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Grundschulen im Regionalverband Saarbrücken bieten Internet-Führerscheine an

Landesmedienanstalt unterstützt Bildungseinrichtungen : Grundschulen im Regionalverband bieten Internet-Führerscheine an

Welche Gefahren lauern gerade für Kinder im Internet und wie können sie sich schützen? Diese und andere Fragen werden jetzt bei speziellen Internet-Schulungen an Grundschulen im Regionalverband vermittelt. Wer bestanden hat, kriegt einen „Surfschein“. Doch längst noch nicht alle Schulen machen mit.

Wenn Kinder an mehreren Grundschulen im Regionalverband den „Surfschein“ machen, müssen sie dafür nicht bei Sturm aufs Wasser, sie dürfen vielmehr mit Handy und Computer spielen. So wie in der Grundschule im Saarbrücker Stadtteil Folsterhöhe, wo die Kleinen das „Internet-ABC“ erlernen und die Gefahren der neuen Medien spielerisch erfahren. Dajana aus der vierten Klasse hat ihren Surfschein gerade gemacht, ebenso Tobias und Nursima. In der Klasse von Birgit Langer haben alle mitgemacht, zwei Tage kam ein externen Referent und hat die Kinder über kindgerechte Suchmaschinen informiert, ihnen die Risiken der Internetwerbung oder die Gefahren bei Verwendung von Fotos beigebracht. „Die Kinder-Suchmaschinen sind für uns viel besser geeignet als Google, weil sie extra für Kinder gemacht sind“, sagt Tobias und Nursima. Sie sitzen gerade vor einem Tablett-PC und bearbeitet einen Text. Schon in der Schule gibt es viele Schnittstellen zur digitalen Welt – und im Privaten ist sie Realität. 80 Prozent der Kinder in Birgit Langers vierter Klasse haben ein Handy, und alle haben mit dem Smartphone auch Internetzugang. „Deswegen gehört das Internet-ABC bei uns dazu. Es ist ein tolles Angebot, das wir nutzen und bei den Kindern großes Interesse findet“, sagt die Lehrerin.

Das Internet, die sozialen Medien, die Computerspiele, sie alle haben für die Kinder eine große Bedeutung, die zum Teil sehr früh wesentlichen Anteil am Freizeitverhalten einnimmt. Die Landesmedienanstalt (LMS) bietet den Schulen Lernhilfen an, die Kinder sollen den nutzbringenden Umgang mit den neuen Möglichkeiten lernen, zugleich aber vor Risiken gewarnt sein. Für Schulen, die diese Lernhilfen besonders gut einsetzen, vergibt die LMS ein Qualitätssiegel. Die Grundschule Köllerbach und die Lindenschule in Riegelsberg haben diese Auszeichnung jetzt vier Mal hintereinander erhalten und wurden daher mit dem „Goldsiegel“ prämiert.

Aber auch andere Grundschulen machen mit. Im Regionalverband wurden die Grundschulen in Altenkessel, Dudweiler (Turmschule und Albert-Schweitzer), Jägersfreude, Holz, Kleinblittersdorf, Püttlingen Ritterstraße und Pater-Eberschweiler, Brebach, Bübingen-Güdingen, Eschberg, Folsterhöhe, Wickersberg und Völklingen Haydnstraße mit dem Siegel ausgezeichnet. Der „Surfschein“, der den Kindern später ausgehändigt wird, ist die symbolhafte Bestätigung, dass man die „Handyreife“ erlangt hat, ein Motivationsinstrument. Kindgerecht sollen die Kinder über Gefahren im Netz aufgeklärt werden. Die Landesmedienanstalt bietet die Unterrichtsmaterialien an und arbeitet eng mit Lehrerinnen und Lehrern zusammen, um den Kleinsten die Tücken des Umgangs mit Computern, Smartphones und auch Videospielen beizubringen und sie gezielt auf Risiken hinzuweisen.

Auch Eltern werden eingebunden, indem es spezielle Elternabende gibt, in denen alle an der Erziehung beteiligten Personen letztlich am selben Strang ziehen sollen. „Diese Elternabende sind so amüsant wie informativ. Der LMS-Dozent ist ein Glücksfall“, sagt die Lehrerin. Dass dieses Thema für die Kinder heute große Relevanz hat, ist leicht zu erkennen. Trotzdem machen noch nicht alle Schulen im Land mit, sagt LMS-Direktorin Ruth Meyer. Etwa die Hälfte der Grundschulen sei noch nicht bei dem freiwilligen und für die Schulen kostenlosen Angebot dabei. Das Siegel soll die Schulen daher nicht nur auszeichnen, sie sollen damit werben können. Das Siegel gibt es in Acryl als Schild für den Eingangsbereich. An der Folsterhöhe wird es auch bald befestigt werden, die Lehrer müssen es noch abholen.