Günter Rausch vom LAZ Saarbrücken ist Vize-Europameister

Kostenpflichtiger Inhalt: Leichtathlet vom LAZ Saarbrücken : Mit 65 die erste EM und gleich Vize-Meister

Günter Rausch vom LAZ Saarbrücken war Leichtathletik-Spätzünder – ist aber derzeit erstaunlich erfolgreich.

Hinter Günter Rausch (LAZ Saarbrücken) liegt seine bisher erfolgreichste Saison als Seniorenleichtathlet. Erstmals startete der 65-Jährige im Sommer in einer Einzeldisziplin bei den Deutschen Meisterschaften, und bei seiner ersten EM-Teilnahme wurde er Siebter über 400 Meter und Vize-Europameister mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel.

Was die Leichtathletik angeht, ist Günter Rausch ein Spätzünder, der zunächst nur „nach Lust und Laune“ trainierte und bei Wettkämpfen antrat. „Früher habe ich Fußball gespielt, auch in höheren Klassen“, berichtet er. Zur Leichtathletik ist der Vater von drei Kindern vor zehn Jahren über seine Tochter Anna gekommen. „Die habe ich als Achtjährige zweimal die Woche von Schafbrücke aus ins Training gefahren. Aus der Seniorengruppe heraus wurde ich dann angesprochen und habe bei einem anderen Vater, der Tempoläufe für 400 Meter machte, mittrainiert“, erinnert er sich. Wegen eines Bandscheibenvorfalls folgte aber schnell wieder eine Pause und bis 2014 war er nur sporadisch aktiv. „100 und 200 Meter habe ich erst gemacht, als ich bereit war, regelmäßiger zu trainieren. Mein Vereinskollege Jürgen Klein hat immer gesagt, wir brauchen dich für die Staffel.“ Jürgen Klein sieht sich zwar nicht als Trainer von Rausch, hat ihn aber mit Trainingsplänen durch die EM-Vorbereitung begleitet. Gemeinsam holten sie in der 4x200-Meter-Staffel 2016 bei der Hallen-DM in Erfurt die Bronzemedaille.

„Letztes Jahr habe ich entschieden, es 2019 auch im Einzel bei den Deutschen zu versuchen und war auch bereit für einen EM-Start“, erzählt Günter Rausch und fügt an: „Ende Mai bekam ich dann aber bei einer Tibetreise eine Höhenerkrankung, an der ich schon zu knabbern hatte.“ Bei der Senioren-DM in Leinefelde-Worbis kam er so in 71,25 Sekunden über 400 Meter auf Rang sechs, eine Woche später schaffte er schon wieder 69,66 Sekunden. „Erst danach habe ich mich für den EM-Start in Venedig entschieden.“

Für ihn selbst war dort aber nicht die EM-Silbermedaille mit der Staffel das Highlight, sondern sein siebter Platz über 400 Meter. „Es war bewegender, dass ich es ins Finale geschafft habe und da in 69,06 Sekunden nur einen Tag nach dem Vorlauf noch einmal schneller war.“ Venedig sei im Sommer einfach die perfekte Mischung gewesen. „Meine Frau war dabei, und wir haben natürlich auch Ausflüge gemacht“, sagt der Sozialpädagoge im Ruhestand.

Zurück in Deutschland gab es bei der Team-DM dann mit den Saarmasters als Bonus noch Bronze mit der Mannschaft. Als Ziele für 2020 nennt er zunächst „gesund bleiben und auf jeden Fall wieder die 4x200-Meter-Staffel“. Über 400 Meter hofft er vielleicht noch ein wenig schneller zu werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung