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Grünschnitt im Saarland, Sammelstellen

Entsorgung von Gartenabfällen im Saarland : Klare Regeln für Grünschnitt

Gartenbesitzer liefern ihren Grünschnitt an Sammelstellen ab. Von dort treten Blätter, Zweige und Unkraut eine stationsreiche Reise zur Wiederverwertung an, die sie teils über die Landesgrenze führt.

Der Rasen ist gemäht, die Hecke geschnitten und das Laub zusammengekehrt. Rund 66 000 Tonnen Grünschnitt sind im Jahr 2018 im Saarland nach Angaben des Umweltministeriums angefallen. Und die landen dann auf einem der 47 Sammelplätze im Land. Doch was passiert anschließend mit dem Grüngut?

Seit 2018 überlassen 31 Kommunen im Saarland dem Entsorgungsverband Saar (EVS) die Zuständigkeit über die Verwertung des Grünschnitts. Im vergangenen Jahr etwa hat der EVS nach eigenen Angaben 24 713 Tonnen gezählt. Für die übrigen 21 Kommunen im Land hat der EVS erst zu Beginn dieses Jahres die Zuständigkeit übernommen. Das an den Sammelstellen abgegebene Grüngut „wird in Vergärungs- bzw. Kompostierungsanlagen zu Kompost, holziger Biomasse, etwa zur thermischen Nutzung in Biomasse-Kraftwerken, und teilweise Energie verarbeitet“, teilt Marianne Lehmann vom EVS auf SZ-Anfrage mit. Drei Verwertungsanlagen gibt es im Saarland: in Saarwellingen (Gebrüder Arweiler), in Gersweiler (Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb ZKE) und in Ormesheim (EVS).

Zwar sei der EVS bestrebt, einen „rein saarländischen Verwertungskreislauf für Grüngut zu schaffen“. Die Kapazitäten reichten dafür derzeit aber nicht aus, so dass ein Teil auch an Unternehmen außerhalb des Saarlandes weitergegeben würde. So verwertet etwa eine Firma im rheinland-pfälzischen Mutterstadt Grüngut aus dem Nord- und Ostsaarland, von Losheim, über Nohfelden bis Illingen. Grünschnitt aus Quierschied über St. Ingbert nach Blieskastel und Gersheim, sowie aus Wadgassen, Völklingen, Großrosseln und Kleinblittersdorf landet in Frankreich.

Stichwort Kapazitäten: Einige Nachbarkommunen im Saarland haben ihre Sammelplätze zusammengelegt. „Insbesondere, um die Kosten für das Vorhalten entsprechender Sammelplätze im Rahmen zu halten, können solche interkommunalen Projekte sehr sinnvoll sein“, sagt Lehmann. Ein weiteres Kriterium bei der Standortwahl sei die „Transportentfernung“ gewesen, heißt es aus dem Umweltministerium. Dies bedeute für die Bürger auch nicht zwangsläufig, weitere Wege zurücklegen zu müssen. Im Durchschnitt käme laut EVS auf 21 300 Bürger eine Sammelstelle. „Das saarländische Umweltministerium hat einen Grenzwert von 30 000 angeschlossenen Bürgern vorgegeben“, sagt Lehmann.

Und noch etwas ist Pflicht. Nach dem saarländischen Abfallwirtschaftsgesetz müssen die Kommunen Gebühren für die Abgabe des Grünschnitts erheben, was von Ort zu Ort variiert. Die Gebühren setzten sich zusammen aus den Kosten für den Bau und den Betrieb der Sammelplätze, die bei den Kommunen entstehen, und den Kosten für den Transport und die Verwertung des Grünschnitt, die beim EVS zu Buche schlagen, erklärt Lehmann. Eine „umwelt- und ressourcenschonende“ Sammlung und Verwertung des Grünguts sei eine aufwändige und daher kostenintensive Aufgabe. So habe etwa die Einstufung des Abfalles als „wassergefährdender Stoff“ dazu geführt, dass der Aufwand bei der Lagerung und Behandlung enorm gestiegen sie. „Aber auch die Rückführung des Grüngutes in den Stoffkreislauf ist im landwirtschaftlichen Bereich sehr streng durch die Düngemittelverordnung geregelt“, sagt Lehmann.

Die Gebühren werden im Übrigen nicht erst erhoben, seit der EVS die Verwertung des Grünschnitts übernommen hat, betont das Umweltministerium. Ob wegen der Kosten verstärkt Grüngut illegal, etwa im Wald, entsorgt wird, sei unklar. Insgesamt sei in den vergangenen Jahren durchaus zu beobachten, dass vermehrt wilder Müll im Wald landet. „Es liegen aber keine belastbaren Zahlen darüber vor, dass mit der Erhebung von Gebühren die wilden Ablagerungen von Grüngut im Wald zugenommen haben.“ Kontrolliert würden die „einschlägigen Müllablagerungsstellen“ von den Revierförstern, Mitarbeitern des Forsts, der Naturwacht und Jägern. Eine flächendeckende Überwachung der Wiesen und Wälder sei schlicht nicht möglich, „weder für die Kommunen noch die Revierförster“, heißt es aus dem Ministerium.

Fakt ist, dass im Bereich des saarländischen Staatswalds laut Ministerium in den vergangenen drei Jahren 190 000 Euro jährlich angefallen sind, um den illegalen Müll zu entsorgen. Nicht nur Grüngut, sondern auch Elektrogeräte, Sperrmüll, Altreifen und Bauschutt.