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Fußball-Oberliga
„Haben gegen das Nonplusultra der Liga zu Null gespielt“

Saarbrücken. Schlusslicht Saar 05 Saarbrücken sorgt sensationell für die erste Saisonniederlage von Spitzenreiter FC Homburg. Von Ralph Tiné

„Ja, wir sind die Ersten“, schrie Timon Seibert seine Freude über den Sieg seiner Mannschaft in den Abendhimmel. 1:0 (0:0) – das Tabellenschlusslicht, das seine Mannschaft nach der Saison aus der Fußball-Oberliga abmeldet,  hat dem souveränen Spitzenreiter am vergangenen Freitagabend die erste Saisonniederlage bereitet. „Ich bin extrem stolz auf die Jungs. Damit hat wohl kein Einziger gerechnet, dass Saar 05 die erste Mannschaft ist, die Homburg schlägt. Im Vorfeld ging es ja nur darum, wie hoch wir hier verlieren“, erklärte der Trainer der Saarbrücker. Sein Gegenüber Jürgen Luginger sagte: „Natürlich ärgert mich das richtig. Jetzt sieht man, dass das alles keine Selbstverständlichkeit ist. Vorher hatten sich ja alle nur noch gefragt, wie hoch wir das nächste Spiel gewinnen. Wir sind jetzt gewarnt, dass es noch ein langer Weg bis zur Meisterschaft ist.“


24 Siege und ein Unentschieden hatte der FCH bis zu diesem Zeitpunkt eingefahren und sich damit den Titel „erfolgreichster Oberligist Deutschlands“ erspielt. „Wir haben die Gäste nicht unterschätzt. Aber das war heute ein schwer bespielbarer Boden, auf dem wir unser Pass-Spiel nicht so aufziehen konnten wie gewohnt. Und dann kullert dir so einen Ding hinten rein“, kommentierte FCH-Topstürmer Patrick Dulleck die Niederlage etwas trotzig. Sein Kapitän Christian Telch brachte es kurz und bündig auf den Punkt: „Wir haben heute alle nicht gut gespielt. Jetzt müssen wir schauen, dass sich das Rädchen nächste Woche wieder in die andere Richtung dreht.“

Der ehemalige Homburger Jannik Schliesing strahlte nach der Partie von einem Ohr zum anderen. „Wir haben gegen das Nonplusultra der Liga zu Null gespielt – das muss man erst mal schaffen“, sagte der Saar-05-Stürmer.



Er kam in der Partie beim Tabellenführer – auch für ihn selbst überraschend – in der Innenverteidigung zum Einsatz. Dass das Spiel für die knapp 600 Zuschauer im Waldstadion alles andere als ein Augenschmaus war, war Schliesing herzlich egal. „Dass wir gegen Homburg nicht die großen Spielanteile haben werden, war ja klar. Und darüber, wie schön wir gespielt haben, lässt sich sicher auch streiten“, sagte der 28-Jährige.

Mit einer Fünfer-Abwehrkette und einer extrem defensiven Ausrichtung machte Saar 05 Saarbrücken den Gastgebern das Leben schwer. Kam der FC Homburg trotzdem zu Torchancen, stand häufig Saar-05-Torwart Marc Birkenbach im Weg. „In der ersten Halbzeit hat Homburg Dampf und Druck gemacht. Da hat uns unser Torwart, der der beste der Liga ist, im Spiel gehalten“, lobte Seibert seinen Schlussmann. Nach der torlosen ersten Halbzeit verlor der FCH zunehmend seine Linie – und musste in der 67. Minute das entscheidende Gegentor durch David Marikjan hinnehmen.