefegt. Für Globus in Saarbrücken-Güdingen sagte Geschäftsleiter Matthias Bruch: „Bei Produkten, die länger haltbar sind, haben wir in zwei Tagen fast doppelt so viel verkauft wie sonst üblich.“

Das Saar-Gesundheitsministerium gab derweil der Bevölkerung erneut Verhaltenshinweise bei Corona-Verdacht. So solle man bei begründeter Sorge einer Infektion zunächst telefonisch einen Arzt kontaktieren – nicht direkt in eine Praxis gegen. Wenn diese nicht erreichbar sei, empfiehlt das Ministierium die Wahl der Rufnummer (0) 116 117.